Vogelgrippe-Virus breitet sich weiter aus

Der neue, auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Erreger ist auf weiteren Märkten in der chinesischen Millionenstadt Shanghai entdeckt worden. Das Virus wurde auch bei 16 Menschen nachgewiesen, sechs von ihnen starben.

Der neue auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Erreger ist auf weiteren Märkten in der chinesischen Millionenstadt Shanghai entdeckt worden. Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Samstag, das Virus H7N9 sei auf zwei Märkten mit landwirtschaftlichen Produkten im Bezirk Minhang gefunden worden. Ganz in der Nähe liegt auch der Geflügelmarkt Huhuai. Dort waren in dieser Woche bereits 20.000 Hühner, Enten, Gänse und Tauben getötet worden, nachdem Tauben mit dem Virus infiziert worden waren.

Nach den neuen Funden in Shanghai haben lokale Behörden die Einfuhr von Geflügel in die Stadt verboten. In der ostchinesischen Stadt Nanjing wurde am Samstag der gesamte Handel mit Geflügel untersagt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das Virus wurde bei 16 Menschen in Ostchina nachgewiesen, sechs von ihnen starben. Vier Personen in Shanghai. Das neueste Opfer war laut Xinhua ein 64-jähriger Mann aus der Provinz Zhejiang. Symptome sind eine schwere Lungenentzündung, Fieber, Husten und Atemnot.

Auch die Stadtverwaltung von Shanghai verfügte am Freitag die Schließung aller Geflügelmärkte. Zudem wurde jeglicher Handel mit lebendem Geflügel bis auf weiteres verboten.

Nach dem Auftreten des neuen Vogelgrippe-Typs deuten erste Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf hin, dass sich der Erreger mit den antiviralen Medikamenten Tamiflu und Relenza behandeln lässt. H7N9 ist nicht der einzige Vogelgrippe-Erreger: So gab es wegen des aggressiven H5N1-Virus vor einigen Jahren die Sorge, dass es zu einer weltweiten Epidemie kommen könnte. Beide Virentypen können aber offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Sorge bereitet den Experten jedoch, dass sich das Virus geographisch immer weiter ausbreitet und sich bei den betroffenen Tieren nicht bemerkbar macht. „Es ist kein tödliches Virus für Hühner, was bedeutet, dass es sich unter ihnen ausbreiten könnte, ohne dass irgendjemand das merkt“, sagte der Virologe John Oxford von der Londoner Universität Queen Mary der Nachrichtenagentur AFP.

China gilt als Land mit erhöhtem Vogelgrippe-Risiko, da es zu den weltweit größten Produzenten von Geflügelfleisch gehört und viele Hühner in ländlichen Regionen nahe von Menschen gehalten werden. An der weiter verbreiteten H5N1-Variante der Vogelgrippe starben seit 2003 bis Mitte März dieses Jahres weltweit mehr als 360 Menschen.