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Gesundheit: Schmallenberg-Virus in 1000 deutschen Ställen

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald meldete am Montag 160 Rinder-, 799 Schaf- und 41 Ziegenhaltungen, in denen der Erreger nachgewiesen wurde. Mit einer weiteren Zunahme sei zu rechnen, da weiter Lämmer und Kälber geboren würden, deren Mütter sich im vergangenen Jahr ansteckten, sagte FLI-Präsident Thomas Mettenleiter am Montag. Betroffen sind alle Bundesländer bis auf Bremen.

Ein Impfstoff werde wegen der für die Zulassung notwendigen längeren Erprobungsphase auch an trächtigen Tieren nicht vor 2013 zur Verfügung stehen können, sagte Mettenleiter. Schon dieser Termin sei ein „sehr ehrgeiziges Ziel“. Es gebe Fortschritte bei der Erforschung und Diagnostik des Erregers, der während der Trächtigkeitsphase zu starken Missbildungen bei den Föten und zu Totgeburten führt. „Ein massentauglicher Test für den Nachweis von Antikörpern wird wohl in Kürze zur Verfügung stehen.“

Mit dem von französischen Forschern entwickelten Test werde der Nachweis deutlich erleichtert. „Bisher konnten wir das Virus nur direkt nachweisen – entweder in der akuten, rund einwöchigen Erkrankungsphase bei erwachsenen Tieren oder bei missgebildetem Nachwuchs“, sagte der Virologe. Der Test ermögliche es nun, auch ehemals infizierte Tiere anhand der gebildeten Antikörper zu erkennen.

Die angekündigte Meldepflicht für das Schmallenberg-Virus soll am 30. März im Bundesrat formal beschlossen werden. In der Praxis gingen schon jetzt tagesaktuelle Meldungen von Ländern und Behörden beim FLI ein, wie ein Sprecher des Bundesagrarministeriums in Berlin sagte. Deutschland setze sich weiter für eine EU-weite Meldepflicht ein. Dies solle eine genauere Beobachtung gewährleisten und wäre auch Grundlage für mögliche Entschädigungszahlungen.

Belgischen Forschern war es kürzlich gelungen, drei Mückenarten zu identifizieren, die das Schmallenberg-Virus übertragen. Es handelt sich um Arten, die auch die Blauzungenkrankheit übertragen hatten. Wissenschaftler des FLI hatten zuvor hochaufgelöste Aufnahmen des Erregers, der 13 000 mal kleiner ist als ein Stecknadelkopf, präsentiert. Damit könne der Vermehrungszyklus des Erregers in befallenen Zellen genauer analysiert werden, Rückschlüsse auf die Ausbreitung im trächtigen Tier sowie die Übertragung auf den Fötus seien möglich, sagte Mettenleiter.

Von dem Erreger sind nach Angaben des FLI inzwischen acht europäische Länder betroffen, am stärksten Deutschland. Auch die Niederlande, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Luxemburg und zuletzt Spanien meldeten Fälle.

Schafbetriebe berichten laut FLI von Verlustraten von bis zu 50 Prozent bei den neugeborenen Lämmern. Rinderzüchter beklagen wirtschaftliche Einbußen, die sich vorrangig aus den inzwischen auferlegten Exportbeschränkungen ergeben. „Die wirtschaftlichen Schäden sind groߓ, sagte Hubert Cramer von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter in Bonn. Beziffern lasse sich der Schaden noch nicht, der sich aus dem Exportverbot für Rindersamen und Rinder ergebe. Mehrere Staaten haben Importverbote für Rinder, Ziegen und Schafe aus den betroffenen Ländern verhängt.

Russland, das zu den größten Abnehmern von Zuchttieren der Milchviehrasse Deutsche Holstein gehört, geht besonders weit: Moskau verhängte auch ein Importverbot für Schweine aus der Europäischen Union. Das Verbot sollte vom 20. März an gelten. Aus wissenschaftlicher Sicht sei ein Einfuhrverbot für Schweine nicht nachvollziehbar, da diese vom Erreger nicht betroffen seien, sagte Mettenleiter.

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Gesundheit: Ministerium: Praxisgebühr weiter in der Diskussion

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Gesundheit: Bewegung im Büro hält den Rücken fit – n

Donnerstag 15. 03. 2012, 11:16 Uhr

Selsingen (dpa/tmn) – Nach einem langen Arbeitstag vor dem Monitor im Büro: Feierabend, zum ersten Mal seit Stunden aufstehen – und der Rücken schmerzt. Das muss nicht sein. Auch am Arbeitsplatz lässt sich einiges für einen starken, gesunden Rücken tun.

Langes Sitzen im Büro belastet den Rücken und kann zu Verspannungen und Schmerzen führen. Mit einfachen Regeln und Übungen am Arbeitsplatz lassen sich diese Beschwerden aber vermeiden. «Wichtig ist vor allem der Wechsel zwischen Sitzphasen auf der einen und Steh- und Bewegungsphasen auf der anderen Seite», sagte Georg Stingel, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken in Selsingen in Niedersachsen, anlässlich des Tags der Rückengesundheit am Donnerstag (15. März).

Höchstens die Hälfte der Arbeitszeit sollte man sitzend verbringen. «Sitzen belastet die Bandscheibe, die Rückenmuskulatur wird nicht ausreichend durchblutet», erläuterte Stingel. Mindestens ein Viertel der Arbeitszeit sollten Berufstätige daher im Stehen verbringen. Mit in der Höhe verstellbaren Schreibtischen lässt es sich dann auch weiterarbeiten. «Und die restliche Zeit sollte man sich bewegen.» Spätestens nach einer Stunde ruhigen Sitzens sei es allerhöchste Zeit aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen.

Wer zu lange gesessen hat und Schmerzen im Rücken verspürt, kann diese mit Dehn- und Lockerungsübungen zumindest mildern. «Eine gute Übung im Sitzen ist beispielsweise, abwechselnd den rechten und den linken Arm nach oben zu strecken und quasi nach der Decke zu greifen. Dabei sollte man sich nicht anlehnen», sagte Stingel. So werden Schulterblätter und Rücken trainiert.

Für eine bessere Durchblutung der Wirbelmuskulatur empfiehlt es sich, aufzustehen und den Oberkörper abwechselnd nach vorne und nach hinten zu beugen. «Das macht auch die Gelenke geschmeidig», sagte Stingel. Allerdings sei es psychologisch oft schwierig, plötzlich vor den Kollegen hin und her zu wippen. «Das trauen sich viele nicht.»

Eine etwas dezentere Übung geht so: Die Hände verschränken und diese an den Hinterkopf legen. Dann zirka zehn Sekunden leicht nach vorne pressen und gleichzeitig versuchen, den Kopf in den Nacken zu legen. «Zur Entspannung dann zehn Sekunden lang das Kinn zur Brust ziehen», empfiehlt Stingel. «Das trainiert die Hals- und Nackenmuskulatur.» Auch beim Weg ins Büro kann man dem Rücken schon etwas Gutes tun. «Nicht den Fahrstuhl nehmen, sondern Treppen laufen», rät Stingel. Bewegung sei immer gut für den Rücken.

Auch beim Sitzen lässt sich der Rücken entlasten. «Der Stuhl sollte dafür auf jeden Fall in der Höhe variabel sein», sagte Stingel. Zusätzlich hilft eine ergonomisch angepasste und in ihrem Winkel verstellbare Rückenlehne. «Optimal ist es dazu, wenn die Armlehnen sowohl in der Höhe als auch in der Breite verstellbar sind.»

Die Sitzposition sollte möglichst aufrecht sein, mit leicht angelehntem Rücken. «Oft nimmt man, wenn man sehr konzentriert ist, ungewöhnliche Sitzpositionen ein. Man zieht die Schultern hoch oder beugt sich stark vornüber zum Monitor. Für ein paar Minuten seien solche Positionen kein Problem, betonte Stingel. «Aber auf Dauer wird das ungesund.»

Quelle: n-tv.de /

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Gesundheit: Studie zu Auswirkungen der Rauchverbote

Für diese Behandlungen in Kliniken hätten die Krankenkassen sonst rund 150 Millionen Euro ausgeben müssen. Der Chef der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Herbert Rebscher, stellte am Dienstag in Berlin die weltgrößte Studie zu diesem Thema vor.

Schon ein Jahr nach der Einführung der Nichtraucherschutzgesetze 2007 und 2008 gingen die Klinik-Behandlungen wegen Herzinfarkten um 8,6 Prozent zurück, wie aus Studie hervorgeht. Die federführend vom Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung erarbeitete Studie basiert auf den Daten von 3,7 Millionen DAK-Versicherten.

Die Behandlungen wegen Angina pectoris, einer Brustenge als Vorstufe des Herzinfarkts, sanken sogar um 13 Prozent. Den Rückgang maßen die Forscher am vorher erwarteten Auftreten der Krankheiten. Bei den Infarkten war von einem weiteren kontinuierlichen Anstieg wie in den Vorjahren ausgegangen worden.

Studienautor Reiner Hanewinkel führte den Rückgang bei den Krankheiten ausschließlich auf die Nichtraucherschutzgesetze in den Ländern zurück. „Sie haben 1880 Krankenhausaufenthalte verhindert“, sagte Hanewinkel allein bezogen auf die DAK-Versicherten. Bei ihnen seien 450 Infarkt-Behandlungen vermieden worden.

Die DAK konnte dadurch zudem 7,7 Millionen Euro für Behandlungen sparen. Die Forscher schlossen bei der über einen Untersuchungszeitraum von vier Jahren laufenden Studie nach eigenen Angaben aus, dass der Rückgang bei den Krankheitsfällen in den Kliniken auf anderen Ursachen beruhte. Unter anderem sei geprüft worden, ob es stattdessen mehr ambulante Behandlungen gegeben habe. Dies sei nicht der Fall gewesen.

Kassenchef Rebscher forderte als Konsequenz der Erhebung möglichst flächendeckende Rauchverbote in Gaststätten und öffentlichen Räumen ohne Ausnahme. Die Untersuchung erfasse noch nicht einmal das vermiedene Leid wegen Lungenkrebs und anderen Lungenkrankheiten. „Da wird sich einiges relativieren, was wir an vermeintlichen Freiheitsrechten bisher in der Debatte gehört haben.“

Auch Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Herzstiftung, vertrat die Ansicht, die Rauchverbote hätten noch mehr bewirkt hätten als nun erwiesen. So seien zuletzt mehr als 100 000 Menschen pro Jahr an Krankheiten gestorben, die mit dem Rauchen zu tun hätten. Das entspreche mehr als 290 Todesfällen pro Tag. Zehntausende Lungenkarzinome könnten durch ein Verzicht der Betroffenen auf Zigaretten verhindert werden. „Passivrauchen ist keine Belästigung, sondern Körperverletzung“, sagte Gohlke zudem.

Nach Ansicht der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Carola Reimann (SPD), zeigt die Studie, „dass die Nichtraucherschutzgesetze wirken und Erkrankungen verhindern“. Sie sagte der Nachrichtenagentur dpa weiter: „Ich würde mir wünschen, dass alle Länder es machen wie Bayern und einheitlich auf Ausnahmen verzichten.“

Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern führten 2007 Nichtraucherschutzgesetze ein. Im Jahr darauf folgten Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Viele Länder erlauben in kleinen Kneipen das Rauchen ab 18 Jahren. Sonst darf fast überall in separaten Raucherräumen gequalmt werden. Nach einem Volksentscheid in Bayern ist dort das Rauchen in Gaststätten fast ausnahmslos verboten.

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Gesund werden und bleiben

Der Hochschullehrer Gerhard Uhlenbruck bezeichnete Gesundheit einst als: „die Summe aller Krankheiten, die man nicht hat.“ Der alte Herr bringt es damit auf den Punkt. Gesundheit und Krankheit haben ein breites Spektrum. Die Aussteller der Gesundheitsmesse informierten deshalb am Sonntag über Prävention vor sowie Hilfe während und nach Erkrankungen.

Von den klassischen Schuheinlagen und Venenstrümpfen über ausgefallene Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu eher fragwürdigen Luxusgeräten für „frisch gepresstes Wasser“, hielt die Paracelsus Messe für jeden kranken oder gesunden Besucher etwas bereit.

Elisabeth Kersting, Ernährungsberaterin in der Paracelsus Apotheke, stellt fest, dass Nahrungsergänzungsmittel vor allem bei Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen hoch im Kurs stehen: „Wer aufgrund von Krankenhausaufenthalten lange ans Bett gefesselt ist, nimmt weniger Nahrung und somit weniger Nährstoffe zu sich. Supplemente, die wichtige Kalorien, Vitamine und Spurenelemente beinhalten, können hier einen großen Dienst leisten. Eine ausgewogene Ernährung können diese Präparate natürlich nicht ersetzen.“

Oliver Ziegler, Promoter für Magnesiumpulver, teilt diese Meinung grundsätzlich. Allen Sportlern rät er jedoch: „Je nach Intensität des Trainings ist die Einnahme von Magnesium vor, während oder nach den Übungen hilfreich, um Krämpfen vorzubeugen. Sind die Krämpfe erst mal da, ist es bereits zu spät.“ Die von Kersting propagierte Botschaft von der ausgewogenen Ernährung unterstützt Ludger Vollmer vom Bioladen Löwenzahn. In seinem Geschäft am Busbahnhof vertreibt er die dazu passenden Lebensmittel. „Vollwertkost muss nicht langweilig sein, bei uns stehen Nachhaltigkeit, Genuss und Spaß am Essen im Vordergrund.“ Die veganen Brotaufstriche an seinem Messestand tragen Namen wie: „Basiliton“ (Tomate-Basilikum) oder „Mepfel“ (Meerrettich-Apfel) und sollen so bei Jung und Alt die Freude an umweltbewusster, gesunder Ernährung wecken.

Probeliegen inklusive

Ebenso unterstützt regelmäßige Bewegung die Vorbeugung und Heilung gewisser Erkrankungen. Aus diesem Grund sind auch zahlreiche Physio- und Ergotherapeuten, aber auch einige Fahrradhändler mit ihren Messeständen vertreten. Studien belegen beispielsweise, dass regelmäßige sportliche Betätigung und Schlag das Krebsrisiko senken können. Da wundert es nicht mehr, dass sich auch ein Matratzenverkäufer den Weg zur Paracelsus Messe gefunden hat. Probeliegen ist natürlich inklusive.

„Es ist toll, dass man hier direkt untersucht wird“, freut sich auch Monika Warneke über das umfangreiche Angebot der Messe: „Ich konnte mich hier nicht nur über vielerlei Krankheiten und Präventionsmaßnahmen informieren, sondern auch gleich meinen Blutzuckerspielen und meine Venen testen lassen.“ Die Infostände der vielen Pflegedienste habe sie sich in diesem Jahr nicht angeschaut, in der Vergangenheit suchte sie hier jedoch Hilfe, als es um die Unterbringung ihrer kranken Eltern ging.

„Wer Hilfe sucht, sollte sie auch finden“, meint auch Rosemarie Sobik. Sie leitet die Selbsthilfegruppe für Stomaträger, Menschen mit künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung, und Darmkrebserkrankte. „Wir treffen uns jeden dritten Mittwoch im Monat um 16 Uhr im St. Rochus-Hospital, allerdings ist der Zulauf noch nicht so rege“, berichtet sie. Bei den Gruppenstunden steht der Austausch über Krankheit und Versorgung im Vordergrund. Sobik weiter: „Viele Menschen trauen sich nicht, über ihre Krankheit zu reden, weil man halt nicht drüber spricht. Das ist schade, denn das Reden über die eigenen Probleme hilft.“

Breites Spektrum der Gesundheitswirtschaft

Die „Paracelsus Messe – Gesund in Castrop-Rauxel“ fand bereits zum fünften Mal statt. Unter dem Motto: „Wir bringen hier die Menschen, denen ihre Gesundheit am Herzen liegt, mit denen zusammen, die etwas für Sie tun können“, kam das breites Spektrum der Castrop-Rauxeler Gesundheitswirtschaft zusammen. Neben den Ausstellern in der Europahalle gaben im Ratssaal auch ausgewählte Ärzte aus Castrop-Rauxeler Krankenhäusern ihr Wissen zu verschiedenen Fachbereichen an die Besucher weiter.

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Laura Konieczny

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Gesundheit: Praxisgebühr-Abschaffung: Widerstand in der Union

Falls Spielräume vorhanden seien, sollte eine Senkung des Beitrags erwogen werden, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). „Denkbar sind 0,1 Prozent.“

„Das hat keine Chance“, hieß es nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Berlin in der FDP-Fraktion. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) habe sich bereits zuvor gegen eine Beitragssenkung gestellt. Die FDP-Fraktion wolle weiter eine Abschaffung oder ein Aussetzen der Praxisgebühr. Eine Abschaffung lehnte Kauder ab.

„Pläne zur Abschaffung der Praxisgebühr gibt es in der Bundesregierung nicht“, stellte Regierungssprecher Steffen Seibert in Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) klar. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) lässt derzeit die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform der Gebühr prüfen.

Bahr sagte: „In die Debatte kommt Bewegung. Wir werden in der Koalition darüber beraten.“ Für ihn sei wichtig, „dass Versicherte und Patienten etwas von dem aktuellen Überschuss haben“. Eine Beitragssatzsenkung würde auch den Arbeitgebern zugutekommen. Kauder räumte zu dieser Möglichkeit Beratungsbedarf ein: „Auch dies sollte genau geprüft werden.“ Vorrangiges Ziel seien dauerhaft stabile Finanzen im Gesundheitssystem.

Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte: „Der Vorschlag von Volker Kauder, den Beitragssatz zur Krankenversicherung um 0,1 Prozent zu senken, ist angesichts der teilweise absurden Begehrlichkeiten, die die hohen Rücklagen in den letzten Tagen geweckt haben, ein sehr guter Kompromiss.“

Die Praxisgebühr spült jährlich 2 Milliarden Euro zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Eine Beitragssenkung um 0,1 Punkte würde 1 Milliarden kosten. Die Debatte wurde angeheizt, weil die GKV – also die Kassen sowie ihre Geldsammelstelle Gesundheitsfonds – derzeit ein Finanzpolster von 19,5 Milliarden Euro hat. So sind allein 4,4 Milliarden Euro aus dem Fonds nicht gebunden. Schwarz-Gelb hatte Anfang 2011 den Krankenkassen-Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht.

Eine Bahr-Sprecherin sagte: „Es hat sich gezeigt, dass die Praxisgebühr keine Steuerungswirkung hat.“ Über die Gebühr und das Verfahren des Einzugs beim Arzt werde beraten. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Heinz Lanfermann, sagte der dpa: „Niemand will, dass es bei 18 Arztbesuchen pro Jahr bleibt.“ Er will, dass die Praxisgebühr abgeschafft oder zumindest ausgesetzt wird.

Spahn hielt dagegen: „Eine ersatzlose Streichung ist keine Lösung. Die FDP will sich mit 10 Euro wieder auf 10 Prozent kaufen.“ Auf Wunsch der FDP habe man im Koalitionsvertrag vereinbart, das System der Praxisgebühr zu entbürokratisieren. „Bis heute warten wir auf konkrete Vorschläge.“ Lanfermann entgegnete, alle könnten Vorschläge machen.

Der Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) lehnte in den „Ruhr Nachrichten“ eine Abschaffung der Gebühr „klipp und klar“ ab. Der FDP-Gesundheitspolitiker Erwin Lotter sagte, die FDP müsse den Druck für ein Ausstieg aus dem „Abkassierungsmodell“ erhöhen.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte: „Mit der Abschaffung der Praxisgebühr haben Patienten wieder mehr Geld im Portemonnaie und Ärzte und ihre Mitarbeiter weniger Bürokratie zu bewältigen.“ Die Ärzte wollen die Gebühr ohnehin loswerden, weil die Arztpraxen sie einziehen müssen, das Geld dann aber an die Kassen fließt.

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Gesundheit: Krankenversicherung hat 19,5 Milliarden Euro in Reserve

Linke und Teile der FDP wollen Patienten durch eine Abschaffung der Praxisgebühr entlasten. In der Bundesregierung ist nach Angaben aus Koalitionskreisen umstritten, ob der Bund 2013 weniger an die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) überweisen soll als geplant.

Die einzelnen Kassen erzielten 2011 einen Überschuss von rund 4 Milliarden Euro, wie die vorläufigen Ergebnisse zeigen, die das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mitteilte. Das ist deutlich mehr als bei den jüngsten Angaben vom Dezember angenommen.

Die Gesamtreserven der GKV sind verteilt auf die Kassen und den Gesundheitsfonds, über den die Beitrags- und Steuermilliarden gesammelt und verteilt werden. Das Finanzpolster bei den Kassen gibt das Ministerium mit rund 10 Milliarden Euro Ende 2011 an. Der Fonds habe eine Liquiditätsreserve von rund 9,5 Milliarden Euro.

Insgesamt gaben die Kassen 2011 rund 180 Milliarden Euro aus, davon 61 für Kliniken, 34 für Ärzte und 31 für Arzneimittel. Vor allem die schwarz-gelbe Arzneireform führte zu einem nur mäßigen Ausgabenplus von 2,6 Prozent. Die AOKen und Ersatzkassen verbuchten mit 1,3 und 1,8 Milliarden Euro die höchsten Überschüsse.

Etliche Kassen verfügen laut Ministerium jetzt über Mittel, die in dieser Höhe nicht zur Absicherung gegen Risiken gebraucht würden. „Diese Krankenkassen sind gefordert, intensiv zu prüfen, ob vorhandene Prämienpotenziale an ihre Mitglieder weiterzugeben sind“, mahnt das Bahr-Ressort in seiner Mitteilung.

Aber den Anteil im Gesundheitsfonds, der verfügbar sei, hält das Bahr-Ressort für einen sinnvollen Puffer. Denn es gebe Konjunktur-Risiken. Es handelt sich um 4,4 Milliarden Euro aus dem Fonds, die nicht unter anderem als Pflichtreserve gebunden sind.

Der GKV-Spitzenverband wies Bahrs Forderung zurück. „Jetzt, wo die finanzielle Situation stabil ist, müssen die Rücklagen für schlechte Zeiten aufgebaut und gesichert werden“, sagte Vizechef Johann-Magnus von Stackelberg. Der Vier-Milliarden-Überschuss entspreche den Ausgaben von nur acht Tagen. „Wir warnen dringend davor, nun eine Kürzungsdebatte vom Zaun zu brechen.“

Die besonders gut dastehende Techniker Krankenkasse will trotz Überschusses von fast einer Milliarde Euro und Rücklagen von weiteren 1,7 Milliarden ihren Mitgliedern laut „Frankfurter Allgemeiner Zeitung“ nichts zurückzahlen. Für die Barmer GEK sagte deren Chef Christoph Straub den „Ruhr Nachrichten“: „Was hilft es uns und den Versicherten, heute eine verhältnismäßig geringe Prämie auszuschütten und morgen wieder mehr Geld einzufordern, weil die Leistungsausgaben steigen?“

Hinter den Kulissen ringen laut Koalitionskreisen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Gesundheitsminister Bahr über die Steuerzuschüsse des Bundes an den Fonds, die 2013 erneut 14 Milliarden Euro betragen sollen. Bahr sagte der Nachrichtenagentur dpa, das Gesundheitswesen solle solide finanziert bleiben. Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) sagte der dpa: „Wir brauchen das Geld.“

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast unterstützte die Position von Unions-Haushaltspolitiker. „Der Gesundheitsfonds darf nicht zur Wahlkampfkasse der FDP mutieren, daher ist eine einmalige Reduktion des Steuerzuschusses denkbar“, sagte sie der dpa. Davor warnte die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher: Dann drohten Zusatzbeiträge, sagte sie.

Dies könnte passieren, wenn die GKV-Einnahmen wieder unten die Ausgaben sinken. Bayerns Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU) sagte der dpa, dies drohe 2013. „Ab 2014 sind auch alle Puffer aufgebraucht.“

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Gesundheit: Bei Unfruchtbarkeit auf Endometriose prüfen – n

Montag 05. 03. 2012, 16:28 Uhr

Berlin – Endometriose ist weiter verbreitete als bislang angenommen. Etwa jede zweite unfruchtbare Frau leidet darunter – und dies oft, ohne davon zu wissen. Mindestens zwei Millionen Frauen in Deutschland sind von dem chronischen Leiden betroffen.

Mehr als die Hälfte aller unfruchtbaren Frauen hat Endometriose – oft, ohne davon zu wissen. Viele leiden lange vor sich hin, bis die Bauchschmerzen zu heftig oder der unerfüllte Kinderwunsch zu stark wird: Sechs bis acht Jahre dauert es meist immer noch, bis das chronische Leiden, bei dem Gebärmutterzellen außerhalb der Gebärmutter wuchern, von einem Spezialisten behandelt wird, sagt Prof. Andreas Ebert vom Endometriosezentrum am Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum. Mindestens zwei Millionen Frauen in Deutschland sind betroffen.«Auch viele Ärzte wissen noch zu wenig darüber und behandeln dann nur die Symptome», sagt Ebert im Interview zur internationalen Endometriose-Woche (5. bis 11. März).

Wie kann den betroffenen Frauen heute geholfen werden?

Ebert: «Die Therapie hängt davon ab, ob es um Schmerzbehandlung oder Kinderwunsch geht. In beiden Fällen wird zunächst eine Bauchspiegelung gemacht, um eine genaue Diagnose zu ermöglichen und bei dem Eingriff die vorhandenen Wucherungen zu beseitigen. Wenn es nur um den Schmerz geht, gibt es danach verschiedene Möglichkeiten hormoneller Behandlung, die die Bildung von Östrogen auf Dauer unterdrücken: Etwa die durchgehende Einnahme bestimmter Antibaby-Pillen. Oder die “Wechseljahresspritze”, die den Östrogenhaushalt der Frau herunterregelt. Ohne Östrogen haben die Endometriosezellen praktisch kein Benzin mehr. Geht es um Kinderwunsch, muss nach der Downregulation wieder eine hormonelle Stimulation erfolgen. Je nach Stadium der Erkrankung sind die Erfolgsaussichten für eine Schwangerschaft unterschiedlich. Wird die Endometriose früh erkannt, sind die Chancen sehr gut. Aber im fortgeschrittenen Stadium 3 oder 4 liegt auch nach künstlicher Befruchtung die Schwangerschaftsrate bei höchstens 30 bis 40 Prozent. Und dann gibt es auch noch häufig Fehlgeburten.

Wann soll eine Behandlung denn beginnen?

Ebert: «So früh wie möglich. Unsere jüngste Patientin war tatsächlich erst acht Jahre alt. Wenn es schon früh zu schmerzhaften Regelblutungen kommt, vielleicht sogar mit Ohnmachtsanfällen, sollte man das abklären. Viele beißen hier ewig auf die Zähne, auch weil ihnen stets gesagt wird: ‘Nun hab dich nicht so.’ Je länger die Krankheit aber fortschreitet, umso wahrscheinlicher wird es, dass auch andere Organe von den Wucherungen befallen werden. Das können neben dem Bauchfell auch die Gebärmutter, Eierstöcke, der Darm oder die Blase sein. Aber in seltenen Fällen wandern die Zellen sogar in die Knochen oder die Lunge. Nach heutigem Kenntnisstand bleiben die Wucherungen aber gutartig, bösartige Entwicklungen sind extrem selten.»

Welche neuen Ansätze der Therapie gibt es?

Ebert: «Man kann Endometriose auch kausal bekämpfen, durch sogenannte Aromatasehemmer etwa, die die Bildung von Östrogenen schon in der Zelle blockieren. Sie werden heute schon gegen Brustkrebs eingesetzt, sind aber sehr teuer. Auch COX2-Hemmer, bestimmte Entzündungshemmer, werden erforscht. Für Endometriose sind die Substanzen jedoch noch nicht zugelassen. Aber perspektivisch dürften sie sich durchsetzen.»

Quelle: n-tv.de /

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Gesundheit: Krankenkassen werben künftig um Organspender

Hintergrund ist der große Mangel an Spenderorganen in Deutschland. Etwa 12 000 Menschen stehen auf den Wartelisten und sterben vielfach, während sie auf ein Organ hoffen.

Die geplante Neuregelung des Transplantationsgesetzes sieht vor, dass noch in diesem Jahr alle Bürger ein erstes Schreiben bekommen, mit dem sie über die Or…

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Gesundheit: Bund will Bereitschaft zu Organ-Spenden abfragen

“Ja”, “Nein”, oder auch egal – die Frage nach der Spendenbereitschaft erhält jeder Bürger bald regelmäßig per Post ins Haus. Die Parteien sind sich diesmal einig.

Im Wesentlichen war die Neuregelung der Organspende schon seit Monaten klar, nun einigten sich die Parlamentarier im Bundestag auf letzte Details: Jeder Erwachsene in Deutschland wird künftig regelmäßig per Brief aufgefordert, sich für oder gegen eine Organspende nach dem Tod zu entscheiden.

Angesichts des drastischen Organmangels soll diese grundlegende Reform die geringe Zahl der Spender spürbar und schnell erhöhen. Einen Zwang zur Entscheidung soll es nicht geben.

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Nach mehr als 15 Jahren Debatte mit vielen Rückschlägen erzielten Spitzenvertreter und Fachpolitiker aller im Bundestag vertretenen Fraktionen sowie die Bundesregierung jetzt den Durchbruch. Sobald der geplante Gruppenantrag im Sommer Gesetz geworden ist, sollen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Menschen schriftlich nach ihrer Spendenbereitschaft fragen.

Ablauf einer Organspende

Ehe jemand als Spender infrage kommt, müssen zwei erfahrene Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod feststellen. Dieser tritt ein, sobald im Großhirn, im Kleinhirn und im Hirnstamm keinerlei Aktivität mehr gemessen werden kann. Damit die Organe nicht geschädigt werden, muss der Spender künstlich beatmet werden.

Wenn geklärt ist, dass Organe entnommen werden dürfen, wird der hirntote Spender auf Tumorerkrankungen und Infektionen untersucht. Das soll sicherstellen, dass der Empfänger eines Organs nicht gefährdet wird.

Die Daten des Spenders werden an die europäische Vermittlungsstelle “Eurotransplant” geschickt. Hier wird auf den Wartelisten nach passenden Empfängern gesucht.

Anschließend werden dem Verstorbenen die Organe entnommen, die er bereit war zu spenden. Der Leichnam wird dann für eine Aufbahrung vorbereitet und kann bestattet werden.

Die Organe werden gekühlt und verpackt und an ihren Bestimmungsort gebracht. Sie werden mit dem Krankenwagen transportiert oder in dringenden Fällen auch per Flugzeug ausgeflogen.

Zustimmung

Wer in Deutschland nach dem Hirntod seine Organe spenden möchte, muss einer Entnahme ausdrücklich zustimmen. Das ist am einfachsten mit einem Organspendeausweis möglich. Darin kann jeder festlegen, ob er generell mit einer Organ- und Gewebespende einverstanden ist oder auch nicht. Die Bereitschaft lässt sich aber auch einschränken: Wer etwa nicht möchte, dass sein Herz entnommen wird, kann dies auf dem Ausweis vermerken.

Wenn ein möglicher Spender zu Lebzeiten nichts verfügt hat, wird nach seinem Tod mit den Angehörigen gesprochen und gefragt, ob sie einer Spende zustimmen.

In Österreich und Belgien gilt eine Widerspruchslösung: Hier zählt jeder von Geburt an als Organspender. Wer gegen eine Entnahme von Gewebe und Organen ist, muss dies ausdrücklich erklären. Allerdings wird auch in diesen Ländern immer auch mit den Angehörigen gesprochen und geklärt, ob Einwände gegen die Spende bestehen.

Gesetzeslage

In Deutschland regelt seit 1997 das Transplantationsgesetz die Organspende sowohl für Spenden während des Lebens als auch nach dem Tod. Wer zeitlebens etwa eine Niere spenden will, muss volljährig sein und über alle Risiken aufgeklärt werden. Ein Organ kann allerdings nur Verwandten, Ehegatten, Lebenspartnern oder engen Freunden gespendet werden.

Organe dürfen nur in den deutschlandweit gut 40 Transplantationszentren übertragen werden. Wer als Empfänger infrage kommt, ist auf einer Warteliste vermerkt. Bei jedem Organ wird geprüft, wer es am dringendsten benötigt und bei wem die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung am größten erscheinen. Dabei ist es unabhängig, ob eine Person arm oder reich, berühmt oder der Öffentlichkeit unbekannt ist.

Das Gewebegesetz ergänzt das Transplantationsgesetz und regelt unter anderem die Entnahme von Knochen, Knorpeln, Augenhornhäuten und Herzklappen.

Der Handel mit Organen ist nach dem Gesetz verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Abgeschwächte Strafen gelten für den Verkauf und Erwerb von Produkten, die aus Gewebe und Organen hergestellt worden sind.

Man kann dann die Bereitschaft erklären (Ja), sie verneinen (Nein) oder das Anschreiben einfach wegwerfen. Auch die Bereitschaft, nur bestimmte Organe zu spenden, soll man erklären können, zudem soll man bestimmte Organe ausdrücklich ausschließen können. Die Erklärung soll wie bisher auf einem Organspendeausweis aus Papier dokumentiert werden.

Erste Post bis Mitte 2013

Wenn dies technisch möglich ist, soll die Entscheidung auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden können. Diesen Eintrag sollen die Versicherten selbst an Terminals etwa beim Arzt vornehmen. Sie sollen das aber auch ihren Ärzte oder ihrer Krankenkasse überlassen können.

Der erste Schwung an Aufforderungen soll binnen eines Jahres bis Mitte 2013 verschickt sein. Dann sollen die Bürger den jetzigen Planungen zufolge ab Mitte 2015 und dann im Weiteren alle zwei Jahre auf dieselbe Weise nach ihrer Spendebereitschaft gefragt werden.

“Jeder Organspender ist ein Lebensretter”, warb Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) für das neue Verfahren. Wichtig sei aber: “Kein Zwang”. Die Zahl der Organspender solle steigen. Dazu sei die Politik gegenüber den rund 12.000 Patienten auf den Wartelisten verpflichtet. “Uns ist wichtig, dass mit der Post die Diskussion auch in die Familien getragen wird”, sagte die Grünen-Fachpolitikerin Elisabeth Scharfenberg.

“Wir wollen die Menschen deutlich öfter mit dem Thema Organspende konfrontieren”, sagte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn. Sie hoffe, dass damit die Bereitschaft deutlich steigt, sagte die SPD-Expertin Carola Reimann.

Bisher nur durch eigene Initiative

Parallel soll das bereits auf den Weg gebrachte Transplantationsgesetz den Bundestag passieren. Damit soll in den Kliniken die Organentnahme vorangetrieben werden. Kritiker der Zustände in deutschen Krankenhäusern halten dies für eine Zunahme an Spenderorganen für noch wichtiger als die Reform zur Entscheidung.

Heute müssen die Menschen ihre Bereitschaft zur Spende aus eigener Initiative erklären – per Organspendeausweis oder gegenüber den Angehörigen. Fast 70 Prozent der Menschen sind laut Umfragen bereit, nach ihrem Tod Organe oder Gewebe zu spenden. Aber nur weniger als 20 Prozent haben ihre Entscheidung in einem Spendeausweis dokumentiert.

Laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation hatte die Zahl der Organspenden 2010 einen Rekordwert erreicht, ist aber im vergangenen Jahr wieder deutlich zurückgegangen. 2011 spendeten etwa 1.200 Menschen nach ihrem Tod Organe – 7,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.


  • Künftig soll jeder Bundesbürger bewusst entscheiden, ob er nach dem Tod Organe spenden will. Dieser Schritt ist eine Chance zum Umdenken, kommentiert Dagny Lüdemann. [weiter…]

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  1. …solange ich nicht bestimmen kann wohin meine Spende geht.

    Und vor allem nicht, solange dieses System asozial ist. Es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis eine Organhadel AG (plus Staatlicher Förderung) die dicken Geschäfte macht.

    Sofort der erste Kritiker da mit irrationalen Argumenten. Worauf basieren Sie bitte die Behauptung, dass Organhandel in naher Zukunft legalisiert werden sollte? Das Ziel dieser Gesetzesänderung ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, ihren Willen zur Organspende (70% würden da zustimmen laut Statistiken, einen Ausweis haben bisher nur 20%) in eine gesetzlich verwertbare Form zu bringen. Dadurch sollen mehr Organe verfügbar sein. Würde nicht ein (in Deutschland zu Recht verbotener) Handel mit Organen unter dieser “Angebotsschwemme” leiden, um mal wirtschaftlich zu bleiben in einem Bereich, wo Wirtschaftlichkeit nicht das oberste Ziel sein sollte.

    Und was Ihren ersten Punkt angeht: Es ist gut, dass die Spenden anonym sind. Die nach verschiedenen Scores aufgelisteten Patienten auf den Wartelisten sollen Organe nach Dringlichkeit und bestmöglichem Nutzen bekommen, und nicht nach persönlichen Sym- und Antipathien der Spender. Sonst könnte ja auch jemand daher kommen und sagen, meine Organe kriegt kein Schwarzer, oder kein Moslem, oder kein Schwuler, oder keine Frau… Für derartige Kleingeister in in diesem sensiblen Thema kein platz.

    Und warum genau ist das System (welches genau?) doch gleich “asozial”?

    Sofort der erste Kritiker da mit irrationalen Argumenten. Worauf basieren Sie bitte die Behauptung, dass Organhandel in naher Zukunft legalisiert werden sollte? Das Ziel dieser Gesetzesänderung ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, ihren Willen zur Organspende (70% würden da zustimmen laut Statistiken, einen Ausweis haben bisher nur 20%) in eine gesetzlich verwertbare Form zu bringen. Dadurch sollen mehr Organe verfügbar sein. Würde nicht ein (in Deutschland zu Recht verbotener) Handel mit Organen unter dieser “Angebotsschwemme” leiden, um mal wirtschaftlich zu bleiben in einem Bereich, wo Wirtschaftlichkeit nicht das oberste Ziel sein sollte.

    Und was Ihren ersten Punkt angeht: Es ist gut, dass die Spenden anonym sind. Die nach verschiedenen Scores aufgelisteten Patienten auf den Wartelisten sollen Organe nach Dringlichkeit und bestmöglichem Nutzen bekommen, und nicht nach persönlichen Sym- und Antipathien der Spender. Sonst könnte ja auch jemand daher kommen und sagen, meine Organe kriegt kein Schwarzer, oder kein Moslem, oder kein Schwuler, oder keine Frau… Für derartige Kleingeister in in diesem sensiblen Thema kein platz.

    Und warum genau ist das System (welches genau?) doch gleich “asozial”?

  2. Sofort der erste Kritiker da mit irrationalen Argumenten. Worauf basieren Sie bitte die Behauptung, dass Organhandel in naher Zukunft legalisiert werden sollte? Das Ziel dieser Gesetzesänderung ist es, mehr Menschen dazu zu bringen, ihren Willen zur Organspende (70% würden da zustimmen laut Statistiken, einen Ausweis haben bisher nur 20%) in eine gesetzlich verwertbare Form zu bringen. Dadurch sollen mehr Organe verfügbar sein. Würde nicht ein (in Deutschland zu Recht verbotener) Handel mit Organen unter dieser “Angebotsschwemme” leiden, um mal wirtschaftlich zu bleiben in einem Bereich, wo Wirtschaftlichkeit nicht das oberste Ziel sein sollte.

    Und was Ihren ersten Punkt angeht: Es ist gut, dass die Spenden anonym sind. Die nach verschiedenen Scores aufgelisteten Patienten auf den Wartelisten sollen Organe nach Dringlichkeit und bestmöglichem Nutzen bekommen, und nicht nach persönlichen Sym- und Antipathien der Spender. Sonst könnte ja auch jemand daher kommen und sagen, meine Organe kriegt kein Schwarzer, oder kein Moslem, oder kein Schwuler, oder keine Frau… Für derartige Kleingeister in in diesem sensiblen Thema kein platz.

    Und warum genau ist das System (welches genau?) doch gleich “asozial”?

    • FranL.
    • 01.03.2012 um
      20:25 Uhr

    Ich trage schon seit über einem Jahr einen “Nichtorganspenderausweis” mit mir herum, das ist Bekenntnis genug. Wer tatsächlich spenden will hat die Möglichkeit dies zu dokumentieren, liegt keine schriftliche Zustimmung vor bleiben die Organe im Körper, wo ist das Problem? Wie lange will man die Befragungen überhaupt durchführen? Wer mit “nein” oder “weiß nicht” antwortet wird regelmäßig mit Anfragen bombardiert, wer, wie offenbar gewünscht, mit “ja” antwortet bekommt nie wieder die Frage gestellt, denn er könnte sich ja wieder anders entscheiden?

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