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Die mutige Frau, die in BILD am SONNTAG vor der Magersucht warnte, starb mit …

Das Gefühl überkam sie plötzlich, nur bedrohlicher als sonst. Sigrid Dominicki kannte dieses dunkle Gefühl gut, sie lebte schließlich schon 15 Jahre mit der Angst um ihre Tochter Gesa.

Es ist ein Dienstag im vergangenen Juni, ein schöner Tag, 20 Grad. Die 57-Jährige sitzt mit Freundinnen in einem Café in Rendsburg (Schleswig-Holstein). Sigrid Dominicki ist unruhig: „Ich muss zu Gesa, es ist etwas nicht in Ordnung.“

Die Freundinnen kommen mit, Gesas Wohnung ist um die Ecke. Vor der Wohnungstür steht ein Putzeimer, darin ein Lappen – Gesa wollte wohl gerade das Treppenhaus wischen, alles musste immer ordentlich und sauber sein, einer der vielen Zwänge, unter denen die 30-Jährige litt.

Die Mutter schließt die Tür auf, eine Freundin geht hinein, kehrt sofort zurück und schiebt Sigrid Dominicki in den Flur. Gesa liegt in der Küche. Sie ist seit zwei Tagen tot. Sie wog nur noch 35 Kilo bei 1,67 Meter.

Vor anderthalb Jahren hatte Gesa BILD am SONNTAG ein Interview gegeben für eine Geschichte im Medizinteil. In dem Report „Süchtig nach Hunger“ berichteten sie und vier andere Betroffene von ihrem Leben mit der Magersucht und was die Sucht ausgelöst hatte.

Gesa hatte es so erklärt: „Als ich 13 war, geriet mit der Scheidung meiner Eltern mein bisher harmonisches Leben aus den Fugen. Um die seelischen Schmerzen zu bekämpfen, wollte ich nichts mehr spüren, auch meinen Körper nicht.“

Zum Zeitpunkt des Interviews hatte sie gerade etwas zugenommen, wog 40 Kilo, schien zuversichtlich, wusste aber auch, dass der Kampf noch lange nicht gewonnen war.

„Ich muss wieder in eine Klinik“, erzählte sie, „ich esse zwar, treibe jedoch extrem viel Sport.“ Neun Monate hatte sie da noch zu leben.

Ein Haus am Rand von Rendsburg, großer Garten, hier ist Gesa aufgewachsen. Sigrid Dominicki, selbst von zierlicher und schmaler Statur, hat Kaffee und Kekse für die BILD-am-SONNTAG-Reporter auf den Wohnzimmertisch gestellt.

„Es ist schwer, über ihren Tod zu sprechen“, sagt sie, „aber Gesa wollte, dass die Menschen von ihrer Krankheit erfahren. Um anderen Mädchen zu zeigen, wie gefährlich sie ist. Und dass sie nicht aufhören sollen zu kämpfen.“

Nach Gesas Tod fand die Mutter beim Ausräumen der Wohnung die Tagebücher der Tochter. Da erst erfuhr sie, dass Gesa mit 12 Jahren ihre erste Diät beschlossen hatte. „Ich habe dann aufgehört zu lesen“, sagt Sigrid Dominicki, „es tat mir zu weh. Die Tagebücher habe ich weggeworfen.“

Sie hat oft gegrübelt, was schiefgelaufen ist, ob sie als Mutter versagt hat. „Natürlich hat man Schuldgefühle. Jeden Tag. Was hätten wir anders machen können, anders machen müssen?“

Schon der Start ins Leben war für die Tochter schwer. Eine komplizierte Geburt, das Baby liegt monatelang im Brutkasten, die Mutter darf es kaum berühren.

Ein Fuß hat eine angeborene Fehlstellung und wird eingegipst und in eine harte Einpass-Schale gepresst, das Kind muss stillliegen. „Vielleicht hat ihr schon diese Zeit viel Lebensmut genommen“, sagt Sigrid Dominicki.

Hier geht´s zum 2. Teil der Geschichte

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Gesundheit: Brustimplantate-Skandal: Viele Frauen haben Angst

Seit dem offiziellen Rat an Frauen, sich Silikonkissen der Firmen PIP und Rofil lieber entfernen zu lassen, stehen die Telefone bei den Fachgesellschaften nicht still. „Wir haben nun zahlreiche Anrufe von Frauen, teilweise in Panik, die Implantate anderer Hersteller tragen und sehr besorgt sind“, sagt Prof. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie () mit Sitz in Berlin.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte () hatte kürzlich empfohlen, die PIP-Silikonkissen herausoperieren zu lassen. Auch ohne Risse könne gesundheitsgefährdendes Silikon austreten. Die Experten sprechen dabei von „Ausschwitzen“. Ein Zusammenhang zwischen den Implantaten und Krebs wird befürchtet, bewiesen ist er aber nicht. Fachgesellschaften raten zu einer „Entfernung ohne Eile“.

In den PIP-Implantaten war teilweise minderwertiges Industriesilikon anstelle von medizinischem Silikon verwendet worden. Ihr Einsatz war bereits im April 2010 europaweit untersagt worden. Die niederländische Firma Rofil hat dem Bundesinstitut zufolge solche Implantate bei PIP eingekauft und unter eigenem Namen vertrieben.

Silikon-Brustimplantate werden zur Vergrößerung von Brüsten aus ästhetischen Gründen verwendet – aber nicht nur. Wallwiener mahnt zur Besonnenheit. „Per se sind Brustimplantate ja kein Teufelsding. Frauen nach einer Brustkrebserkrankung oder mit gutartigen Fehlbildungen der Brust können dadurch ein ganzes Stück Lebensqualität wiedererlangen“, sagt der Ärztliche Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Tübingen.

„Dazu muss man wissen, dass früher alle Brustimplantate aus Silikon unter Umständen nach 10 bis 15 Jahren gewechselt werden mussten. Darüber werden die Frauen vor der Operation aufgeklärt.“ Inzwischen habe sich die Qualität des Materials jedoch verbessert. „In vereinzelten Fällen kann es sein, dass nachoperiert werden muss, weil sich die Brust verformt, entzündet oder schmerzhaft ist oder sich eine Bindegewebskapsel um das Implantat bildet.“

Solch eine Kapselfibrose könne sich über viele Jahre entwickeln, Symptome seien Verformungen und Schmerzen. „Die Ursache ist, dass der Körper der Frau die Prothese als Fremdkörper ablehnt und darauf reagiert.“ Risse in den Silikonkissen kämen bei den nun gängigen Produkten nur zu wenigen Prozenten vor. Zu den weiteren Herstellern von Brustprothesen gehören unter anderem die Firmen Allergan und Mentor aus den USA, sowie das deutsche Unternehmen Polytech Health Aesthetics GmbH aus dem hessischen Dieburg.

Die Implantate sind demnach entweder rund oder tropfenförmig („anatomisch geformt“), das Silikongel wird von einer festen Silikonhülle umgeben. Diese sei bei tropfenförmigen Implantaten angeraut, um eine bessere Haftfähigkeit zu gewährleisten.

Der Ratschlag der Fachgesellschaften lautet, von einem Arzt untersuchen zu lassen, ob Implantate möglicherweise gerissen sind und sich Silikon in der Brust verteilt hat. „Hinweise beim Abtasten sind Knoten, Verformungen, Rötungen oder Schwellungen. Mit Ultraschall oder der teureren Kernspintomographie kann man untersuchen, ob Flüssigkeit aus den Implantaten ausgetreten ist“, sagt Prof. Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (). Doch könnten die Ärzte nicht 100-prozentig feststellen, ob dies der Fall sei.

Auch die Fachgesellschaften lassen sich nun von Werkstoffexperten beraten, was die Eigenschaften des Industriesilikons angeht, das unerlaubterweise verwendet wurde. Unklar sei, ob und wie toxisch es für den Körper ist. Vogt ruft dazu auf, bei Implantatswechseln das umliegende Brustgewebe der Frauen im Labor untersuchen zu lassen, um Erkenntnisse über mögliche Schäden zu gewinnen.

Welche Möglichkeiten aber haben Frauen, die nun ganz auf Silikon in ihren Brüsten verzichten wollen? „Es gibt Implantate mit Kochsalzlösung, die haben aber auch eine Silikonhülle und wirken nicht so natürlich. Viele Frauen wollen diese nicht“, sagt Vogt von der Medizinischen Hochschule Hannover. Bei Sojaöl-Prothesen war bereits vor Jahren die Entfernung empfohlen worden, weil eine Gesundheitsgefährdung nicht ausgeschlossen werden konnte. Weitere Verfahren wie eine Brustvergrößerung durch Unterdruck, Fettinjektionen oder das Spritzen von Füllmaterialien wie Hyaluronsäure würden derzeit noch nicht von der DGPRÄC empfohlen, weil keine Langzeitergebnisse vorlägen.

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Die wichtigsten Fakten zu umstrittenen PIP-Billig-Implantaten

Die gefährlichen Brustimplantate der französischen Firma PIP sind in Nordrhein-Westfalen an 25 medizinischen Einrichtungen eingesetzt worden. Schwerpunkt ist dabei der Regierungsbezirk Düsseldorf mit neun Kliniken und sechs Arztpraxen. Am Freitag kam die Empfehlung an die betroffenen Frauen, diese Billig-Implantate und die der niederländischen Firma Rofil als Vorsichtsmaßnahme entfernen zu lassen. Um mögliche zukünftige Gesundheitsschäden zu vermeiden, hieß es vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Bei den Implantaten, die mit minderwertigem Industrie-Silikon gefüllt sein können, könne durch „Ausschwitzen“ auch Silikon austreten, wenn die Gel-Kissen keine Risse aufwiesen. Die Verunsicherung unter betroffenen Frauen ist groß. Auch an der Essener Uniklinik wurden Patientinnen mit Rofil- und PIP-Implantaten versorgt. An unserem Gesundheitstelefon haben Ärzte der Klinik Fragen von Leserinnen beantwortet.

Ich habe 2003 ein Rofil-Implantat bekommen. Muss ich mir Sorgen machen?

Das Problem ist, dass Rofil nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte PIP-Implantate unter dem Namen Rofil verkauft hat. Lassen Sie sich über unsere Hotline  0201/723 2346 einen Untersuchungstermin geben. Sie benötigen dazu eine Überweisung Ihres Haus- oder Frauenarztes. Dann können wir das weitere Vorgehen besprechen.


Ich habe gehört, dass ältere Brustimplantate nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden müssen.

Generell ist zu sagen, dass Implantat-Hersteller raten, ihre Produkte nach zehn bis fünfzehn Jahren auszutauschen. Mit einer engmaschigen Kontrolle mit Ultraschall – oder gegebenenfalls per MRT – kann ein Implantat auch etwas länger in der Brust bleiben. Wir haben Patientinnen, die ihre zwanzig Jahre haben. Das ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.

Ich habe ein PIP-Brustimplantat, das keine Risse hat. Wie schnell muss es raus?

Das muss nicht sofort geschehen. Sie haben schon ein paar Wochen Zeit, um sorgfältig abzuwägen, welche Entscheidung Sie treffen wollen. Denn es gibt auch Frauen, bei denen aus gesundheitlichen Gründen das Risiko einer Operation höher ist, als wenn sie ihre Implantate behalten.

Ich habe mir 2009 Brustimplantate aus kosmetischen Gründen einsetzen lassen. Es sind PIP-Implantate. Ich bin gesetzlich krankenversichert. Wer zahlt das?

Wenn Sie die Implantate aus kosmetischen Gründen haben, werden Sie sich an den Kosten der Entnahme beteiligen müssen. Das regelt das Sozialgesetzbuch. Neue Implantate werden die gesetzlichen Krankenkassen, nach Angaben ihres Spitzenverbandes GKV, nicht bezahlen. Gab es Implantate aus medizinischen Gründen, etwa nach einer Krebs-OP, werden die Herausnahme und auch die neuen Implantate bezahlt. Ein Implantat-Wechsel dauert übrigens etwas über eine Stunde.

Wenn man seine Implantate herausnehmen lässt und keine neuen will, was macht man dann?

Man kann die Implantate herausnehmen. Dann kann der Chirurg das überschüssige Gewebe straffen und damit eine gute Brustform wiederherstellen.

In Frankreich gibt es Frauen, die PIP-Implantate hatten und Krebs bekamen. Gibt es da einen Zusammenhang?

In einer Untersuchung der französischen Gesundheitsbehörden konnte bislang kein Zusammenhang zwischen PIP-Brustimplantaten und Krebserkrankungen nachgewiesen werden.

Ich habe gehört, dass Brustimplantate, nicht nur die von PIP, immer Risiken bergen.

Ja. Ein Implantat ist immer ein Fremdkörper. Implantate sollten jährlich von einem erfahrenen Frauenarzt oder der Klinik, die eine Frau operiert hat, per Ultraschall untersucht werden. Bei Implantaten kann es immer Entzündungen geben. Das Implantat kann sich abkapseln. Ein weiterer Punkt ist, dass eine Mammografie nicht mehr die Bilder liefert, die man ohne Implantate hat. Denn Brustimplantate sind nicht strahlendurchlässig!

2007 war bei mir ein Rofil-Implantat gerissen. Ich bekam ein neues der US-Firma Mentor. Was ist damit?

Mentor-Implantate sind nicht betroffen, ebenso wenig wie die häufig eingesetzten Implantate der amerikanischen Firma Allergan oder der deutschen Firma Polytech. Das sind seit Jahrzehnten bewährte Implantate.

Hotline der Uniklinik Essen

Die Essener Unifrauenklinik hat für Fragen zu Brustimplantaten und für Anmeldungen zu einer Untersuchung Hotlines geschaltet: Tel.: 0201/7232346 ist von montags bis einschließlich freitags von 8-14 Uhr zu erreichen. Die Nummer Tel.: 0201/72385297 ist von montags bis freitags von 8-14 Uhr zu erreichen. Aktuelle Infos über die Brustimplantate findet man auch auf der Webseite der Klinik. Empfehlungen gibt auch der BfArM auf seiner Homepage.

Jutta Bublies

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Gesundheit: Regierung will Antibiotika bei Tieren einschränken


Berlin (dpa) – Der Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung in Deutschland soll angesichts drohender Gesundheitsrisiken für den Menschen deutlich eingedämmt werden.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) will dazu einen Gesetzentwurf vorlegen, der die umstrittene Anwendung in Mastbetrieben auf ein Minimum beschränken und Kontrollen verbessern soll. Über den Verzehr von Lebensmitteln können auch Menschen zu viele Antibiotika einnehmen. Das kann dazu führen, dass die Arznei bei Krankheiten nicht mehr wirkt. Hähnchenfleisch aus dem Supermarkt ist laut einer Stichprobe des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) vielfach mit solchen Antibiotika-resistenten Keimen belastet.

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Der Antibiotika-Einsatz in Ställen solle «auf das zur Behandlung von Tierkrankheiten absolut notwendige Mindestmaß» beschränkt werden, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin. Zudem sollten die Befugnisse der zuständigen Überwachungsbehörden der Länder deutlich ausgeweitet werden. Dies berichtete auch das «Hamburger Abendblatt» (Montag). Aigner will in dieser Woche einen Entwurf zur Änderung des Arzneimittelgesetzes vorlegen. Eckpunkte sehen unter anderem vor, dass Tierärzte nicht mehr von Vorgaben der Packungsbeilage bei der Anwendung abweichen dürfen. Der Antibiotika-Einsätze soll in einer längeren Zeitspanne vor der Schlachtung dokumentiert werden müssen.

Erlaubt sind Antibiotika schon bisher nur zur Behandlung kranker Tiere. Die Länderbehörden sollten Kontrollmöglichkeiten aber auch ausnutzen, sagte ein Ministeriumssprecher. «Wenn Antibiotika zum Beispiel illegal zur Wachstumsförderung eingesetzt werden, ist das kein Kavaliersdelikt und muss geahndet werden.» Eine Studie des Verbraucherministeriums in Nordrhein-Westfalen hatte aber ergeben, dass 96 Prozent der Hähnchenmastbestände damit behandelt werden.

In deutschen Supermärkten wurden nun in einer Stichprobe bei 11 von 20 untersuchten Hähnchenprodukten Antibiotika-resistente Erreger entdeckt, wie der BUND mitteilte. Analysiert wurde für die nicht- repräsentative Untersuchung Frischfleisch aus Geschäften in Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und der Region Stuttgart. In zehn Proben wurde ein Enzym gefunden, das Antibiotika wie Penizillin unwirksam machen kann. Zweimal wurden Bakterien entdeckt, die gegen wichtige Antibiotika unempfindlich sind. Ein Produkt enthielt beide Stoffe.

«Die Hähnchenmast produziert Risiken, die bei den Verbrauchern landen», kritisierte BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning. Die Organisation forderte eine Halbierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung bis 2015. Der Handel solle belastete Produkte aus den Sortimenten nehmen und auch seine Lieferanten darauf hinweisen. Insgesamt sei eine Abkehr von der industriellen Tierhaltung notwendig, forderte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Die Grünen im Bundestag schlugen vor, Antibiotika sollten teurer gemacht werden. Für die Abnahme großer Mengen dürfe es keine Rabatte mehr geben. Behandelt werden sollten damit auch nur einzelne Tiere, nicht aber komplette Bestände, sagte die Fraktionsvize Bärbel Höhn. Die FDP-Agrarpolitikerin Christel Happach-Kasan sagte, Antibiotika- Einsatz dürfe schlechtes Management bei der Tierhaltung nicht überdecken. Die SPD nannte Aigners Ankündigungen überfällig.

Pressemitteilung BUND

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Gesundheit: Brustimplantate: Deutsche sollen Silikon entfernen

Wie viele Frauen in Deutschland betroffen sind, ist unklar. Länder wie Frankreich und Tschechien hatten bereits geraten, die Implantate zu entfernen. Weltweit sollen zwischen 400 000 und 500 000 Frauen minderwertige Silikonkissen der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) erhalten haben.

Der Gründer der PIP, Jean-Cla…

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Gesundheit: Ärzte entfernen 90-Kilogramm-Tumor

Die Geschwulst war nach mehr als zehnstündiger Operation erst zu dreiviertel entfernt, sagte der Bruder des Patienten, Nguyen Duy Sang, Reportern am Donnerstagabend (Ortszeit).

Der Tumor hatte sich vor etwa 30 Jahren am rechten Bein gebildet. Trotz einer Amputation wuchs er unaufhörlich weiter. Nguyen Duy Hai habe eine Überlebenschance von 50 Prozent, sagte der medizinische Direktor des FV-Krankenhauses in Ho Chi Minh-Stadt, Gerard Desvignes.

Der Patient ist 32 Jahre alt. Sein Tumor ist mehr als einen Meter lang. Durch die Geschwulst sind Wirbelsäule und Hüfte verformt. Sie behindert die Blutzirkulation. Nguyen hatte sein Schicksal im vergangenen Jahr öffentlich gemacht, weil er bis dahin in Vietnam keine Ärzte gefunden hatte, die den Eingriff wagen wollten.

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Gesundheit: Verbraucher: Zu viele Krankenhauseinweisungen

Das sagte der Gesundheitsexperte der Hamburger Verbraucherzentrale, Christoph Kranich, der Nachrichtenagentur dpa. Es seien Fälle bekannt, in denen Krankenhäuser niedergelassenen Ärzten Prämien für Einweisungen zahlten.

Damit reagierte Kranich auf die Forderung des Chefs der Barmer GEK, Christoph Straub, Kliniken zu schließen und Krankenhausbetten abzubauen. Bei Krankenhausvertretern war Straub mit seinem Appell auf Ablehnung gestoßen.

Kranich erinnerte an die Risiken einer Krankenhauseinweisung. „Das Krankenhaus macht ja auch krank“, sagte er mit Blick etwa auf Krankenhauskeime, an denen bis zu 15 000 Menschen jährlich sterben. Allerdings dürfe die Alternative zu weniger Einweisungen nicht sein, dass Kranke ohne Behandlung zu Hause lägen.

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Gesundheit: «Spiegel»: Zu viel Bürokratie im Gesundheitswesen


Hamburg (dpa) – Im deutschen Gesundheitssystem fallen nach einem «Spiegel»-Bericht deutlich mehr Verwaltungskosten an als bisher vermutet.

Einer Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney zufolge sind 23 Prozent der 176 Milliarden Euro Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung 2010 bürokratischen Abläufen geschuldet, schreibt das Magazin. In der Industrie liege dieser Anteil bei nur 6,1 Prozent. Durch schlankere Strukturen ließe sich der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung von derzeit 15,5 auf 14,2 Prozent senken, schlussfolgert die Studie.

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Die Krankenkassen verursachten nicht nur in ihren eigenen Unternehmen Bürokratie, sondern in der gesamten Branche, etwa bei Apotheken, Arztpraxen oder Krankenhäusern, heißt es in der Studie. Neben den offiziellen angegebenen Verwaltungskosten in Höhe von 9,5 Milliarden Euro kämen deshalb noch weitere 18 Milliarden Euro hinzu, die bisher nirgendwo veranschlagt seien. So müssten etwa Krankenhausärzte 37 Prozent ihrer Arbeitszeit mit Verwaltungsaufgaben zubringen. Auch die komplizierten Abrechnungsverfahren bei niedergelassenen Ärzten oder die Praxisgebühr seien Kostentreiber.

Nach der Berechnung könnten rund 13 Milliarden Euro eingespart werden. A. T. Kearney hat laut «Spiegel» für die Studie mehr als 6000 Ärzte, Apotheker und Sanitätshäuser befragt. Der GKV-Spitzenverband aller Krankenkassen wehrte sich am Wochenende in einer Mitteilung gegen den «Pauschalvorwurf von zu viel Bürokratie».

So sei zum Beispiel «die Dokumentation von Behandlungen und Arzneimittelverordnungen keine überflüssige Bürokratie, sondern für eine gute medizinische Behandlung notwendig», hieß es. «Wenn Apotheker ein günstiges Arzneimittel mit Rabattvertrag heraussuchen müssen, dann ist es aus ihrer Sicht vielleicht unnötige Bürokratie – aber viele Patienten sparen dadurch die Zuzahlung.» GKV-Sprecher Florian Lanz: «Wenn wir in Deutschland Menschen genauso am Fließband behandeln würden, wie die Industrie Autos baut, könnten wir die Kosten für bürokratische Abläufe im Gesundheitswesen sicherlich auch auf 6,1 Prozent drücken – aber wer möchte schon so automatisiert behandelt werden?»

Der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, sagte der dpa: «Von den Milliarden, die für den Kontroll- und Bürokratisierungsaufwand im Gesundheitswesen verschleudert werden, haben die Schwerkranken und Pflegebedürftigen nichts.» Zum Vergleich des GKV-Spitzenverbandes mit der Auto-Industrie sagte er, niemand kaufe ein Auto, weil die Bauanleitung und Montagedokumentation vollständig sei. «Qualität wird vielmehr in alltagspraktischen Tests gemessen und verglichen. So etwas gibt es jedoch im Gesundheitswesen nicht. Stattdessen werden 26 Milliarden Euro der gesetzlich Versicherten für ein Bürokratisierungsmonster verbrannt.»

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Gesundheit: Siemens ruft Schwangerschaftstests zurück – n

Freitag 30. 12. 2011, 11:26 Uhr

München/Paris – Die Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns hat weltweit 15 Chargen des Schwangerschaftstests Clinitest hCG zurückgerufen. Das Problem: häufig werden fälschlicherweise Schwangerschaften angezeigt.

Schwangerschaftstest von Siemens zurückgerufen: Es handle sich um eine freiwillige Aktion, sagt ein Sprecher von Siemens Healthcare in Erlangen. Er bestätigte Informationen auf der Internet-Seite der französischen Aufsichtsbehörde für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Afssaps). Demnach zeigten die von Siemens an medizinische Labors gelieferten Tests häufig fälschlicherweise Schwangerschaften an oder brachten unleserliche Ergebnisse.

Siemens Healthcare Diagnostics hat die Abnehmer aufgefordert, die entsprechenden Chargen nicht mehr zu verwenden und zu entsorgen, wie aus dem Schreiben auf der Afssaps-Website hervorgeht. Wie viele Schwangerschaftstests in welchen Ländern genau zurück gerufen wurden, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Nach dpa-Informationen gehörten auch Labors in Irland zu den Siemens-Kunden. Der Konzern hatte den Test, der zusammen mit dem Minilabor zur Harndiagnostik Clinitek Status verwendet werden sollte, als ein Produkt beworben, das in weniger als 5 Minuten ein absolut verlässliches Ergebnis liefern sollte.

Die Internetseite der Afssaps informiert außerdem über eine Empfehlung von Siemens Healthcare Diagnostics an die Abnehmer bestimmter Chargen des Reagenzmittels Dade Actin FSL. Es reagiere zu sensibel auf Heparin, ein Medikament zur Vorbeugung von Blutgerinseln. Dies könnte den Arzt dazu verleiten, Heparin zu reduzieren und damit das Risiko einer Thrombose oder Embolie erhöhen, warnt Siemens in dem Schreiben. Labors, die dies wünschten, biete Siemens einen kostenlosen Austausch an.

Quelle: n-tv.de /

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Gesundheit: PIP-Gründer verteidigt Billig-Brustimplantate

Über seinen Anwalt gab der Gründer des Unternehmens PIP zu, dass er für die Produktion von Prothesen nicht zugelassenes Silikon verwenden ließ. Von dem eingesetzten Kunststoff gehe allerdings keine besondere Gefahr für die Gesundheit aus, ließ Mas erklären. Alle Silikongele könnten im Körper zu Irritationen führen, sagte Verteidiger Yves Haddad der französischen Nachrichtenagentur AFP. Vorwürfe über eine hohe Reißanfälligkeit der Implantate seien nicht belegt.

Seit in Frankreich neun Krebsfälle nach Implantat-Defekten bekanntwurden, sorgen sich weltweit Zehntausende Frauen um ihre Gesundheit. In einer beispiellosen Aktion hatte das französische Gesundheitsministerium Ende vergangener Woche 30 000 Französinnen eine vorsorgliche Entfernung der minderwertigen Implantate empfohlen – auch wenn die Regierung bislang keine Gefahr eines erhöhten Tumorrisikos sieht.

In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren 19 Fälle von gerissenen PIP-Implantaten, aber keine Krebsfälle, bekannt. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät deutschen Frauen mit Silikonbusen, „zur individuellen Risikoabwägung“ mit ihrem Arzt zu sprechen.

Als Grund für die Verwendung von nicht zugelassenem Billig-Silikon nannte Mas-Anwalt Haddad das Gewinnstreben seines Mandanten. „Das ist vielleicht erbärmlich, aber so ist es nun einmal“, erklärte er in einem Gespräch mit der französischen Tageszeitung „Libération“ (Mittwoch). „Wir leben in einer kapitalistischen Welt.“ Mas werde sich vor der Justiz verantworten. Er sei Zuhause in Frankreich und erhole sich von einer Operation.

Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass Mas untergetaucht sein könnte. Wegen Trunkenheit am Steuer in Costa Rica steht der 72-Jährige seit Monaten auf der Fahndungsliste von Interpol. Der französischen Justiz liegen zudem mehr als 2000 Anzeigen von Frauen mit PIP-Implantaten vor. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln wegen schweren Betrugs und fahrlässiger Tötung. Das Unternehmen PIP wurde 2010 aufgelöst.

Wie bekanntwurde, hatte die US-Gesundheitsbehörde (FDA) PIP-Produkte schon vor fast zwölf Jahren aufgrund von Mängeln kritisiert. Anfang 2000 habe ein Inspektor eine französische PIP-Fabrik besichtigt und unbefriedigende Ergebnisse mitgebracht, bestätigte FDA-Sprecherin Erica Jefferson der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Danach habe man Firmengründer Mas in einem Schreiben auf mehrere Produktionsfehler und Mängel hingewiesen.

Allerdings habe es sich bei der damaligen Prüfung um mit Kochsalzlösung gefüllte Implantate gehandelt. Im Mittelpunkt des jetzigen Skandals stehen Gelkissen, bei denen statt Silikon für medizinische Zwecke Industrie-Silikon verwendet wurde. Dieses soll fünfmal günstiger gewesen sein.