H7N9: Zahl der Toten durch Vogelgrippe in China steigt

Die chinesischen Gesundheitsbehörden schlagen Alarm: Das bisher kaum bekannte Vogelgrippe-Virus H7N9 hat in dem Land zwei weitere Todesopfer gefordert. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infizierten von neun auf elf, fünf davon starben bisher an der Krankheit.

Noch ist unklar, wie sich die Patienten mit dem Erreger infizierten. Zwar arbeiteten mehrere der Erkrankten in der Tierzucht oder im Lebensmittelhandel, nach WHO-Angaben gibt es jedoch „keinen gemeinsamen Faktor zwischen allen Fällen“. In manchen stark besiedelten Gebieten Chinas leben allerdings Menschen, Hühner und Schweine auf engem Raum zusammen. Landwirtschaftsbehörden fanden das Virus außerdem in Proben von Tauben auf einem Marktplatz in Shanghai, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die Behörden kündigten an, bei der Aufklärung der Krankheitsfälle eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu kooperieren. „China wird einen offenen und transparenten Austausch mit der WHO aufrechterhalten“, versprachen sie laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua. Die Krankenhäuser in einigen großen Städten wurden bereits Anfang der Woche in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Erinnerungen an vergangene Virus-Epidemien

Das bisher kaum bekannte Virus war in der Vergangenheit nur bei Tieren aufgetreten. Jetzt arbeiten Experten mit Hochdruck daran, die Eigenschaften des Vogelgrippe-Typs zu entschlüsseln. Erste genetische Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Patienten sich mit einer Variante des Erregers angesteckt hatten, die sich durch Mutationen wahrscheinlich an Säugetiere angepasst hat. So könne das Virus an die Zellen von Säugetieren andocken, teilte die WHO mit. Außerdem vermehre es sich bei der normalen Körpertemperatur von Säugetieren, während Vögel zumindest tagsüber eine etwas höhere Temperatur haben.

Bei vielen Chinesen wecken die Nachrichten Erinnerungen an vergangene Virusepidemien, der Erreger wurde zum Hauptthema in sozialen Netzwerken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingegen dämpft die Furcht vor einer Vogelgrippe-Epidemie. Für eine akute Ansteckung von Mensch zu Mensch gab es bei den aktuellen Krankheitsfällen laut Behörden zunächst kaum Hinweise. Ohne diesen Infektionsweg sei das Risiko einer Epidemie ziemlich gering, schätzte die WHO die Lage ein.

Zwei Männer waren bereits Ende Februar und Anfang März in Shanghai an dem Virus gestorben. Sie zeigten nach Angaben des Gesundheitsministeriums schon im Februar erste grippeartige Symptome. Ein dritter Mann, ein 38-jährige Koch aus der ostchinesischen Provinz Zhejiang, starb Ende März nach der Infektion mit der Vogelgrippe-Variante. Alle Patienten litten zunächst unter Fieber und Husten, gefolgt von einer schweren Lungenentzündung mit Atemnot.

Vorsichtsmaßnahmen: Kontakt zu Vögeln minimieren