Ebola hat Nigeria erreicht

In Nigeria gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehrere Ebola-Fälle. Bei drei Patienten sei es „wahrscheinlich“, dass sie mit dem Virus infiziert seien, dazu komme ein Verdachtsfall. Der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu bestätigte einen neuen Fall: Ein Arzt sei mit dem Virus infiziert. Der Mediziner habe sich bei einem Ebola-Patienten angesteckt, der mit dem Flugzeug aus Liberia nach Lagos eingereist und Ende Juli gestorben war.

Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Arzt waren, zeigen dem Minister zufolge ebenfalls Symptome – sie liegen nun auf einer Isolierstation. Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht.

Nigeria ist nach Liberia, Sierra Leone und Guinea das vierte Land, das von der Ebola-Epidemie betroffen ist. Das Land hat mehr als 150 Millionen Einwohner, allein in der Metropole Lagos leben rund zehn Millionen Menschen.

Die Regierungen von Liberia und Sierra Leone haben inzwischen den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, in Liberia sind Märkte und Schulen geschlossen, an Flughäfen soll Reisenden Fieber gemessen werden. Sierra Leone stellte ganze Gebiete im Osten des Landes unter Quarantäne. Der Fußballverband sagte laut BBC alle Fußballspiele im Land ab. Mit der Maßnahme sollen große Menschenansammlungen vermieden werden. Es sei fraglich, ob das für nächsten Monat angesetzte Qualifikationsspiel zwischen Sierra Leone und Kamerun für die Afrikameisterschaft stattfinden könne.

WHO: 887 Ebola-Tote, mehr als 1600 Infizierte

Nach neuen Angaben der WHO sind inzwischen in Westafrika mindestens 887 Menschenleben an Ebola gestorben. Die Zahl registrierter Infektionen stieg auf 1603. Die Zahlen der WHO zeigen auch, dass sich die Epidemie innerhalb weniger Tage rasant ausgebreitetet hat: Seit dem 31. Juli kamen 158 neue Todesfälle dazu.

Zustand des Ebola-Arztes in den USA besser

Der Zustand eines in Atlanta in den USA behandelten Ebola-Arztes hat sich unterdessen leicht gebessert. „Es ist ermutigend, dass es ihm besser zu gehen scheint“, sagte der Direktor der amerikanischen Seuchenbehörde CDC, Tom Frieden, dem Sender CBS. Der 33-jährige Kent Brantly ist der erste in den USA behandelte Ebola-Patient überhaupt. Frieden gab sich optimistisch: „Wir wissen jetzt, wie wir Ebola stoppen können“, sagte er. Zwar sei der Ausbruch derzeit außer Kontrolle, die für den Kampf gegen die Seuche nötigen Methoden seien aber bekannt und erprobt. Der CDC-Direktor kündigte an, dass in den kommenden 30 Tagen insgesamt 50 US-Experten nach Westafrika geschickt werden.

Die nächsten Tage sind Experten zufolge aber noch kritisch für den 33-jährigen Arzt. Er hatte sich in Liberia infiziert und vor etwa einer Woche erste Ebola-Symptome gezeigt. Die WHO-Daten zeigen, dass bei der aktuellen Ebola-Epidemie in Westafrika gut die Hälfte der erfassten Infizierten nicht überleben.

Das Ebola-Virus löst eine infektiöse Fiebererkrankung aus, die von Blutungen begleitet wird. Es gibt kein Heilmittel, lediglich die Symptome der Patienten können behandelt werden.

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