Ebola bedroht ganz Afrika

Die Zahl der seit Januar am Ebola-Virus gestorbenen Menschen in Guinea ist auf 95 gestiegen. Insgesamt seien 151 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium des afrikanischen Landes mit. Vor dem Wochenende hatten die Behörden noch von 86 Toten gesprochen. Bisher war das Virus in der Hauptstadt Conakry und im Süden aufgetaucht. Ob nun auch andere Gegenden betroffen sind, ist unklar. Ärzte befürchten schlimme Entwicklungen.

Eine Ebola-Infektion ist eine der gefährlichsten Krankheiten weltweit. Das Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden unter anderem an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Die Krankheit ist sehr ansteckend und endet meist tödlich. Bisher gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie.

Das Virus war bislang fast ausnahmslos in Zentralafrika aufgetreten. Seit Anfang des Jahres registrierten die Gesundheitsbehörden in Guinea dann mehr und mehr mögliche oder bestätigte Ebola-Fälle. Verdachtsfälle traten auch in Sierra Leone, Liberia und Mali auf.

Eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie nach Europa ist offenbar nicht zu befürchten. Die Gefahr sei „sehr gering“, sagte Jakob Cramer, Tropenmediziner am Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg. „In Deutschland hat es noch nie einen Fall gegeben.“ Er gehe auch diesmal davon aus, dass es so bleibt.

Gleichwohl zeigt die Ebola-Epidemie, dass es an zweierlei mangelt: an einem Impfstoff und an der Bereitschaft der Pharmafirmen, einen zu entwickeln. Experten glauben, dass sich ein solches Projekt vor der strengen Gewinnoptimierung der Konzerne finanziell nicht rentiere. Sicher ist, dass die Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“, die derzeit in Guinea arbeiten, die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen der westlichen Welt an sich vornehmen müssen – und das bei sengender Hitze. Helfen können sie den Sterbenden nicht; die Gefahr einer Ansteckung ist kurz vor dem Tod des Infizierten am höchsten, weil sich die Viren explosionsartig vermehrt haben.

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