Archiv der Kategorie: Vogelgrippe

Gefahren und Schutzmaßnahmen

Bricht in Geflügelbetrieben die Vogelgrippe aus, werden oft ganze Sperrgebiete eingerichtet. Hier erfahren Sie, warum die Vogelgrippe so gefährlich sein kann und welche generellen Schutz- und Vorbeugemaßnahmen gegen sie ergriffen werden.

Ein Geflügelbetrieb wird in Deutschland bereits gesperrt, wenn schon ein Anfangsverdacht auf Aviäre Influenza besteht, auch bekannt unter den geläufigeren Begriffen Influenza A, Vogelgrippe oder Geflügelpest. So schreibt es die Tierseuchenverordnung vor. Solch ein Verdacht besteht zum Beispiel, wenn Tiere krank sind oder ungewöhnlich viele tote Tiere im Stall gefunden werden. Dann sind Landwirte und Tierärzte verpflichtet, den Bestand auf eine Vireninfektion zu testen.

Routinemäßige Untersuchungen auch bei Wildvögeln

Darüber hinaus finden routinemäßige Monitoring-Untersuchungen bei Hausgeflügel und Wildvögeln statt. Dazu nimmt man meist mit einem Tupfer Kotproben. Diese Proben sind notwendig, da viele Wildwasservögel keine äußerlich erkennbaren Krankheitssymptome aufweisen, aber dennoch Träger der Influenza-Viren sein können. Diese Enten oder Schwäne können wiederum Geflügel in Freilandhaltung mit dem Virus infizieren. Das kann schon dann passieren, wenn ein Wildvogel beim Überflug über das Gehege Kot absetzt, durch den das Virus dann übertragen wird.

Hochansteckend Virus-Subtyp H7N7


Nach dem Ausbruch einer hochansteckenden Form der Vogelgrippe haben die Behörden im Emsland einen Betrieb mit 10.000 Legehennen gesperrt. Die Tiere sind bereits getötet worden.

Die Tiere seien bereits getötet worden, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag in Hannover mit. Dem Betrieb selber war bei Eigenkontrollen der Verdacht auf die Vogelgrippe gekommen, der sich nach Untersuchungen durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigte. Dem Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems zufolge handelt es sich um den Viren-Subtyp H7N7.
Zehn-Kilometer-Sperrbezirk

Um die Verbreitung der Krankheit zu verhindern, errichtete der Landkreis Emsland einen Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern und einen Beobachtungsradius von zehn Kilometern um den Betrieb. In diese Gebiete darf Geflügel nicht herein- oder herausgebracht werden. Geflügelbestände in einem Umkreis von einem Kilometer sind ebenfalls getötet worden. Dabei handelte es sich um 60 Tiere aus zwei Tierhaltungen.

Im Dezember 2014 war die hochansteckende Vogelgrippe vom Typ H5N8 in den Kreisen Cloppenburg und Emsland ausgebrochen. Im März und im Juni brach in den Kreisen Cuxhaven und Emsland die niedrigpathogene Form der Vogelgrippe vom Typ H7N7 aus.

USA: Vogelgrippe-Welle – 40 Millionen Tiere gekeult

In den USA breitet sich das Vogelgrippe-Virus derzeit rasant aus. 32 Millionen der gekeulten Tiere sind Legehennen. Das entspricht in etwa 10 Prozent der US-amerikanischen Eierproduktion.

Die Vogelgrippe breitet sich im Mittleren Westen der USA mit rasanter Geschwindigkeit aus. Am stärksten betroffen ist der Bundesstaat Iowa, er ist außerdem der größte Eierproduzent der Vereinigten Staaten. Die Zahl der getöteten Tiere hat mittlerweile ein erschreckendes Ausmaß von 40 Mio. Hühnern und Truthühnern angenommen. 32 Mio. der gekeulten Tiere sind Legehennen. Somit wurden bereits 10 Prozent der amerikanischen Eierproduktion vernichtet, teilt die AMA in ihrem jüngsten Marktbericht mit.
Die Epidemie hat auch Auswirkungen auf die Weizenpreise. Die Nachfrage nach Futter ist rückläufig, sodass die Weizenkurse an der CBoT negativ davon beeinflusst werden. Die EU hat bereits ein Einfuhrverbot für amerikanisches Geflügel erteilt.

Eierpreise verdoppelt

Ein Legehennenbetrieb in Iowa  hält durchschnittlich 1,5 Mio. Tiere. Demzufolge sind die Preise für Eier deutlich gestiegen. In den Supermärkten wird bereits fast das Doppelte verlangt. Die Preise für Flüssigei, welches von Großbäckereien und diversen Unternehmen verwendet wird, hat sich innerhalb eines Monats verdreifacht. Diese verarbeitenden Betreibe werden sich nach Alternativen umsehen, um die Eier in den Produkten ersetzen zu können. Aber auch die Fleischindustrie bleibt nicht verschont von diesem Ausbruch. Die Firma Hormel Foods, unter anderem Weiterverarbeiter von Truthahnfleisch, musste bereits hunderte Arbeiter entlassen.

Rüddingshausen: Vogelgrippe schränkt Geflügelschau ein

Der traditionelle Jahresauftakt war alles in allem zwar wieder ein großer Erfolg, allerdings gab es auch einen Wermutstropfen. Denn wegen der Vogelgrippe und den damit verbundenen behördlichen Maßnahmen konnten nicht alle Tiere ausgestellt werden. Rund 55 Stück Wassergeflügel mussten zu Hause bleiben.

Dennoch kamen 62 Züchter nach Rüddingshausen und brachten 566 Tiere mit. Scheerer dankte allen Helfern für die Organisation der Ausstellung. Auch die nächste Schau ist schon in Planung. Sie soll am 9. und 10. Januar 2016 stattfinden. Außerdem besuchten Rüddingshäuser Züchter im vergangenen Jahr mehrere Geflügelausstellungen: Die Landesverbandsschau in Alsfeld, die Kreisschau in Londorf und viele weitere Ausstellungen in der Region.

Auch das Gesellige kam nicht zu kurz, beispielsweise bei der Vereinswanderung zur Röderburg im Mai. Auch in diesem Jahr ist wieder eine Vereinswanderung (31. Mai) angedacht, organisiert wie immer von Reinhold Sohl. Für dessen Unterstützung bei der Organisation bedankte sich Scheerer. Auch die alljährliche Grillparty im Juli war ein großer Erfolg: 43 Züchter mit Familien und Freunden waren dabei. Die nächste Grillfeier soll am 4. Juli in Weitershain stattfinden. Ein großes Dankeschön richtete Scheerer an Alexander Weil für das Verputzen des Vereinsheims. Nach 26 Jahren erstrahlt es nun wieder in neuem Glanz.

Scheerer zeichnete die erfolgreichsten Züchter aus. Vereinsmeister wurde Peter Schick mit 378 Punkten bei der Kreisschau und 382 Punkten bei der Rüddingshäuser Ausstellung. Bei den Jugendlichen wurde Benedikt Sohl (mit jeweils 381 Punkten bei Kreis- und Vereinsschau) Vereinsjugendmeister. Für seinen Deutscher-Meister-Titel auf seine »Eistauben gehämmert« bekam Jürgen Sohl ein Präsent, ebenso Reinhold Sohl für den Europameistertitel mit »Orpington schwarz«. Außerdem wurde Friedel Theiß zum Ehrenmitglied ernannt. Bernd Reichert erhielt die goldene Vereinsnadel des Geflügelzuchtvereins Rüddingshausen. Er ist seit 1964 Mitglied. Die silberne Ehrennadel für 25-jährige Vereinstreue erhielten Rolf Dietzler, Roswita König und Christiane Titz.

Die Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: erster Vorsitzender Walter Scheerer, stellvertretender Vorsitzender Karl-Heinz Müller, Rechner Wilhelm-Friedrich Sohl, Schriftführer Steffen Dietz, Beisitzer: Reinhold Sohl, Jürgen Sohl, Jochen Dörr, Friedel Theiß und Peter Schick.

Leiter der Geflügelausstellung ist Andreas Titz. Romina Titz wurde als stellvertretende Ausstellungsleiterin gewählt.

Vogelgrippe geht um die Welt

China, Nigeria, Deutschland – in immer mehr Ländern gibt es Vogelgrippe. Auch in Südengland mussten jetzt Hühner getötet werden. Manche Viren können Menschen gefährlich werden.

Auf einer Geflügelfarm im Süden Englands ist Vogelgrippe ausgebrochen. Die Hühner auf dem Hof in der Grafschaft Hampshire würden gekeult und eine Schutzzone sei eingerichtet, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montagabend in London mit.

Es handelt sich demnach nicht um den unter Vögeln hochansteckenden Erreger H5N8, den Experten im Januar in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen haben, sondern um den Subtypus H7, den das Ministerium als „weit weniger schwerwiegend“ einstufte. Es gebe auch keinen Zusammenhang mit dem britischen Vogelgrippe-Fall vom November. Den zuständigen Behörden zufolge besteht nur ein sehr geringes Risiko für die Öffentlichkeit und gar kein Risiko für die Sicherheit von Lebensmitteln.

Vogelgrippe in China

Schlimm hingegen hat es China getroffen. Eine Welle von Vogelgrippefällen hat den Osten und Süden des Landes erfasst. Seit November sind nachweislich elf Menschen an den Folgen einer H7N9-Infektion gestorben. Mehr als 50 Erkrankungen sind berichtet.

Viele Fälle könnten unentdeckt bleiben. Wohl aus Angst vor Hysterie und Schaden für die Geflügelindustrie sind die Berichte in den zensierten Staatsmedien spärlich. Zwar ist die Diagnose einfach, doch bleiben viele Ansteckungen unerkannt, weil die Symptome wie Fieber, Husten und andere Atemwegsprobleme einer normalen Grippe ähneln.

„Es gibt eine Menge Vogelgrippefälle, die nicht erkannt werden“, erläutert Cheng Jun, Vizepräsident des renommierten Pekinger Ditan-Krankenhauses. „Das ist häufig bei solchen Infektionen.“ Die meisten Fälle gebe es im Winter und Frühjahr. Das sei die Zeit, wo die Zugvögel unterwegs und die Menschen anfällig seien.

Das staatliche Gesundheitsamt rief zur Vorsicht auf und warnte vor einer Verbreitung des Virus. Vizedirektor Wang Guoqiang äußerte sich besonders besorgt über die bevorstehende Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest im Februar, wenn Hunderte Millionen Chinesen in überfüllten Zügen und Bussen unterwegs sind.

Infektionen mit dem H7N9-Virus wurden sowohl aus den Provinzen Guangdong und Fujian in Südchina als auch aus den ostchinesischen Provinzen Zhejiang, Jiangsu, Jiangxi, Shandong, der Hafenmetropole Shanghai und der Region Xinjiang im Nordwesten gemeldet. In Südchina und Hongkong wurden Zehntausende Tiere gekeult. Märkte wurden geschlossen, der Verkauf von frisch geschlachtetem Geflügel beschränkt. Die Menschen werden aufgefordert, gefrorenes Fleisch zu essen.

Ausbruch in Westafrika

Auch Westafrika ist betroffen: Nach einem Ausbruch der Vogelgrippe in Nigeria sind als Vorsichtsmaßnahme bereits mehr als 22.500 Tiere gekeult worden. Inzwischen seien sechs Bundesstaaten von der H5N1-Grippe betroffen, sagte Umweltminister Akinwunmi Adeshina am Donnerstag. Die betroffenen Betriebe und Geflügelmärkte würden desinfiziert.

Kontrolleure überprüften weitere Farmen in den betroffenen Gebieten. Die Bevölkerung sei aufgerufen, beim Kochen von Geflügelprodukten besondere Hygienemaßnahmen zu befolgen. H5N1 überträgt sich Experten zufolge weniger schnell auf den Menschen, wirkt im Falle einer Ansteckung aber oft lebensgefährlich.

Vogelgrippe in Norddeutschland

Auch in Norddeutschland war im Dezember und Januar Vogelgrippe aufgetreten. In Schwerin gab es Mitte Januar einen Vogelgrippe-Fall mit dem hoch ansteckenden Erreger H5N8. Das Virus wurde bei einem toten Haushuhn aus dem Bestand eines Hobbyhalters in Anklam nachgewiesen, sagte ein Amtstierarzt am Mittwoch. Ob H5N8 für Menschen gefährlich wird, ist nicht geklärt.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es kurz darauf einen Vogelgrippe-Fall: Experten wiesen das Virus bei einer Hausente nach. Wie das Agrarministerium in Schwerin am Montag mitteilte, gehörte die Ente mit weiteren rund 35 Hühnern zu einer privaten Kleinsthaltung. Die Tiere seien alle getötet worden.

Anfang Januar war im Rostocker Zoo ein Weißstorch an der Vogelgrippe gestorben. Insgesamt verlor der Zoo 60 Vögel, darunter alle Ibisse, Störche sowie alle Nacht- und Seidenreiher. Bei den Flamingos seien Antikörper gegen das Virus festgestellt worden, sie hätten die Infektion schadlos überstanden.

Auch der erste Nachweis dieses Vogelgrippe-Erregers in Europa überhaupt stammt aus Mecklenburg-Vorpommern: Am 5. November 2014 wurde erin einem Putenbestand mit rund 31.000 Tieren im Kreis Vorpommern-Greifswald festgestellt. Danach tauchte das zuvor nur aus Asien bekannte Virus in mehreren Bundesländern sowie unter anderem in den Niederlanden und Großbritannien auf.

Unklar ist, ob das Virus über Wildvögel oder den Futter- und Geflügelhandel nach Europa gekommen ist. Zugvögel, die selbst offenbar nicht daran erkranken, könnten die Viren aus Korea über Russland nach Mitteleuropa gebracht und auf Nutztiere in Ställen übertragen haben.

Keine weiteren Hinweise auf Vogelgrippe im Zoo

60 Vögel starben seit dem Nachweis des Vogelgrippe-Virus H5N8 im Rostocker Zoo . Der Tierpark schloss seine Pforten. Seitdem gibt es keine weiteren Hinweise auf die Vogelgrippe in Mecklenburg-Vorpommer

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zurzeit keine weiteren Hinweise auf die Vogelgrippe. Bei sieben am Wochenende im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft entdeckten Schwänen war nicht das hochinfektiöse Virus H5N8 für deren Tod verantwortlich, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Montag in Rostock.

Zunächst war in der zweiten Januarwoche im Rostocker Zoo ein Weißstorch an der Vogelgrippe gestorben. Insgesamt verlor der Zoo 60 Vögel, darunter alle Ibisse, Störche sowie alle Nacht- und Seidenreiher. Bei den Flamingos seien Antikörper gegen das Virus festgestellt worden, sie hätten die Infektion schadlos überstanden.

Alle Zoovögel wurden in den vergangenen Wochen getestet. „Es gibt keine weiteren positiven Befunde“, sagte Backhaus. Diese Testung müsse in Kürze wiederholt werden, erst danach könne endgültig Entwarnung gegeben werden.

Der Zoo ist wieder geöffnet, wie Zoodirektor Udo Nagel sagte. Allerdings blieben das Vogel-Reptilien-Haus, die Singvogel-Voliere und die Stelzvogelanlage noch geschlossen.

Der in Südkorea schon länger bekannte Erreger tauchte Anfang November in einem Putenhof in Mecklenburg-Vorpommern auf, bis zum Ende des Jahres dann in Niedersachsen und mehreren Ländern Europas. Kürzlich war der Subtyp H5N8 auch erstmals in Taiwan registriert worden. Unklar ist, ob die Übertragung über Wildvögel oder den Futter- und Geflügelhandel erfolgte.

Wildvögel haben Vogelgrippe in den Zoo gebracht

Das Futter war es nicht, die Einstreu auch nicht: Nach Experten-Meinung müssen sich die Weißstorche im Rostocker Zoo bei Wildvögeln mit dem Vogelgrippe-Virus H5N8 angesteckt haben. Wie Landesveterinärin Maria Dayen am Donnerstag mitteilte, könnten sich Wildvögel im Rostocker Zoo an den gleichen Gewässern aufhalten wie Zootiere. Daher liege die Vermutung nahe, dass sich die Weißstörche dort angesteckt hätten. Außerdem habe man Futter und Einstreu als Ursache ausgeschlossen.

60 Tiere im Zoo getötet oder verendet

In neuesten Proben sei das Virus nicht mehr aufgetaucht. Die Gefahr sei zwar noch nicht gebannt, so Dayen weiter, aber sie sei zuversichtlicher, dass sich die Geflügelpest im Rostocker Zoo nicht weiter ausbreiten werde. Die Tiere würden jetzt intensiv beobachtet und weiter untersucht. Zwölf Weißstörche, fünf Gänse, zehn Ibisse, acht Reiher und 23 Enten – knapp 60 Tiere mussten vergangene Woche wegen der Infektion mit dem hochansteckenden H5N8-Virus getötet werden, nachdem ein Weißstorch an der Vogelgrippe gestorben war. Laut der Landesveterinärin wird das Virus bei immer mehr Wildvögeln in Deutschland

Die gefährlichsten Viren

Platz 1: Marburg-Virus

Das Marburg Virus wurde nach der Stadt Marburg genannt, wo es 1967 fast ein komplettes Labor eliminierte. Die Angestellten hatten mit infizierten Versuchsaffen aus Afrika gearbeitet. Seine Mortalität beträgt bis zu 90 Prozent, je nach Strang.

Epidemiologisch bleibt das Virus auf den afrikanischen Raum begrenzt, hier speziell Angola, Uganda und Kenia. Das Virus ist ein RNA-Virus der Familie Filoviridae (fadenförmig). Sein Reservoir (Tiere, die das Virus beherbergen, aber nicht selbst erkranken) ist nicht bekannt. Man vermutet als Überträger den Nilflughund, der in Afrika, aber auch in Europa vorkommt.

Der hochpathogene Erreger verursacht nach einer Inkubationszeit von fünf bis zehn Tagen ein hämorrhagisches Fieber: Das Virus ist in der Lage, die Blutgerinnung zu stoppen und innere Organe zu schädigen, so dass es zu inneren Blutungen kommt. Sobald diese massiv auftreten, führt das zum Tod des Opfers.

Die Infektion erfolgt über Körperflüssigkeitenaustausch und Schmier- oder Kontaktinfektion. Getrocknetes Blut bleibt noch fast eine Woche lang infektiös.

Aufgrund seiner Gefährlichkeit gewann das Marburg-Virus das Interesse des amerikanischen und russischen Verteidigungsministeriums. 1998 wurde ein Bioterrorismusangriff simuliert mit einer Variola-Marburg-Chimäre. Ergebnis: Ein ökonomischer Schaden von 26 Millarden Dollar pro 100.000 Infizierte.

Platz 2: Ebola-Virus

Gefürchteter Epidemie-Auslöser

Die Silbermedaille bleibt in der Familie. Wie das Marburg-Virus kommt das Ebola-Virus aus der Filoviridae Familie und ist ein RNA-Virus. Beide weisen eine Reihe von Ähnlichkeiten auf. Eine davon ist die Mortalität, die bei 89 Prozent liegen kann. Das Virus verursacht das Ebolafieber beim Menschen und Primaten wie Gorillas und Schimpansen.

Auch dieses Fieber ist ein hämorrhagisches Fieber mit einer Inkubationszeit von acht bis 15 Tagen. Das Herkunftgebiet liegt in Zentralafrika. Aber auch eine südostasiatische Variante (Subtyp Reston, der für Menschen unbedenklich ist) ist bekannt.

Seinen ersten Auftritt hatte das Ebola-Virus im Jahr 1976 in Zaire und im Sudan. Seine Namensgebung erfolgte nach dem kongolesischen Fluss Ebola, in dessen Nähe der erste Ausbruch auftrat. Damals erkrankten 318 Menschen, von denen 280 starben. Dies war gleichzeitig auch die größte Epidemie. Ein weiterer Fall aus dem Jahr 1995 forderte mit einer Letalität von 80% 245 Todesopfer bei 315 am Ebolafieber erkrankten Personen.

Der Übertragungsweg ist der gleiche wie beim Marburg-Virus plus Tröpfcheninfektion. Das Reservoir ist bis heute nicht zweifelsfrei bestätigt. Auch hier gibt es wieder Hinweise auf den Flughund. Die weitere Übertragung erfolgt durch Fallenlassen von angefressenen Früchten, die von Affen aufgegriffen und verzehrt werden.

Platz 3: Hanta-Virus

Auch in Deutschland verbreitetes Killervirus

Hanta-Virus ist ein Oberbegriff für eine Reihe von humanpathogenen Arten wie das Hantaan-Virus, Seoul-Virus, Korea-Fieber-Virus oder Sin-Nombre-Virus, um nur einige zu nennen. Es handelt sich hier um ein RNA-Virus aus der Bunyaviridae Familie. Es verursacht nach einer Inkubationszeit von 14 bis 28 Tagen Lungenerkrankungen, akutes Nierenversagen und hämorrhagisches Fieber. Die Mortalität liegt bei 62 Prozent.

Hanta-Viren sind nicht lokal begrenzt. In Deutschland sind sie in Regionen wie Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg nachgewiesen worden. In diesem Fall handelt es sich um den Puumala-Virus, der besonders im Frühjahr aktiv wird und zu Erkrankungen führt, die mit plötzlichem Nierenversagen einhergehen.

Seine Namensgebung verdankt das Virus einem koreanischen Fluss, in dessen Nähe in den 1950er-Jahren Tausende von amerikanischen Soldaten während des Koreakrieges mit dem Virus infiziert wurden. Sein Reservoir sind verschiedene Nager, besonders Mäuse, die das Virus in Fäkalien und Urin in großen Mengen ausscheiden. Der Infektionsweg erfolgt durch eine Kontaktinfektion über die Atemwege.

Platz 4: H5N1-Virus, Vogelgrippe

Vogel-Virus zerstört die Lunge

Der Vogelgrippe-Virus is ein Influenza-Virus, ein RNA-Virus aus der Familie der Orthomyxoviren. Die Mortalität liegt bei 60 Prozent. Die Inkubationszeit beträgt nur vier bis acht Tage. Sein Reservoir sind Vögel, die nur von Influenza-A-Viren aus dieser Familie befallen werden. Durch permanente, rasche Mutationen sind neue Varianten entstanden, die in 16 H-Untertypen und neun N-Untertypen aufgeteilt sind.

Der Subtyp A/H5N1 enthält weitere Varianten mit hoher Virulenz. Die asiatische H5N1-Variante ist besonders aggressiv und pathogen. Es bewirkt, dass es bei einem Infizierten in der Lunge zu einer Freisetzung von Zytokinen (Entzündungsmediatoren) kommt, die unter normalen Umständen eine normale Immunantwort auf das Pathogen provozieren. Da diese Zytokinfreisetzung jedoch exzessiv verläuft, kommt es zu einer unangemessen starken Immunantwort, die das Lungengewebe zerstört. Die Folge sind toxischer Schock und Multiorganversagen.

Das Virus kann in Eis gehalten unbegrenzt infektionsfähig bleiben. Bei Temperaturen von 56 und mehr Grad überlebt es nur um drei Stunden. Ab 70 Grad wird es zerstört und verliert jedes Infektionspotential. Der Übertragungsweg von Vögeln auf den Menschen erfolgt über den Umgang mit Vogelblut und -kot.

Auf Grund der großen Datenmenge, die auch der WHO vorliegt, schätzen die Experten das Risiko einer H5N1 Infektion als nicht sehr hoch ein. Seit Ausbruch der Vogelgrippe erkrankten weltweit 502 Menschen, von denen allerdings 298 verstarben. Das Virus ist bereits seit 1959 bekannt.

Platz 5: Lassa-Virus

In Westafrika dauerhaft auftretend

Das Lassafieber tauchte 1969 zum ersten Mal auf. Eine amerikanische Missionsschwester in Lassa, Nigeria starb an einer mysteriösen Infektion. Kurz darauf erkrankte eine Zweite und wurde zur Behandlung in die USA geflogen. Zwei der Wissenschaftler, die das Virus isoliert hatten, erkrankten ebenfalls. Einer dieser Wissenschaftler starb in der Folge. Verursacher der Infektion war ein RNA-Virus aus der Familie der Arenaviridae. Sein Reservoir sind Kleinnager.

Das Verbreitungsgebiet des Lassa-Virus liegt primär in westafrikanischen Ländern. Dort ist die Erkrankung endemisch – räumlich auf eine Region begrenzt, in diesem Gebiet aber zeitlich unbegrenzt auftretend. 15 Prozent der dortigen Kleinnager sind mit dem Virus belastet. Eine Übertragung des Virus erfolgt über Kontakt- und Schmierinfektion über die Ausscheidungen der Reservoirwirte auf Lebensmittel, die anschließend vom Menschen verzehrt werden. Weitere Übertragungswege sind etwa Geschlechtsverkehr, Tröpfcheninfektion oder Wundinfektion.

Die Inkubationszeit liegt bei zehn Tagen. Danach setzt ein schleichender Krankheitsverlauf ein mit grippeähnlichen Symptomen und Dauerfieber von 40 Grad. Es treten im weiteren Verlauf Exantheme (Hautausschlag) im Gesicht und Hals, Durchfälle, kolikartige Bauchschmerzen und Lymphknotenschwellungen auf. Ulzerationen (Geschwürbildungen) und Schwellungen erschweren die Nahrungsaufnahme. Die Blutungsneigungen nehmen vermehrt zu aufgrund von Gefäßwandschäden der Kapillaren. Die Niere wird angegriffen. Während die „normale“ Mortalität bei knapp 20 Prozent liegt, erreicht sie bei Schwangeren 50 Prozent.

Platz 6: Junin-Virus

Killvervirus mit unklaren Symptomen

Das argentinische hämorrhagische Fieber wird verursacht durch das Junin-Virus, einem Arena-Virus. Es führt zu einer Veränderung des vaskulären, neurologischen und immunologischen Systems und hat eine Mortalitätsrate etwa 30 Prozent.

Es erzeugt neben hämorrhagischem Fieber Symptome wie Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Hautblutungen und gelegentlich Sepsis. Ansonsten sind die Symptome relativ unspezifisch, so dass die Erkrankung oft mit anderen Konditionen verwechselt wird.

Das Virus wurde schon 1958 entdeckt. Sein Verbreitungsgebiet ist seitdem auf Argentinien beschränkt geblieben, obwohl es sein ursprüngliches Einzugsgebiet von 15.000 Quadratkilometer in 1958 auf 150.000 in 2000 hat vergrößern können.

Sein Reservoir sind Nagetiere, deren Ausscheidungen Nahrungsmittel und Wasser verunreinigen. Aber auch die Inhalation von Staubpartikeln mit Urin sind denkbar.

Platz 7: Krim-Kongo-Fieber-Virus

Gefährlichstes aller Zeckenbiss-Viren

Das Krim-Kongo-Fieber-Virus (CCHFV) ist ein RNA-Virus, das auf Grund seines Übertragungsweges zur Gruppe der Arboviren gehört. Taxonomisch gehört es zur Bunyaviren Familie. Die Mortalität liegt bei 30 Prozent.

Das Virus ist schon seit 1956 bekannt, als es erstmalig in Belgisch-Kongo aus menschlichem Blut isoliert wurde. Ähnliche Erkrankungen wurden in den 1940er Jahre in der Krim beobachtet. Die letzten Vorfälle ergaben sich Sommer 2006 in der türkischen Provinz Corum, wo mehrere Todesfälle auftragen.

Reservoir des Virus sind grasfressende Haus- und Wildtiere, beziehungsweise deren Hyalomma-Zecken. Damit ist das CCHFV das gefährlichste Virus, das über Zeckenbisse übertragen wird. Der Süden des Balkans scheint besonders von diesen Zecken betroffen zu sein. Ein weiterer Übertragungsweg ist der Kontakt mit dem Blut oder Fleisch erkrankter Tiere wie Ziegen oder Kühe. Eine Infektion von Mensch zu Mensch erfolgt durch infiziertes Blut, Speichel, Kot und Urin.

Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei Tagen und zwei Wochen. Wie bei allen hämorrhagischen Fieberformen kommt es zu einer erhöhten Blutungsneigung. Hier stehen Darm und Haut im Vordergrund. Daneben kann es zu Bluterbrechen und einer generalisierten Blutungsneigung kommen.

Weitere Symptome sind neben Fieber, das über fast zwei Wochen konstant sein kann, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Reizbarkeit und Schüttelfrost. Der Tod tritt oft in der zweiten Woche der Erkrankung ein, als Folge von Multiorganversagen.

Platz 8: Der schwarze Tod aus Bolivien

Das Machupo-Virus ist der Verursacher des bolivianischen hämorrhagischen Fiebers, auch „schwarzer Typhus“ genannt. Die Fiebererkrankung wird meist von starken Blutungen begleitet. Das Virus ist ein RNA-Virus der Arenaviridae. Seine Mortalität liegt bei 30 Prozent.

Es wurde erstmalig 1959 identifiziert. Sein Reservoir sind Nager der Gattung Calomys callosus (Vespermäuse), die nur in Nord-Bolivien vorkommen. Die befallenen Tiere erscheinen asymptomatisch. Sie scheiden das Virus in ihren Ausscheidungen aus, die dann über verunreinigte Nahrung und Wasser in den Menschen gelangen.

Junin-Virus und Machupo-Virus zeigen ein gewisses Maß an Kreuzreaktivitäten, was bei einer Immunisierung von Vorteil sein würde: Antikörper, die gegen eines der Viren gebildet werden, sind auch gegen das andere wirksam. Die Symptomatik gleicht der einer Junin-Virus-Infektion.

Platz 9: KFD-Virus

Kurzer, intensiver Krankheitsverlauf

Das KFD-Virus löst das sogenannte Kyasanur-Wald-Fieber aus. Es ist ein RNA-Virus aus der Falviviridae Familie. Es ist verantwortlich für eine Mortalität von etwa 15 Prozent. Sein Vorkommen ist auf Süd-West-Indien und Nord-Ost-Pakistan begrenzt.

Das Virus wurde zwischen 1955 und 1957 in einem Waldgebiet an der Südwestküste Indiens entdeckt. Erst 1990 wurde die Erkrankung als eigenständige Erkrankung erkannt. Das Reservoir ist nicht bekannt, außer dass Zeckenbisse die Erreger auf den Menschen übertragen. Man vermutet jedoch, dass Stachelschweine, Eichhörnchen, Ratten und Mäuse zum Reservoir gehören. Nebenwirte können Vögel und Fledermäuse sein. Sie sorgen vor allem für eine intensivere Verbreitung der Zecken.

Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt drei bis sieben Tage. Neben Fieber, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen kann eine hämorrhagische Variante dazukommen. Es kommt dann zu Blutungen aus Mund, Nase und im Magen-Darm-Trakt. Eine eigene Therapie gibt es für diese Krankheit nicht.

Platz 10: Dengue-Virus

Enorm ansteckend und tödlich

Denguefieber oder Knochenbrecherfieber wird durch ein RNA-Virus aus der Falviviridae Familie verursacht, dem Dengue-Virus. Seine Mortalität liegt bei zehn Prozent.

Übertragungswege sind infizierte Mücken, die, ähnlich wie bei der Malaria, vor dem Blutsaugen Speichel in das Blutgefäß des Opfers abgeben, um die Blutgerinnung in der Einstichstelle zu verhindern. Der Speichel enthält die Viren, die sich dann im Organismus des neuen Wirts ausbreiten können. Außer verschiedenen Stechmückenarten sind als Reservoir nur Mensch und Primaten bekannt.

Die Krankheit verläuft meist mit unspezifischen Symptomen oder auch mit Symptomen einer Grippe. Es kann allerdings auch zu inneren Blutungen kommen. Schwere Verläufe erfolgen als Dengue Hämorrhagisches Fieber (DHF) oder als Dengue shock syndrome (DSS).

Von allen aggressiven viralen Erkrankungen scheint das Dengue-Virus das Einzige zu sein, dass in der Lage ist, seine infektiösen Aktivitäten auf eine große Zahl von Opfern auszubreiten. Seine Mortalität liegt mit zehn Prozent weit hinter der Nummer 1, dem Marburg-Virus (90 Prozent Mortalität), zurück. Die Verbreitung ist allerdings ungleich höher: Laut WHO infiziert das Dengue-Virus schätzungsweise jährlich bis zu 100 Millionen Personen weltweit.

Valneva-Impfstoff gegen Vogelgrippe in Japan zugelassen

Das aus dem Zusammenschluss der Wiener Intercell mit der französischen Vivalis entstandene Biotechunternehmen Valneva hat am Montag die Zulassung eines Impfstoffs gegen das Vogelgrippevirus H5N1 in Japan gemeldet.

Das grüne Licht habe der Pharma-Forschungsinstitut Kaketsuken für einen H5N1-Grippeimpfstoff erhalten, der auf einer Valneva-Zelllinie basiert. Es handle sich um den weltweit ersten behördlich genehmigten Humanimpfstoff, der auf Basis der sogenannten EB66-Zelllinie von Valneva produziert wurde, so Valneva in einer Pflichtmitteilung. Das Mittel sei entsprechend dem Plan der japanischen Regierung entwickelt worden, schnell auf eine pandemische Influanzapandemie reagieren zu können und sei als Phrophylaxe gegen die pandemische H5N1-Influenza zugelassen worden.

Valneva schrieb 2013 einen Verlust von 24 Mio. Euro, wie das Unternehmen in der Früh bekannt gegeben hatte.