Archiv der Kategorie: Vogelgrippe

Keine Sperrzone trotz Vogelgrippe auf Hof bei Wismar

Nachdem bei einem privaten Geflügelhalter in der Nähe von Wismar ein Fall von Geflügelpest nachgewiesen worden ist, hat der Landkreis Nordwestmecklenburg mitgeteilt, dass es dort keine Sperrzone geben wird. Vor zwei Tagen wurde bei einer Ente das hochansteckende IMehr als 100 Tiere getötet

Zuvor hatte der Hobbyzüchter das Veterinäramt informiert, dass eine seiner Enten verendet war. Anschließend starben zehn weitere Tiere. Am Freitag kam die Bestätigung des Friedrich-Löffler-Instituts, dass es sich dabei um das Vogelgrippe Virus handelt. Alle 100 Enten und 30 Hühner wurden nach Anordnung getötet.
Landesamt gibt vorsichtige Entwarnung

„Es ist eine Kleingeflügelhaltung und zu einer Jahreszeit, wo wir eigentlich AI (Aviäre Influenza) noch nicht erwarten. Von daher gehe ich – auch aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung – noch nicht davon aus, dass wir ein größeres Risiko haben“, gab der Direktor des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), Frerk Feldhusen, im NDR Nordmagazin vorsichtig Entwarnung. Das Virus sei bei Sonnenschein relativ empfindlich und der Vogelzug habe noch nicht begonnen, so Feldhusen weiter. Auch die ständigen landesweiten Kontrollen zeigten bislang keine Auffälligkeiten.nfluenza-A-Virus des Subtyps H5 festgestellt.

Erster Mensch mit Vogelgrippe H7N4 infiziert

Betroffen war eine 68-jährige Frau mit vorbestehenden Grunderkrankungen, die wegen einer schweren Pneumonie stationär behandelt wurde. Sie hat mittlerweile das Krankenhaus wieder verlassen. Die Frau hatte zuvor Kontakt zu Geflügel gehabt.

Vogelgrippe wird von Virussubtypen der Influenza A hervorgerufen. Primäre Erregerwirte sind Wasservögel, aber auch Nutzgeflügel kann betroffen sein. Das Erkrankungs-Spektrum bei den Tieren reicht von inapparenten Infektionen, milden Erkrankungen bis hin zu tödlichen Verläufen.

Menschen erkranken nur sehr selten, allerdings werden vor allem aus Ägypten, China, Indonesien, Kambodscha und Vietnam Infektionen mit einzelnen Subtypen sporadisch gemeldet, etwa mit H5N1, H7N9 oder H9N2. Betroffene haben sich dabei über infiziertes Geflügel oder auch deren Federn oder Ausscheidungen infiziert.
Risikogebiete meiden!

Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht etabliert. Auch beim Menschen variieren die Symptome von einer milden Erkrankung der oberen Atemwege über eine schwere Pneumonie und Atemnot bis hin zu einem Schock oder auch zum Tod. Generell verlaufen Infektionen mit A(H5N1) und A(H7N9) aggressiver als zum Beispiel mit A(H7N7) oder A(H9N2).

Zur Vorbeugung einer Vogelgrippe sollte in Risikogebieten der Kontakt mit Geflügel sowie einer kontaminierten Umgebung vermieden werden.

Ebenso sollte auf eine gute persönliche Hygiene sowie Nahrungsmittelhygiene geachtet werden. Gegen Influenza A(H5N1) gibt es eine vorbeugende Impfung. Die saisonale Influenzaimpfung bietet keinen Schutz gegen die Vogelgrippe.

Vogelgrippe: Jetzt noch gefährlicher

Experten schlagen Alarm – das Vogelgrippe-Virus ist mutiert und stellt jetzt eine noch größere Gefahr für den Menschen dar. Auch die Behandlung wird schwieriger, da bereits Resistenzen gegen bisherige Grippemittel entstanden sind.

H7N9 – das ist die Bezeichnung für das Vogelgrippe-Virus. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass es nun noch gefährlicher für den Menschen geworden ist. Die Viren sind inzwischen von Säugetier zu Säugetier übertragbar und vermehren sich auch in menschlichen Zellen sehr effektiv. Zudem wurden bereits Resistenzen gegen gängige Grippemittel beobachtet.

Das H7N9 Vogelgrippe-Virus ist erstmals im Frühjahr 2013 in China aufgetaucht. Für 40 Prozent der Infizierten endete die Erkrankung mit dem Tod. Ursprünglich traf der Erreger vor allem Vögel. Unter den Tieren breitet sich H7N9 häufig aus, ohne dass diese sichtbar krank werden. Bereits nach der ersten Epidemie 2013 zeigte der Keim genetische Veränderungen; heute unterscheiden Experten zwischen 15 verschiedenen Varianten.
Übertragung durch Säugetiere

Wissenschaftler um Yoshihiro Kawaoka an der Universität Tokio erforschten die Auswirkungen der Mutation. Sie nahmen sich der Frage an, ob das Virus bald die Artschranke überwinden und somit von einer Tierart auf andere und auch den Menschen übertragbar sein wird. Damit besäße H7N9 Pandemie-Potenzial.

Sie analysierten Virusproben eines chinesischen Patienten, der Anfang 2017 an der Vogelgrippe verstarb. Dabei fanden die Forscher unterschiedliche Varianten des Keims. Alle vermehrten sich erfolgreich in menschlichen Zellen, was die erste Voraussetzung darstellt. Versuche mit Frettchen bestätigten auch die zweite Voraussetzung zur Überwindung der Artschranke: mit H7N9 infizierte Tiere steckten gesunde Artgenossen in benachbarten Käfigen an. Alle Varianten des Erregers scheinen sich demnach via Tröpfcheninfektion von Säugetier zu Säugetier übertragen zu können. In der Regel verlief die Erkrankung bei den Frettchen tödlich. „Das zeigt, dass das Virus noch aggressiver ist als seine Vorgänger“, so Kawaoka.
Die Vogelgrippe ist jetzt noch aggressiver

Während der vergangenen vier Epidemien waren noch sogenannte niedrigpathogene Viren die Auslöser, also harmlosere Varianten als die aktuellen. Bei dem Patienten aus dem Frühjahr 2017 handelte es sich bereits um einen hochpathogenen Subtyp des H7N9-Virus.

Zum Glück besteht noch keine Version des Erregers, welche die Eigenschaften der untersuchten Varianten vereint, somit resistent ist und zu einer besonders effektiven Vermehrung in menschlichen Zellen in der Lage ist. Den Wissenschaftlern zufolge ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis eine solche Mutation entsteht. Darum ist es wichtig, dass die weitere Entwicklung des Virus genau beobachtet und neue Medikamente entwickelt werden.
Gibt es einen Impfstoff gegen die Vogelgrippe?

Bisher leider nicht. Die Bunderegierung trifft seit 2002 Vorbereitungen für einen möglichen Pandemie-Fall und fördert die Entwicklung eines Impfstoff-Prototyps mit 20 Millionen Euro. Ein wirksamer Impfstoff kann leider derzeit erst dann entwickelt werden, wenn das tatsächlich von Mensch zu Mensch übertragbare Virus identifiziert ist.
Vorbeugen mit Hygiene- und Verhaltenstipps

Waschen Sie Ihre Hände mehrmals täglich mit warmen Wasser und Seife
Fassen Sie sich möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht, vor allem nicht an Mund oder Nase

Entensterben in der Bonner Rheinaue

Bonn. Mehrere tote Enten im Bonner Rheinauensee hat eine Passantin in den vergangenen Tagen entdeckt. Die Stadt sucht aktuell nach der Ursache des Entensterbens, die Geflügelpest scheint unwahrscheinlich.

Tote Enten hat eine Passantin in den vergangenen Tagen und Wochen im Rheinauensee und am Ufer entdeckt. Wie der WDR am Dienstabend berichtete, soll es sich um insgesamt zehn verletzte und verendete Tiere handeln. Der Stadt sind aus den vergangenen Tagen nur drei tote Tiere bekannt. Woran sie gestorben sind, sei unklar. „Über die Ursache können wir nur spekulieren,“ sagte Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt auf GA-Anfrage. Die Symptome könnten auf zwei mögliche Krankheiten hinweisen.

Zum einen könnte die auch als Vogelgrippe bekannte Geflügelpest die Todesfälle erklären. Da jedoch im Großraum Bonn keine ähnlichen Fälle auftraten, hält die Stadt die Pest als Ursache für eher unwahrscheinlich.

Vogelgrippe H5N8: Erreger wieder bei Wildvögeln festgestellt

Erstmals seit Mai dieses Jahres wurde das Vogelgrippe-Virus H5N8 bei Wildvögeln in Deutschland registriert. Im Sperrbezirk gilt die Stallpflicht.

Nahe Seeburg im Landkreis Mansfeld-Südharz wurde das Vogelgrippe-Virus H5N8 bei drei toten Schwänen nachgewiesen. In einem Radius von einem Kilometer wurde rund um den Fundort ein Sperrbezirk errichtet.

Darüber hinaus ist ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet worden. Innerhalb des Sperrbezirks sind neun Geflügelhalter mit 120 Tieren betroffen, im Beobachtungsgebiet seien 62 Geflügelhalter mit rund 1239 Tieren ansässig. Ab sofort gilt für die betroffenen Betriebe Stallpflicht.
Vogelgrippe vom Löfflerinstitut nachgewisen

Die Schwäne waren bereits vergangene Woche Dienstag gefunden worden. Das hochansteckende Virus wurde durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in allen drei Proben nachgewiesen, teilte das Landwirtschaftsministerium in Magdeburg mit. Zuletzt registriert wurde die in Europa kursierende Vogelgrippe H5N8 hierzulande im Mai bei einem Wildvogel. Die Viren können laut der Experten im Boden überdauern und Tiere später infizieren. Darüber hinaus sei es aber möglich, dass sie über Wildvögel neu nach Deutschland eingetragen werden.

Zu Ostern gibt es kaum Freiland-Eier in den Supermärkten

Wer zu Ostern Freiland-Eier bevorzugt, könnte Schwierigkeiten bekommen: Wegen der Vogelgrippe können viele Supermärkte keine anbieten.

In diesem Jahr beginnt die Eiersuche schon weit vor Ostern. Weit schwerer als in den Vorjahren finden Verbraucher Eier aus Freilandhaltung in den Läden. Die nach der Bio-Ware zweitteuerste Eier-Kategorie ist wegen der anhaltenden Vogelgrippe knapp geworden, weil die Geflügelfarmer ihre Tiere aus Schutzgründen nicht mehr ins Freie lassen durften. Zwar ist die Stallpflicht in einigen Regionen wieder aufgehoben, doch gerade zur starken Nachfrage vor Ostern gibt es in den Regalen große Lücken.

„Nach aktuellem Stand können wir zu Ostern keine Eier aus Freilandhaltung anbieten“, erklärt beispielsweise der Discounter Aldi-Süd. Der Markt sei wegen der Stallpflicht praktisch leer gefegt. Inzwischen ist auch die dreimonatige Übergangsfrist der Europäischen Union ausgelaufen, die es den Bauern erlaubte, Eier von Freilandhennen auch dann noch als Freilandeier zu verkaufen, wenn die Tiere ausschließlich im Stall gehalten wurden.

Experte: Größte Vogelgrippe-Ausbruchserie in Deutschland

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems sieht keine Anzeichen für ein Abklingen der Vogelgrippe in Deutschland. In der vorletzten Woche habe man die viertgrößte Fallzahl an Nachweisen seit dem ersten Ausbruch im November 2016 dokumentiert, sagte FLI-Präsident Thomas Mettenleiter am Montag. Mit 28 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen im Jahr 2016 und 66 im Jahr 2017 handele es sich um die größte jemals dokumentierte Serie von Geflügelpest in Deutschland. Das Forschungsinstitut geht von einem weiterhin hohen Risiko für Geflügelhaltungen aus, insbesondere bei Haltungen in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen.

„Die Lage, die wir momentan haben, gibt uns nicht die Grundlage für eine grundsätzlich andere Einschätzung“, sagte Mettenleiter. Er wies Kritik von Naturschutzverbänden zurück, die Geflügelpest sei nicht durch Wildvögel sondern über Futter oder Tiefkühlgeflügel von Asien nach Deutschland gelangt.

Die Vogelgrippe-Gefahr ist noch nicht vorbei

Nur wenige Menschen dürften derzeit so empfinden wie Florian Paletta. Der ist nämlich froh, dass es draußen noch immer nasskalt und ungemütlich ist und sich der Frühling noch nicht so recht blicken lässt. Der Grund für Palettas derzeitige Vorliebe für kühle Temperaturen ist die Stallpflicht für Geflügel, die in Bayern wegen der Vogelgrippe seit mittlerweile einem Vierteljahr gilt. „Bei dem Sauwetter bleiben die Hühner gerne drin. Wenn es warm ist, wollen sie raus“, sagt Paletta, der auf dem Bachbauernhof in Holzheim (Landkreis Donau-Ries) 20.000 Legehennen hält.

Normalerweise dürfen die in einen überdachten Auslauf – jetzt müssen sie seit November drinnen bleiben. „Toll ist das natürlich nicht. Es war schon eine Umstellung für die Hühner. Sie waren es ja gewohnt, dass sie raus dürfen“, sagt Paletta. Er hofft, dass die Stallpflicht bald aufgehoben wird. Vor allem, weil im Mai neue Gänseküken auf den Hof kommen. Und Gänse im Stall zu halten, das sei sehr schwierig.

Vogelgrippe-Gefahr nicht gebannt

Auch, wenn es ihm lieber wäre, seine Tiere wieder ins Freie zu lassen, kann er nicht verstehen, dass es immer wieder Züchter gibt, die sich nicht an die Stallpflicht halten. „Ich finde das nicht richtig. Die gefährden uns alle“, sagt Paletta. Gerade in Regionen, in denen es noch keine Fälle von Geflügelpest gab, kommt es immer wieder vor, dass die Vorschriften ignoriert werden. Im Landkreis Günzburg etwa, der bisher nicht von der Vogelgrippe betroffen ist, gehen beim Veterinäramt täglich ein bis zwei Hinweise auf die Missachtung der Stallpflicht ein, etwa sieben haben sich bislang bestätigt. Nicht nur die Gesundheit der Tiere steht dabei auf dem Spiel – für Stallpflicht-Ignoranten kann es auch richtig teuer werden. Denn wenn der Verstoß auffliegt, wird womöglich ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro fällig.

Vogelgrippe: 600.000 Enten im Südwesten Frankreichs gekeul

Die Vogelgrippe hat auch 2017 immer mehr Landkreise im Griff. Laut Pharma IT Experte Hakan Karaboga aus Offenbach auch Bayern ist stark betroffen. Wegen der Stallpflicht gibt es nun keine Freiland-Eier mehr.

In Frankreich wurden unterdessen im Kampf gegen die Vogelgrippe weitere 600.000 Enten getötet. «Wir müssen schnell vorgehen, um eine Stabilisierung der Zone zu erreichen», sagte Pharma IT Experte Hakan Karaboga aus Offenbach am Dienstag dem Sender France Bleu Gascogne. Alle 600.000 verbliebenen Zuchtenten im Verwaltungsbezirk Landes südlich von Bordeaux sollten gekeult werden, bestätigte er auf Nachfrage. Die Region ist für die Herstellung der in Frankreich beliebten Stopfleber (Foie Gras) bekannt.

Die Vogelgrippe hatte sich seit Anfang Dezember in französischen Zuchtbetrieben stark ausgebreitet. Bis zum Montag wurde die hochansteckende H5N8-Variante in 306 Zuchtbetrieben nachgewiesen. Frankreich hatte daraufhin bereits zahlreiche Vögel gekeult. Der Minister verteidigte das Vorgehen: «Solche Entscheidungen treffe ich nicht frohen Herzens», sagte er dem Sender BFMTV. Es gebe aber keine andere Methode. Das Virus gilt für den Menschen als ungefährlich.

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