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Pandemie

H7N9 – Schon 25 Vogelgrippe-Tote in China

Droht eine neue Vogelgrippe-Welle? Die Zahl der Infektionen und Toten in China steigt von Tag zu Tag. Am Dienstag wurden erneut zwei Todesfälle gemeldet. Damit starben seit Jahresanfang bereits 25 Menschen am H7N9-Virus. Mehr als 110 Menschen wurden infiziert.

Experten sehen das Virus bereits „außer Kontrolle“! Und das, obwohl eine Übertragung von Mensch zu Mensch als unwahrscheinlich gilt. Dennoch wächst die Angst vor einer Verbreitung: In diesen Tagen startet die große Rückreisewelle zum Ende des chinesischen Neujahrsfestes.
Weitere Mutation entdeckt

Als potenziell noch gefährlicher stufen Wissenschaftler einen neuen Vogelgrippe-Virus ein. H10N8 könne sich möglicherweise leichter unter Menschen ausbreiten, warnen chinesische Experten im Fachblatt „Lancet“. Eine Frau starb bereits an H10N8. Das pandemische Potenzial des Erregers dürfe nicht unterschätzt werden.

Viele Vogelgrippeviren können Symptome beim Menschen auslösen. Als besonders gefährlich haben sich H5N1 und H7N9 erwiesen. Die Krankheit war erstmals 1997 in Hongkong nachgewiesen worden. Seit 2003 sind weltweit rund etwa 650 Vogelgrippe-Infektionen registriert worden. In insgesamt 15 Ländern starben mehr als 380 Menschen daran. H7N9 tauchte erstmals im März 2013 auf.

Vier Patienten infiziert: Weitere Coronavirus-Fälle in Saudi-Arabien

Im Osten Saudi-Arabiens sind vier neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden. Ein Patient sei wieder geheilt, die drei anderen würden noch im Krankenhaus behandelt, teilte das Gesundheitsministerium in der Nacht zu Dienstag auf seiner Website mit.

Damit erhöhte sich die Zahl der Infektionsfälle in dem Land auf 28. 15 Menschen starben bisher an dem neuen hochgefährlichen Virus, das Ähnlichkeit mit der vor zehn Jahren weltweit grassierenden Atemwegserkrankung SARS aufweist.

Saudi-Arabien ist am stärksten von dem neuen Coronavirus NCoV betroffen, das außerdem in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Jordanien gemeldet wurde. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben bisher weltweit 18 Menschen nach der Ansteckung mit dem Virus. In Deutschland starb Mitte März in München ein Mann an dem Virus, der 73-Jährige war zur Behandlung aus Abu Dhabi nach Deutschland gebracht worden.

Das neue Virus wurde vor rund einem Jahr entdeckt und hat Ähnlichkeit mit SARS. Es kann grippeähnliche Symptome auslösen, aber auch zu einer schweren Lungenentzündung führen. Anders als beim SARS-Virus führt der neue Erreger auch rasch zu Nierenversagen. Der genaue Übertragungsweg ist noch unklar. Bei der von China ausgehenden SARS-Epidemie im Jahr 2003 waren weltweit rund 8000 Menschen infiziert worden, etwa 800 von ihnen starben.

Vogelgrippe-Virus breitet sich weiter aus

Der neue, auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Erreger ist auf weiteren Märkten in der chinesischen Millionenstadt Shanghai entdeckt worden. Das Virus wurde auch bei 16 Menschen nachgewiesen, sechs von ihnen starben.

Der neue auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Erreger ist auf weiteren Märkten in der chinesischen Millionenstadt Shanghai entdeckt worden. Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete am Samstag, das Virus H7N9 sei auf zwei Märkten mit landwirtschaftlichen Produkten im Bezirk Minhang gefunden worden. Ganz in der Nähe liegt auch der Geflügelmarkt Huhuai. Dort waren in dieser Woche bereits 20.000 Hühner, Enten, Gänse und Tauben getötet worden, nachdem Tauben mit dem Virus infiziert worden waren.

Nach den neuen Funden in Shanghai haben lokale Behörden die Einfuhr von Geflügel in die Stadt verboten. In der ostchinesischen Stadt Nanjing wurde am Samstag der gesamte Handel mit Geflügel untersagt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Das Virus wurde bei 16 Menschen in Ostchina nachgewiesen, sechs von ihnen starben. Vier Personen in Shanghai. Das neueste Opfer war laut Xinhua ein 64-jähriger Mann aus der Provinz Zhejiang. Symptome sind eine schwere Lungenentzündung, Fieber, Husten und Atemnot.

Auch die Stadtverwaltung von Shanghai verfügte am Freitag die Schließung aller Geflügelmärkte. Zudem wurde jeglicher Handel mit lebendem Geflügel bis auf weiteres verboten.

Nach dem Auftreten des neuen Vogelgrippe-Typs deuten erste Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf hin, dass sich der Erreger mit den antiviralen Medikamenten Tamiflu und Relenza behandeln lässt. H7N9 ist nicht der einzige Vogelgrippe-Erreger: So gab es wegen des aggressiven H5N1-Virus vor einigen Jahren die Sorge, dass es zu einer weltweiten Epidemie kommen könnte. Beide Virentypen können aber offenbar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Sorge bereitet den Experten jedoch, dass sich das Virus geographisch immer weiter ausbreitet und sich bei den betroffenen Tieren nicht bemerkbar macht. „Es ist kein tödliches Virus für Hühner, was bedeutet, dass es sich unter ihnen ausbreiten könnte, ohne dass irgendjemand das merkt“, sagte der Virologe John Oxford von der Londoner Universität Queen Mary der Nachrichtenagentur AFP.

China gilt als Land mit erhöhtem Vogelgrippe-Risiko, da es zu den weltweit größten Produzenten von Geflügelfleisch gehört und viele Hühner in ländlichen Regionen nahe von Menschen gehalten werden. An der weiter verbreiteten H5N1-Variante der Vogelgrippe starben seit 2003 bis Mitte März dieses Jahres weltweit mehr als 360 Menschen.

H7N9: Zahl der Toten durch Vogelgrippe in China steigt

Die chinesischen Gesundheitsbehörden schlagen Alarm: Das bisher kaum bekannte Vogelgrippe-Virus H7N9 hat in dem Land zwei weitere Todesopfer gefordert. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infizierten von neun auf elf, fünf davon starben bisher an der Krankheit.

Noch ist unklar, wie sich die Patienten mit dem Erreger infizierten. Zwar arbeiteten mehrere der Erkrankten in der Tierzucht oder im Lebensmittelhandel, nach WHO-Angaben gibt es jedoch „keinen gemeinsamen Faktor zwischen allen Fällen“. In manchen stark besiedelten Gebieten Chinas leben allerdings Menschen, Hühner und Schweine auf engem Raum zusammen. Landwirtschaftsbehörden fanden das Virus außerdem in Proben von Tauben auf einem Marktplatz in Shanghai, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die Behörden kündigten an, bei der Aufklärung der Krankheitsfälle eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu kooperieren. „China wird einen offenen und transparenten Austausch mit der WHO aufrechterhalten“, versprachen sie laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua. Die Krankenhäuser in einigen großen Städten wurden bereits Anfang der Woche in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Erinnerungen an vergangene Virus-Epidemien

Das bisher kaum bekannte Virus war in der Vergangenheit nur bei Tieren aufgetreten. Jetzt arbeiten Experten mit Hochdruck daran, die Eigenschaften des Vogelgrippe-Typs zu entschlüsseln. Erste genetische Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Patienten sich mit einer Variante des Erregers angesteckt hatten, die sich durch Mutationen wahrscheinlich an Säugetiere angepasst hat. So könne das Virus an die Zellen von Säugetieren andocken, teilte die WHO mit. Außerdem vermehre es sich bei der normalen Körpertemperatur von Säugetieren, während Vögel zumindest tagsüber eine etwas höhere Temperatur haben.

Bei vielen Chinesen wecken die Nachrichten Erinnerungen an vergangene Virusepidemien, der Erreger wurde zum Hauptthema in sozialen Netzwerken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingegen dämpft die Furcht vor einer Vogelgrippe-Epidemie. Für eine akute Ansteckung von Mensch zu Mensch gab es bei den aktuellen Krankheitsfällen laut Behörden zunächst kaum Hinweise. Ohne diesen Infektionsweg sei das Risiko einer Epidemie ziemlich gering, schätzte die WHO die Lage ein.

Zwei Männer waren bereits Ende Februar und Anfang März in Shanghai an dem Virus gestorben. Sie zeigten nach Angaben des Gesundheitsministeriums schon im Februar erste grippeartige Symptome. Ein dritter Mann, ein 38-jährige Koch aus der ostchinesischen Provinz Zhejiang, starb Ende März nach der Infektion mit der Vogelgrippe-Variante. Alle Patienten litten zunächst unter Fieber und Husten, gefolgt von einer schweren Lungenentzündung mit Atemnot.

Vorsichtsmaßnahmen: Kontakt zu Vögeln minimieren

China: Kaum bekanntes Vogelgrippe-Virus fordert drittes Todesopfer

Ein dritter Mann ist in China an einem kaum bekannten Vogelgrippe-Virus gestorben. Mindestens neun Menschen sind an dem Erreger erkrankt. Bisher war das Virus nur bei Tieren bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet dennoch nicht mit einer dramatischen Epidemie.

Die Zahl der Todesopfer durch ein bisher kaum bekanntes Vogelgrippe-Virus steigt: Ein 38-jährige Koch aus der ostchinesischen Provinz Zhejiang starb bereits Ende März nach einer Infektion mit der Vogelgrippe-Variante H7N9, wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch mit Verweis auf lokale Behörden berichtete. Bislang war nur bekannt, dass Anfang März zwei Männer in Shanghai an dem Virus gestorben waren. Außerdem steckte sich ein 67 Jahre alter Rentner in derselben Provinz mit dem Erreger an, insgesamt wurden damit neun Krankheitsfälle registriert. Das Virus war zuvor nur bei Tieren aufgetreten.

Bei vielen Chinesen wecken die Nachrichten Erinnerungen an vergangene Virusepidemien, der Erreger wurde zum Hauptthema in sozialen Netzwerken. „Erst war es H1N1. Jetzt ist es H7N9. Wie schlimm muss das dann erst sein!“, schrieb ein Nutzer im twitterähnlichen Weibo-Dienst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hingegen dämpft die Furcht vor einer Vogelgrippe-Epidemie.

Erst Fieber und Husten, dann eine schwere Lungenentzündung

Noch ist unklar, wie sich die Patienten mit dem Erreger infizierten. Zwar arbeiteten mehrere der Erkrankten in der Tierzucht oder im Lebensmittelhandel, nach WHO-Angaben gibt es jedoch „keinen gemeinsamen Faktor zwischen allen Fällen“. In manchen, stark besiedelten Gebieten Chinas leben allerdings Menschen, Hühner und Schweine auf engem Raum zusammen. Viele Epidemiologen halten diese Voraussetzungen für ideal, damit Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen überspringen können.

Erste Untersuchungen des Virus zeigten außerdem Mutationen, die es möglicherweise gefährlicher für den Menschen machen. „Das Virus hat sich in einem bestimmten Grad bereits an Säugetiere und den Menschen angepasst“, sagte Ab Osterhaus vom Erasmus Medical Centre in den Niederlanden. „Aus diesem Blickwinkel ist das Virus besorgniserregend. Wir sollten es sehr genau im Auge behalten.“ Für eine akute Ansteckung von Mensch zu Mensch gab es bei den aktuellen Krankheitsfällen laut Behörden zunächst kaum Hinweise. Ohne diesen Infektionsweg sei das Risiko einer Epidemie ziemlich gering, schätzte die WHO die Lage ein.

Die im März gestorbenen Männer zeigten nach Angaben des Gesundheitsministeriums schon im Februar erste grippeartige Symptome. Alle Patienten litten zunächst unter Fieber und Husten, gefolgt von einer schweren Lungenentzündung mit Atemnot. Der Virologe Malik Peiris von der Universität Hongkong sieht die Gesundheitsbehörden unter Zugzwang: Wenn die Übertragung durch Geflügel eindeutig nachgewiesen werde, könne der Kontakt zu Menschen entsprechend minimiert und der Virus im betroffenen Zuchtbetrieb abgetötet werden, sagte er. „Wenn wir das nicht tun, und zwar schnell, werden wir wahrscheinlich das Zeitfenster zur Auslöschung des Virus‘ verpassen.“

Von toten Vögeln fernhalten

Das chinesische Gesundheitsministerium empfahl vorsorglich, sich besonders von toten Vögeln fernzuhalten. Chinas Nachbar Vietnam hat vorsichtshalber schon einen Sofortstopp für alle chinesischen Geflügelimporte verhängt und die Grenzkontrollen verschärft. Auch Taiwan, das nur durch eine schmale Meeresstraße vom chinesischen Festland getrennt ist, erhöhte am Mittwoch die Alarmstufe und bildete eine Arbeitsgruppe, um Vorkehrungen für den möglichen Ausbruch einer Epidemie zu treffen.

Die sogenannte aviäre Influenza befällt vor allem Vögel, manche Formen können aber auch dem Menschen gefährlich werden: Der Erreger H5N1 infizierte nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO seit 2003 weltweit mehr als 600 Menschen. 371 von ihnen starben. Bis Anfang 2012 registrierte die WHO in China 41 Erkrankungen und 27 Tote. Mediziner befürchten seit Jahren, dass der Vogelgrippe-Erreger H5N1 durch Mutationen oder genetische Vermischung mit einem anderen Virus ansteckender oder gar von Mensch zu Mensch übertragbar wird.

Schweinegrippe: Forscher fürchtet Ausbreitung resistenter H1N1-Viren

Die Grippewelle fiel in dieser Saison besonders stark aus. Jetzt warnt ein australischer Forscher vor einer möglichen Ausbreitung resistenter Schweinegrippe-Erreger. Bisher sind zwar nur wenige Fälle von Tamiflu-resistenten H1N1-Viren bekannt. Die Behörden bleiben aber alarmiert.

Noch vor zwei Jahren war der Begriff Schweinegrippe einer, vor dem sich die Welt fürchtete. Heute aber, während die aktuelle Grippewelle weltweit wütet, nimmt kaum einer Notiz davon, dass es sich bei etwa 30 Prozent aller registrierten Influenza-Fälle um H1N1-Erreger, also Schweinegrippeviren, handelt.

Jetzt lässt ein australischer Wissenschaftler zumindest die Fachwelt aufhorchen: Auf der Jahrestagung der australischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten in Melbourne berichtete Aeron Hurt, dass es sich bei etwa zwei Prozent aller H1N1-Fälle in der australischen Bevölkerung um resistente Erreger handele. Gemeint sind sogenannte Oseltamivir-resistente H1N1-Viren, gegen die das Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu) aufgrund einer speziellen Mutation nichts ausrichten kann.

Wie „BBC News“ berichtet, sagte Hurt auf dem Kongress, dass er angesichts der Zahlen besorgt sei. „Die größte Sorge ist, dass sich diese resistenten Viren weltweit verbreiten könnten“, so der Wissenschaftler des WHO-Kollaborationszentrums für Influenza in Melbourne. Ähnlich sei es 2008 auch der Fall gewesen, als das zuvor saisonale H1N1-Virus eine Oseltamivir-Resistenz erworben hätte und sich anschließend in weniger als 12 Monaten weltweit verbreitet hätte.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE heißt es seitens des Robert Koch-Instituts (RKI), dass in Deutschland seit der 40. Kalenderwoche 2012 Proben von 142 H1N1-Patienten untersucht wurden. Bei drei der Patienten haben die Viren demnach im Verlauf der Tamiflu-Therapie eine Resistenz entwickelt. Laboruntersuchungen bestätigten, dass es sich um H1N1-Viren mit der Mutation H275Y handelte, die für Oseltamivir-resistente Influenza-Viren typisch ist. Insgesamt verzeichnete das RKI laut seinem aktuellen Wochenbericht seit der 40. Kalenderwoche in 2012 bis zur 10. Kalenderwoche in diesem Jahr 1476 Fälle von Influenza, 599 davon waren Influenza A des Typs H1N1, 508 des Typs H3N2 und 369 Influenza B. 103 Menschen starben bisher nachweislich an einer Influenza-Infektion.

Zahl resistenter Influenzaviren in Deutschland und Europa gering

Europaweit wurden nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in der aktuellen Grippesaison bisher 287 H1N1-Proben untersucht, in sechs wurde eine Tamiflu-Resistenz registriert. In vier der Fälle hätten die Viren die Resistenz aber erst im Verlauf der Therapie mit dem Medikament entwickelt. Deshalb sei davon auszugehen, dass es sich europaweit in weniger als einem Prozent aller H1N1-Infektionen um Oseltamivir-resistente Viren handelt.

Angesichts dieser Statistiken geben sich die hiesigen Behörden bisher weitgehend gelassen. „Obwohl eine plötzliche Entstehung und Verbreitung resistenter Viren generell nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, zeigen sich zur Zeit keine Hinweise auf eine verstärkte Zirkulation resistenter Viren“, sagt Susanne Duwe, die im Nationalen Referenzzentrum für Influenza des RKI für die Untersuchung der zirkulierenden Stämme zuständig ist.

Zahl der EHEC-Fälle steigt rapide ‎- schwere HUS-Fälle mit Hirnstörungen

Zahl der EHEC-Fälle steigt rapide ‎- schwere HUS-Fälle mit Hirnstörungen

Das gefährliche Bakterium EHEC breitet sich weiter aus: Innerhalb eines Tages hat sich die Zahl der mit EHEC infizierten Menschen deutlich erhöht. Die Quelle der Infektion, das ist inzwischen klar, sind definitiv nicht spanische Salatgurken.

Die EHEC-Erkrankungsfälle im Norden steigen wieder rapide an. In Niedersachsen lag die Zahl der bestätigten Erkrankungen und der Verdachtsfälle am Mittwoch bei 344. Das sind 80 Menschen mehr als am Vortag. Bei 250 Fällen gebe es schon eine definitive Bestätigung durch Laboruntersuchungen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Thomas Spieker, in Hannover. Auch die Zahl der Menschen, die an HUS, dem lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf des Durchfallerregers erkrankt sind, ist von 47 auf 68 Patienten gestiegen. „Wir verzeichnen wieder einen deutlichen Anstieg der Erkrankungsfälle durch EHEC und HUS“, sagte auch Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Dort gebe es 668 EHEC-Fälle oder Verdachtsfälle, 119 mehr als am Vortag.

Experten suchen unterdessen weiter fieberhaft nach der Quelle der Erreger: „Man kann derzeit gar nichts ausschließen“, erklärte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) im ZDF-Morgenmagazin. Die Lieferwege müssten zurückverfolgt, Lieferlisten ausgewertet werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei sehr unwahrscheinlich, wenn man normale Hygieneregeln einhalte, erläuterte Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks. „Sehr viel wahrscheinlicher ist wirklich die Primärinfektion über ein Lebensmittel, das man zu sich nimmt.“

Kein EHEC auf spanischen Salatgurken

Und inzwischen ist klar: Auf keiner der – insgesamt vier – untersuchten spanischen Salatgurken vom Hamburger Großmarkt fanden sich Bakterien, die die Ursache für den Ausbruch der EHEC-Epidemie in Norddeutschland sind. Der gefährliche Stamm O104:H4 sei nicht nachzuweisen gewesen, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung. Spanische Bauernverbände beziffern die Verluste, die den Landwirten entstanden sind, auf 200 Millionen Euro pro Woche. Spanien ist einer der größten Gemüseexporteure Europas. Spaniens Regierung fordert nun Schadenersatz – für alle europäischen Landwirte, also auch die deutschen. Die verlieren nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes pro Tag zwei bis drei Millionen Euro. Spanien prüft zudem eine Klage gegen die Hamburger Gesundheitsbehörde.

Auch im Ausland breitet sich der Keim weiter aus: In Tschechien gibt es einen ersten nachgewiesenen EHEC-Fall. Eine amerikanische Touristin sei definitiv an dem Erregertyp O104 erkrankt, teilte das nationale Referenzlabor in Prag mit. Die EU-Kommission nannte zudem folgende EHEC-Zahlen: Schweden 41 (davon 15 HUS), Dänemark 14 (davon 6 HUS), Frankreich 6 EHEC-Fälle, Großbritannien 3 Fälle (davon 2 HUS), Niederlande 7 (davon 3 HUS) und Österreich 2 EHEC-Fälle. In den meisten Fällen handele es sich um Menschen, die kurz zuvor in Deutschland gewesen seien.

Verbraucherministerin Aigner nahm die Hamburger Gesundheitsbehörden erneut gegen ausländische Kritik am Krisenmanagement während der EHEC-Epidemie in Schutz. „Es wurden ja EHEC-Erreger auch auf spanischen Gurken gefunden. Und deshalb musste nach den europäischen Regularien dazu auch eine Schnellwarnung abgesetzt werden“, sagte die CSU-Politikerin im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Hamburger Kollegen hätten sich „wirklich gut verhalten“. Die EHEC-Erreger auf den spanischen Gurken stammten von einem anderen Bakterien-Typ als die des aktuellen Ausbruchs in Deutschland.

EU rechnet mit schneller Aufklärung

Die EU-Staaten erwarten bei der Suche nach dem Grund für die Infektionen rasche Aufklärung aus Deutschland. Dies geht aus einer Erklärung von Gesundheitsexperten aller 27 EU-Regierungen hervor, die am Dienstagabend nach einem Treffen in Brüssel veröffentlicht wurde. Darin heißt es: „Die EU-Staaten nehmen auch zur Kenntnis, dass der Ausbruch geografisch mit einer Gegend um die Stadt Hamburg verbunden ist.“

Angesichts des hohen Bedarfs an Blutkonserven und Blutplasma wegen der zahlreichen schweren EHEC-Erkrankungen haben Experten zum Blutspenden aufgerufen. „Wir haben zwar eine gut organisierte, länderübergreifende Versorgung mit Blutkonserven, aber wir sollten nicht vergessen, dass die Urlaubssaison unmittelbar bevorsteht, in der erfahrungsgemäß durch ein erhöhtes Unfallgeschehen auch wieder mehr Blutkonserven benötigt werden“, erklärte der Sprecher des Landesverbandes der Ersatzkassen in Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Grübler.

Verläuft die EHEC-Erkrankung schwer, muss Blutwäsche eingesetzt werden. Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks riefen zum Blutspenden auf – und spendeten gleich selbst.

Quelle: http://politik-news.net/zahl-der-ehec-falle-steigt-rapide-%E2%80%8E-schwere-hus-falle-mit-hirnstorungen/

Erste Grippesaison nach der Pandemie

Neue Influenzaviren bedeuten nicht den Untergang, sie stellen aber eine potenzielle Bedrohung dar. Was wir aus der letzten Pandemie lernen können.

Für die Grippe war das Jahr 2009 ein Schicksalsjahr. Zuvor wurden die jährlich vom Bund organisierte Impfkampagne gegen die saisonale Influenza wie auch die Grippewelle selbst als unspektakuläre Ereignisse wahrgenommen. Es gab ein paar gute Gründe für die Impfung und ein paar weniger gute dagegen. Damit war das Thema vom Tisch – bis zur nächsten Grippesaison.

Das ist nun anders. Seit der letztjährigen Pandemie ist die Grippe ein Dauerbrenner. Bei vielen überwiegen noch immer die Kritik und der Spott für das, was im März 2009 in Mexiko seinen Ursprung nahm und innert Kürze in die gesamte Welt verbreitet wurde: das neue, pandemische Influenzavirus vom Typ H1N1, das auch die Schweiz während Monaten im Griff hielt.

Wissenschaftlich basierte Risikoanalyse

Diese Sicht ist nicht fair. Denn sie verkennt die Möglichkeit, dass alles viel schlimmer hätte kommen können. Dass ein solches Szenario kein Gespenst der Phantasie ist, wissen wir spätestens seit dem Auftreten eines anderen Influenzavirus, des Erregers der Vogelgrippe H5N1. Dieser war zu einer viel höheren Letalität befähigt als der Schweinegrippe-Stamm. Sein Handicap und unser Glück war, dass H5N1 praktisch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Es braucht aber nicht viel Phantasie, um sich einen Hybrid-Erreger vorzustellen, der die beiden gefährlichen Eigenschaften von Schweine- und Vogelgrippevirus in sich vereint.

Die Erfahrungen mit der jüngsten Pandemie zeigen die Schwierigkeiten bei der Beurteilung von neuen Infektionskrankheiten, mit denen Wissenschafter und Behörden zu kämpfen haben. Denn das Risiko eines neuartigen Krankheitserregers wird erst mit zunehmender Zeitdauer abschätzbar. Das war auch bei der Schweinegrippe so. Erst im Verlauf hat sich gezeigt, dass die Letalität der Krankheit am Anfang überschätzt wurde. Ein Grund war, dass das neue Virus schon viel länger in Mexiko zirkulierte, als man angenommen hatte. Bei Bekanntwerden der ersten Todesfälle waren deshalb schon sehr viele Personen angesteckt worden – die meisten unerkannt und ohne Symptome –, was die ursprüngliche Zahl der Todesfälle relativiert.

Zwischen Panikmache und Verharmlosung

In einer derart unsicheren Situation wie dem Beginn einer Pandemie ist es für alle schwierig, den richtigen Weg zwischen unnötiger Panikmache und fataler Verharmlosung zu finden. Denn die beiden Extreme sind die zwei Seiten derselben Medaille, die auf eine potenzielle Bedrohung hinweist. Dass dabei irrationale Ängste freigesetzt werden, die mit sachlichen Argumenten allein nicht vollständig einzudämmen sind, ist aus der Psychologie bekannt. Entscheidungsträger haben in dieser Phase mit besonders viel Kritik und Gegenwind zu rechnen. Denn bei unklarer Faktenlage kann immer so oder anders entschieden werden. Was richtig oder falsch ist, lässt sich erst im Nachhinein sagen.

Den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu einem neuen Krankheitserreger kommt deshalb höchste Priorität zu. Diese garantieren, dass die Entscheidfindung nicht im Nebel des Unwissens stattfinden muss. Was die jüngste Pandemie aber auch gezeigt hat: Es braucht in der Schweiz dringend eine zentrale Steuerung bei der Verteilung des Pandemie-Impfstoffs, und die Zulassung solcher Notfallmedikamente muss mit dem Ausland besser koordiniert werden. Zudem muss im Pandemieplan die starre Koppelung von Pandemie-Phasen und den darin zu ergreifenden Massnahmen aufgebrochen werden.

Wichtig ist schliesslich auch, dass die Behörden nicht nur den worst case vor Augen haben, sondern mehr als bis anhin in Szenarien denken, die auf klaren Risikoanalysen basieren. Diese Risiken gilt es Fachleuten wie Öffentlichkeit zu kommunizieren. Denn die Bevölkerung ist nicht an Beschwichtigungen und plakativen Ermahnungen interessiert, sondern an differenzierten Informationen, die auch den Stand des Nichtwissens berücksichtigen. Vielleicht müsste mit den Bürgern auch ein Dialog darüber geführt werden, gegen welche Risiken sie sich wie gut absichern wollen – dies auch im Hinblick auf konkurrierende Katastrophen und beschränkte Ressourcen.

Dialog um Sicherheitsbedürfnisse

Eine solche Partizipation könnte bedeuten, dass die Bevölkerung mitredet bei der Frage, wie viel Pandemie-Impfstoff der Staat einkaufen soll. Braucht es bei einer gewissen Risikosituation eine 100-Prozent-Garantie, oder wäre weniger Sicherheit vertretbar? Um solche Fragen zu beantworten, braucht es eine klare Vorstellung vom Konzept des Risikos. Dieses hat mehr mit Wahrscheinlichkeiten denn mit Sicherheiten und Wahrheiten zu tun. Weil ein Grossteil der Bevölkerung damit Mühe bekundet, müsste dieses Verständnis aber erst gefördert werden. Auch dazu könnte die Pandemie Anstoss sein.

Grippeimpfung schützt auch vor H1N1-Viren

Regionsbewohner, die sich vor der beginnenden Grippesaison impfen lassen, erhalten mit dem aktuellen Impfstoff erstmals in diesem Jahr auch einen Schutz vor dem Virus H1N1. Das hat das niedersächsische Landesgesundheitsamt mitgeteilt.

Mit dem Erreger der sogenannten Schweinegrippe hatten sich von April 2009 bis August 2010 bundesweit 226.000 Menschen infiziert, in der Region Hannover waren es rund 3030. Auch wer bereits an Schweinegrippe erkrankt war, sollte sich impfen lassen, denn eine Infektion schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung mit dem H1N1-Virus.

Der neue Grippeimpfstoff ist bereits ausgeliefert worden und liegt in den Arztpraxen bereit. Mit dem Höhepunkt der Grippesaison 2010/2011 rechnen Fachleute im Januar und Februar, halten aber auch schon eher eine Grippewelle für möglich. Das neue Serum enthält auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation drei Komponenten mit den in den vergangenen Jahren am häufigsten nachgewiesenen Grippeerregern. Dazu gehören neben H1N1 auch H3N2, ein Wirkstoff gegen Influenza B sowie verschiedene Untergruppen. Für über 60-Jährige gibt es außerdem einen besonderen Impfstoff mit einem Wirkstoffverstärker, weil deren Immunsystem im Vergleich zu jüngeren Menschen schwächer ist.

Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover rät vor allem Risikopatienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Leber- und Nierenkrankheiten oder Erkrankungen der Atemwege zum Grippeschutz. Impfen lassen sollten sich auch über 60-Jährige, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Beschäftigte öffentlicher Einrichtungen wie Krankenhäusern und Kindertagesstätten. Seit Juli 2010 rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ausdrücklich auch Schwangeren zur Grippeschutzimpfung. Für Risikopatienten übernehmen die Krankenkassen die Impfkosten, für die Übrigen entfällt zumindest die Praxisgebühr.

Grippe gefährlich für Raucher

Raucher sind im Fall einer Grippe-Infektion besonders gefährdet. Im Vergleich zu Nichtrauchern erleiden sie wesentlich häufiger Komplikationen und sterben eher, wie die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin berichtet.

Bei Rauchern komme es offenbar zu einer unkontrollierten, übersteigerten Immunreaktion bei der Abwehr der Influenza-Viren. Wer regelmäßig rauche, riskiere, dass das Immunsystem bei der Abwehr entgleise, was das Risiko von schweren Komplikationen wie einer Lungen- oder Herzbeutelentzündung erhöhe.