Archiv der Kategorie: Ebola

Zahl der Ebola-Verdachtsfälle steigt

In der Demokratischen Republik Kongo steigt die Zahl der Ebola-Verdachtsfälle an.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in Genf könnten sich inzwischen 43 Menschen mit dem Virus angesteckt haben. Bisher wurde Ebola in zwei Fällen durch Labortests nachgewiesen. Am kommenden Freitag soll ein Flugzeug Helfer und bis zu 2,5 Tonnen Ausrüstung nach Buta im Norden des Landes fliegen, wie die EU-Kommission mitteilte. Bei der bislang größten Ebola-Epidemie starben 2014 und 2015 mehr als 11.000 Menschen in Westafrika.

Weltbank startet Pandemie-Versicherung

Mit einem Umfang von 500 Millionen US-Dollar will die Weltbank in den kommenden drei Jahren eine Versicherungskomponente für drohende Pandemien zur Verfügung stellen. Ebola hat gezeigt, was passiert, wenn nicht frühzeitig und richtig reagiert wird. Noch immer seien Pandemien eine der größten Gefahren, so die Weltbank. Die neue Versicherung soll vor allem ärmeren Ländern helfen.

Liberia hat Angst vor neuem Ebola-Ausbruch

Große Erleichterung ging durch Liberia, als die Weltgesundheitsorganisation am 9. Mai die Ebola-Epidemie für beendet erklärte. 42 Tage lang hatte es keinen neuen Fall in dem westafrikanischen Land gegeben – das ist die doppelte maximale Inkubationszeit. Damit, so hoffte die Bevölkerung, sei die verheerende Epidemie nach fast eineinhalb dramatischen Jahren besiegt. Doch so leicht lässt sich das Virus nicht ausmerzen.

In der vergangenen Woche wurde im Distrikt Margibi unweit der Hauptstadt Monrovia ein neuer Fall bekannt: Tests bei einem toten Jugendlichen ergaben, dass er infiziert war.

Mittlerweile sind zwei Menschen, die Kontakt mit dem 17-Jährigen hatten, ebenfalls erkrankt. Fast 200 weitere werden nach WHO-Angaben ständig überwacht. Die Hilfsorganisation Oxfam spricht von einem „Rückschlag“ im Kampf gegen die Seuche.

Das Wiederaufflammen des Virus‘ müsse ein Weckruf sein, um bisher unbeantwortete Fragen anzugehen und zu verstehen, warum es nun neue Fälle gebe, sagt der Oxfam-Landesdirektor Mamudu Salifu. „Ist Ebola vielleicht endemisch in Liberia? Und ist das Land jetzt besser dafür gerüstet, diesen neuen Ausbruch zu managen?“

Sicher ist, dass erneut die Angst umgeht. „Es ist schlimm, dass wir uns wieder in dieser Situation befinden – nicht nur, weil viele Menschen sterben könnten, sondern auch, was die Wirtschaft, die Entwicklung und das Image des Landes betrifft“, erklärt der politische Analyst Sando Wayne. Tatsächlich hatte das Virus in Liberia sowie auch in Guinea und Sierra Leone verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaftslage.

Krankenhauspersonal läuft davon

In Nigeria flüchten immer mehr Ärzte und Pfleger aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus aus den Krankenhäusern. Viele Mediziner hätten auf Druck ihrer Familien die Klinik verlassen.

Betroffen sei vor allem das Yaba Mainland Hospital in Lagos, wo mehrere Infizierte auf Isolierstationen lägen, berichtet die Zeitung „Punch“. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas wurden bisher elf Ebola-Fälle bestätigt. Erst gestern war bekanntgeworden, dass eine weitere Infizierte an den Folgen der Krankheit gestorben ist. Die Tote war eine junge Krankenschwester. Sie hatte Kontakt mit einem Berater der liberianischen Regierung, der im Juli in die Millionenmetropole Lagos gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen war. Insgesamt gibt es damit in Nigeria bereits vier Ebola-Opfer.

Erster Ebola-Fall wird nach Europa geflogen

Spanien holt einen Geistlichen zur Behandlung zurück in sein Heimatland. Er hatte in Liberia einen mit Ebola infizierten Klinikchef gepflegt – und sich selbst angesteckt.

Sie gibt dem Druck von Zehntausenden Spaniern nach, die seine Rückkehr fordern: Die spanische Regierung lässt einen mit dem Ebola-Virus infizierten Staatsbürger aus Westafrika in sein Heimatland zurückbringen. Eine Maschine der spanischen Luftwaffe sollte am Mittwoch von Madrid nach Liberia starten, um den aus Spanien stammenden Geistlichen abzuholen. Bei dem Transport würden die strengsten Sicherheits- und Quarantäne-Vorkehrungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingehalten, verlautete aus dem Verteidigungsministerium.

Spanien ist damit nach den USA der zweite westliche Staat, der bei der aktuellen Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten Staatsbürger aufnimmt. Der 75-jährige Geistliche Miguel Pajares hatte in Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus gearbeitet. Dort hatte der Spanier den später an Ebola gestorbenen Direktor gepflegt. Am Montag ergab ein Test, dass er ebenfalls mit dem Virus infiziert wurde.

Beamte der Madrider Ministerien für Gesundheit, Verteidigung und Inneres beschlossen, den aus der Gegend von Toledo stammenden Geistlichen nach Spanien zurückzubringen.

Zehntausende Spanier hatten zuvor von der Regierung in Madrid die sofortige Rückkehr des Geistlichen gefordert. Die entsprechende Internetpetition war am Dienstagabend bereits von mehr als 75.000 Menschen unterstützt worden. Der 75-jährige Johanniter, der seit acht Jahren in Liberia für eine Nichtregierungsorganisation tätig ist, sagte der Nachrichtenagentur efe, er fühle sich im Stich gelassen. Ein Test ergab am Montag, dass er Ebola hat. „Ich würde gern nach Spanien, weil wir hier sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Man hilft uns nicht.“

Die Situation im Krankenhaus sei sehr schlimm, ließ die spanische Nichtregierungsorganisation „Juan Ciudad“ wissen. Neben dem Geistlichen seien auch zwei Missionarinnen infiziert. Insgesamt seien seit dem 1. August sechs Missionare unter Quarantäne gestellt.

Die Reaktionen in den USA waren vielfach anders ausgefallen: Dort hatten sich in Foren und anderen Beiträgen etliche Menschen aus Angst vor Ansteckung gegen eine Rückkehr von infizierten Amerikanern ausgesprochen.

Inzwischen acht bestätigte Ebola-Fälle in Nigeria

In Nigeria sind inzwischen acht Ebola-Fälle in Labortests bestätigt worden. Alle Patienten lägen in Lagos auf Isolierstationen in Quarantäne, bestätigte am Dienstagabend der örtliche Gesundheitsbeauftragte Jide Idris. Weitere mögliche Fälle würden überwacht. Die Hafenstadt Lagos ist mit zehn bis zwölf Millionen Einwohnern neben Kairo die bevölkerungsreichste Stadt Afrikas, Nigeria das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Kontinents.

Alle erfassten Fälle gehen auf einen Berater der liberianischen Regierung zurück, der vor knapp zwei Wochen in einem Krankenhaus in Lagos an dem Virus gestorben war. Der 40-Jährige war wenige Tage zuvor nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen. Zunächst war die Ansteckung eines Arztes bestätigt worden, nun folgten weitere Nachweise.

Die Regierung hat medizinisches Personal zu wichtigen Grenzpunkten entsandt. Zudem wurden in vielen Bundesstaaten Aufklärungskampagnen gestartet. Am Wochenende hatten die Behörden mitgeteilt, dass eine Schließung der Grenzen zunächst nicht geplant sei.

Ebola hat Nigeria erreicht

In Nigeria gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen mehrere Ebola-Fälle. Bei drei Patienten sei es „wahrscheinlich“, dass sie mit dem Virus infiziert seien, dazu komme ein Verdachtsfall. Der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu bestätigte einen neuen Fall: Ein Arzt sei mit dem Virus infiziert. Der Mediziner habe sich bei einem Ebola-Patienten angesteckt, der mit dem Flugzeug aus Liberia nach Lagos eingereist und Ende Juli gestorben war.

Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Arzt waren, zeigen dem Minister zufolge ebenfalls Symptome – sie liegen nun auf einer Isolierstation. Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht.

Nigeria ist nach Liberia, Sierra Leone und Guinea das vierte Land, das von der Ebola-Epidemie betroffen ist. Das Land hat mehr als 150 Millionen Einwohner, allein in der Metropole Lagos leben rund zehn Millionen Menschen.

Die Regierungen von Liberia und Sierra Leone haben inzwischen den nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, in Liberia sind Märkte und Schulen geschlossen, an Flughäfen soll Reisenden Fieber gemessen werden. Sierra Leone stellte ganze Gebiete im Osten des Landes unter Quarantäne. Der Fußballverband sagte laut BBC alle Fußballspiele im Land ab. Mit der Maßnahme sollen große Menschenansammlungen vermieden werden. Es sei fraglich, ob das für nächsten Monat angesetzte Qualifikationsspiel zwischen Sierra Leone und Kamerun für die Afrikameisterschaft stattfinden könne.

WHO: 887 Ebola-Tote, mehr als 1600 Infizierte

Nach neuen Angaben der WHO sind inzwischen in Westafrika mindestens 887 Menschenleben an Ebola gestorben. Die Zahl registrierter Infektionen stieg auf 1603. Die Zahlen der WHO zeigen auch, dass sich die Epidemie innerhalb weniger Tage rasant ausgebreitetet hat: Seit dem 31. Juli kamen 158 neue Todesfälle dazu.

Zustand des Ebola-Arztes in den USA besser

Der Zustand eines in Atlanta in den USA behandelten Ebola-Arztes hat sich unterdessen leicht gebessert. „Es ist ermutigend, dass es ihm besser zu gehen scheint“, sagte der Direktor der amerikanischen Seuchenbehörde CDC, Tom Frieden, dem Sender CBS. Der 33-jährige Kent Brantly ist der erste in den USA behandelte Ebola-Patient überhaupt. Frieden gab sich optimistisch: „Wir wissen jetzt, wie wir Ebola stoppen können“, sagte er. Zwar sei der Ausbruch derzeit außer Kontrolle, die für den Kampf gegen die Seuche nötigen Methoden seien aber bekannt und erprobt. Der CDC-Direktor kündigte an, dass in den kommenden 30 Tagen insgesamt 50 US-Experten nach Westafrika geschickt werden.

Die nächsten Tage sind Experten zufolge aber noch kritisch für den 33-jährigen Arzt. Er hatte sich in Liberia infiziert und vor etwa einer Woche erste Ebola-Symptome gezeigt. Die WHO-Daten zeigen, dass bei der aktuellen Ebola-Epidemie in Westafrika gut die Hälfte der erfassten Infizierten nicht überleben.

Das Ebola-Virus löst eine infektiöse Fiebererkrankung aus, die von Blutungen begleitet wird. Es gibt kein Heilmittel, lediglich die Symptome der Patienten können behandelt werden.

Ebola: Sicherheitsmaßnahmen am Frankfurter Flughafen

Wenn sich das in Westafrika wütende Ebolavirus einen Weg nach Deutschland bahnen würde, dann wäre der Frankfurter Flughafen eine wahre Schleuse.

Das Szenario wurde natürlich bereits durchgespielt und sollte ein Ebola-Patient in Frankfurt am Main landen, dann würde ein komplexer Wall aus Schutzmaßnahmen greifen.

Der Notfallplan bei Ebola

Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt hält es für “extrem unwahrscheinlich”, dass ein Passagier an Bord erkrankt und nach der Landung isoliert werden muss. Doch falls dem so wäre, existiert sozusagen ein Notfallplan. Allerdings wurde dieser Plan nicht extra aufgrund der Ebola-Epidemie ausgearbeitet, sondern er besteht seit Langem. So landete etwa im Jahr 2003 ein SARS-Patient in Frankfurt und im Jahr 2006 war ein Passagier am Lassafieber erkrankt. Beide Patienten hätten überlebt, so der Gesundheitsamts-Chef René Gottschalk. Er ist auch für den Flughafen in Frankfurt zuständig.

Der Notfallplan sieht vor, dass ein ampel-ähnliches Verfahren als Schutzmaßnahme fungiert. Zeigt ein Fluggast die Symptomatik einer Infektion, meldet der Pilot dies an den Tower, erklärt Fraport-Sprecher Christopher Holschier. Die Folge wäre, dass das Flugzeug draußen auf dem Vorfeld zum Stillstand kommt. Der erkrankte Passagier wird mit einem roten Punkt “markiert” und unverzüglich mit einem Spezialfahrzeug auf die Isolierstation der Universitätsklinik gebracht. Jeder, der sich in einem Umkreis von zwei Metern um den Infizierten während des Fluges aufhielt, erhält einen gelben Punkt. Eventuell müssten diese Personen in Quarantäne. Und die restlichen Passagiere oder Crewmitglieder bekommen einen grünen Punkt. Ausgestattet mit Informationsmaterial dürften sie ihren Weg ohne weitere Maßnahmen fortsetzen. Auch die Busse, die die Passagiere vom Vorfeld abholen, sind mit den entsprechenden Farben markiert. So kommen die Fluggäste mit einem gelben Punkt in den entsprechenden Bus und die “grünen” Passagiere werden in den dafür vorgesehenen Bus gebracht.
So kommen die unterschiedlichen Gruppen nicht miteinander in Berührung.

Die Station 68

In der Universitätsklinik ist die “Station 68″ ausschließlich den Erkrankten vorbehalten, die an einer hochansteckenden, lebensbedrohlichen Infektion leiden. Seit Bestehen wurde sie lediglich erst zweimal benutzt. Im Ernstfall werden drei Zimmer der “normalen” Infektionsstation mit speziellen Schleusentüren abgetrennt. In den Isolierzimmern herrscht ein Unterdruck und die Ärzte werden mit gesonderten Anzügen ausgestattet, die ein wenig an die Raumfahrt erinnern. Oberarzt Timo Wolf erklärt, dass in diesen Schutzanzügen ein Überdruck herrscht. Unabhängig von einem tatsächlichen Auftreten einer solchen Infektionsgefahr werden die betroffenen Ärzte und das Pflegepersonal regelmäßig geschult. So ist das Klinikum in der Lage, jederzeit einen hochinfektiösen Patienten aufzunehmen und ihn entsprechend zu versorgen.

Deutsche Ärzte und Entwicklungshelfer würden heimgeholt

Würde sich ein deutscher Arzt oder ein Entwicklungshelfer mit dem Ebola-Virus infizieren, dann würde dieser nicht mit einer normalen Linienmaschine nach Hause fliegen. Für solche Fälle käme ein Spezialflugzeug zum Einsatz. Am Flughafen würde der Erkrankte sofort in das Spezialfahrzeug umsteigen und käme ohne einen Kontakt zu irgendeiner Person in das Klinikum.

René Gottschalk seufzt über die unzähligen Anfragen von Privatpersonen. “Alle hätten plötzlich Ebola”, dabei gebe es in Deutschland keinen einzigen Fall und auch keinerlei Problematik. Es gibt noch nicht einmal eine direkte Flugverbindung zwischen Frankfurt und den betroffenen Ländern in Afrika. Und – um sich anzustecken, müsste man schon mit einer Körperflüssigkeit oder einem Organ eines Infizierten in Berührung kommen – ein äußerst unwahrscheinliches Szenario.

Ebola: Vermögende Westafrikaner sind eine Gefahr

Dem Ebola-Virus in Westafrika fallen immer mehr Menschen zum Opfer: Binnen eines Monats hat sich die Zahl der Toten um fast 130 erhöht. Wie groß ist die Gefahr, dass Ebola in Deutschland auftaucht?

Seit dem Ausbruch der Ebola-Seuche in Westafrika sind 467 Menschen dem Virus erlegen. In Guinea, Liberia und Sierra Leone seien bislang 759 Fälle von hämorrhagischem Fieber verzeichnet worden, darunter 544 bestätige Ebola-Fälle, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Von den Infizierten seien 467 Menschen gestorben. Die Zahl der Toten ist binnen einem Monat um fast 40 Prozent gestiegen.

„Das macht den derzeitigen Ausbruch zum schwersten aller Zeiten, nicht nur was die Zahl der Fälle und der Toten betrifft, sondern auch bezüglich der geografischen Verbreitung“, so die WHO. Der bisher tödlichste Ausbruch der Krankheit war 1995 im Kongo mit 254 Toten verzeichnet worden.

Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich das hoch ansteckende Ebola-Virus in der Region ausbreitet. Bei der Krankheit leiden die Infizierten an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Gegen die Krankheit existieren bislang keine Medikamente. Bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich.

Ebola-Ansteckung von Touristen unwahrscheinlich

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika hat für Deutschland indes keine weiteren Vorbeugemaßnahmen zur Folge. „Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand die Erkrankung einschleppt, ist Deutschland bereits bestens ausgerüstet“, betonte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), in Berlin.

„Zudem ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Touristen sich anstecken.“ Eine Ansteckung sei nur möglich, wenn man mit Erkrankten, deren Körperflüssigkeiten oder Menschen, die an Ebola gestorben sind, direkten Kontakt habe.

„Solche Kontakte sind leicht zu vermeiden, denn während der Inkubationszeit, in der die Betroffenen noch keine Symptome zeigen, sind weder sie selbst noch ihre Ausscheidungen ansteckend“, sagte Schaade. Darüber hinaus kann man sich durch den Verzehr erkrankter Wildtiere („Bushmeat“) anstecken.

In den rund 40 Jahren, in denen der Ebola-Erreger in Afrika bekannt ist, wurde er kein einziges Mal nach Europa eingeschleppt. Nur ein Importfall des verwandten Marburg-Virus ist bekannt.

Neun spezielle Behandlungszentren in Deutschland

„Wir haben neun spezielle Behandlungszentren bundesweit verteilt, die sind jederzeit einsatzbereit“, ergänzte Schaade. Diese Sonderisolierstationen sind auf den Umgang mit gefährlichen Infektionskrankheiten spezialisiert. Dort geht es darum, die Weiterverbreitung zu stoppen und die Patienten zu stabilisieren.

„Es kommt immer wieder mal vor, dass dort bei Menschen ein Verdacht auf ein hämorrhagisches Fieber, wie Lassa- oder Ebola-Fieber, ausgeschlossen und stattdessen Malaria diagnostiziert wird“, sagte Schaade. Wichtig sei es jedoch, dass auch ein niedergelassener Arzt immer mitdenke, wenn ein Reisender aus den betroffenen Regionen mit Fieber oder unklaren Beschwerden zu ihm komme.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hält es ebenfalls für unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass Touristen sich anstecken. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die betroffenen Regionen von Guinea, Sierra Leone und Liberia vorsichtshalber ab.

Westafrikaner könnten das Virus mitbringen

Eine Gefahr durch Touristen sieht auch das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (Hamburg) nicht. „Die betroffenen Regionen sind keine Touristendestinationen. Allenfalls könnten vermögende Westafrikaner, die das Land aus Angst vor Ebola verlassen, das Virus mitbringen“, sagte Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik. Am Frankfurter Flughafen gebe es beispielsweise bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, um fiebernde Reisende ausfindig zu machen, etwa mittels Wärmekameras.

Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf warnte ihre Landsleute eindringlich vor einer weiteren Ausbreitung von Ebola. Im Kampf gegen das Virus stellt das Land das „Verstecken“ von Infizierten mittlerweile unter Strafe.

Jeder Fall werde von der Staatsanwaltschaft verfolgt, sagte Sirleaf im staatlichen Radio. Es gebe Fälle, in denen Patienten in Häusern oder Kirchen untergebracht würden, anstatt dass man sie zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus bringe.

An diesem Mittwoch und Donnerstag treffen sich in Ghanas Hauptstadt Accra die Gesundheitsminister der betroffenen Regionen und zahlreiche internationale Experten zu einer Krisensitzung. Auf Einladung der WHO wollen sie über Maßnahmen zur Eindämmung des hämorrhagischen Fiebers beraten.

Ebola-Epidemie in Guinea laut Regierung unter Kontrolle

Die Ebola-Epidemie in Guinea mit dutzenden Toten ist nach Angaben der Regierung eingedämmt. Die Welle der hämorrhagischen Fiebererkrankungen sei „unter Kontrolle“, sagte Außenminister François Fall bei einem Besuch im südafrikanischen Pretoria. „Wir konnten sogar einige der Erkrankten heilen.“

Im westafrikanischen Guinea waren seit Jahresbeginn 168 Fälle von hämorrhagischem Fieber aufgetaucht, von denen 106 tödlich endeten. In 71 Fällen wurde das extrem gefährliche Ebola-Virus identifiziert. In der vergangenen Woche hatten internationale Hilfsorganisationen eine Reihe von Notfallmaßnahmen ergriffen, um die Verbreitung zu stoppen – offenbar mit Erfolg. „Guinea hat Hilfe von der internationalen Gemeinschaft bekommen“, sagte Außenminister Fall.

Zuvor hatte sich das Virus über die Grenze verbreitet. Von 25 Verdachtsfällen und zwölf Fieber-Toten in Liberia erwiesen sich fünf Fälle zweifelsfrei als Ebola. Verdachtsfälle gab es auch in Sierra Leone und Mali, doch verliefen die Ebola-Tests in den beiden Ländern negativ.

Noch am vergangenen Dienstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm geschlagen und den Ausbruch in Guinea als „eine der größten Herausforderungen“ bezeichnet, seit das todbringende Virus vor 40 Jahren zum ersten Mal aufgetaucht war. Bis zu den Fällen in Guinea war das Virus fast ausnahmslos in Zentralafrika gefunden worden.

Ebola wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Die Sterblichkeit ist abhängig von der Art des Erregers, bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Bis heute gibt es weder Impfung noch Therapie gegen Ebola.

Ebola -Patientin gefährdete Menschenleben

Eine mit dem Ebola-Virus infizierte Frau ist in Liberia aus dem Krankenhaus geflohen und hat anschließend Dutzende Menschen in Lebensgefahr gebracht. Es handelt sich derzeit um die einzige bestätigte lebende Ebola-Infizierte in dem westafrikanischen Land.

Die Frau habe sich angesteckt, als sie ihre an der Seuche erkrankte und später gestorbene Schwester versorgt habe, teilte die US-Botschaft in der Hauptstadt Monrovia mit.

Die Zeitung „Front Page Africa“ berichtete am Donnerstag, die Frau habe in der Nacht zum 29. März die Isolierstation in einer Klinik in Monrovia verlassen und ein Taxi genommen, um ihren Ehemann zu besuchen. In dem Fahrzeug befanden sich fünf weitere Menschen. Anschließend sei sie mit einem Motorradtaxi weiter gereist.

Die Gesundheitsbehörden konnten die Schwerkranke mittlerweile ausfindig machen. Sie wurde mit ihrer gesamten Familie in ihrem Haus unter Quarantäne gestellt. Die Menschen, mit denen sie in Kontakt gekommen war, seien ebenfalls kontaktiert worden und würden von Ärzten überwacht, hieß es.

Das gefährliche Virus war vor mehreren Wochen zunächst im Nachbarland Guinea ausgebrochen, wo bereits 83 Menschen an Ebola gestorben sind. Weitere 127 Menschen sind dort infiziert. In Liberia starben mindestens zwei Menschen an Ebola. Neben der einen bestätigten Erkrankten gibt es nach Regierungsangaben rund ein Dutzend Verdachtsfälle. Bisher gibt es gegen die Krankheit weder eine Impfung noch eine Therapie.