Archiv der Kategorie: Allgemein Gesundheit

Vogelgrippe erneut aktuell

Eine milde Form von Vogelgrippe wurde bei Hennen in einem Betrieb im Landkreis Grafschaft Bentheim festgestellt.

In einem Freilandlegehennenbetrieb im Niedersachsen ist eine milde Form der Vogelgrippe festgestellt worden.

Betroffen sind nach Angaben des zuständigen Landkreises Grafschaft Bentheim in dem Betrieb in Emlichheim rund 38.000 Hennen, die nun getötet werden müssten.

Den Verdacht auf einen für Menschen nicht gefährlichen Subtyp habe der Kreis nach positiven Laborergebnissen am Wochenende gehabt.

Am Dienstag habe das Friedrich-Loeffler-Institut den Befund bestätigt. Es wurde ein Sperrgebiet von einem Kilometer rund um den Betrieb eingerichtet.

Die kleinen Viren-Schleudern aus der Kita

Eine neue Studie zeigt: Verschnupfte Kinder haben erstaunlich oft Influenza-Viren. Für ein gesundes Kind ist das in der Regel ungefährlich, doch es verbreitet den Erreger oft in der ganzen Familie.

Schnupfnase, Scharlach, Magen-Darm-Infekt – besuchen Kleinkinder eine Kita, mutieren sie oft zu echten Virus-Schleudern. Besonders ganz zu Beginn und im Winter werden manche gar nicht mehr richtig gesund.

„Wir sprechen von Infekt-Ketten“, sagt Hans-Michael Mühlenfeld. Der Vorsitzende des Instituts für Hausärztliche Fortbildung arbeitet seit 20 Jahren als Hausarzt in Bremen. Und nicht selten stecken sich früher oder später auch Eltern und Geschwister an.

Doch was für die Familien anstrengend ist, und vielen Eltern Sorgen bereitet, ist in den meisten Fällen ganz normal – und nach Expertenmeinung sogar wichtig für die Kindesentwicklung. „Wenn ein Kleinkind eine Virusinfektion durchmacht, entwickelt es eine Immunität – also einen Schutz von längerer Dauer – gegen den Erreger.

Das ist ein sinnvoller Prozess, wir können hier auch von der Schule des Immunsystems sprechen“, sagt Johannes G. Liese. Er ist Leiter der Pädiatrischen Infektiologie und Immunologie am Universitätsklinikum Würzburg.

Gefahr im Permafrost: Forscher tauen Riesen-Viren auf

30.000 Jahre schlummerten sie unentdeckt im Permafrostboden: Forscher haben bisher unbekannte Riesenviren zum Leben erweckt. Die Forscher warnen: Taut der Boden weiter, könnten mehr Erreger freiwerden – und womöglich Menschen gefährden.

Forscher haben 30.000 Jahre alte, bislang unbekannte Riesenviren aus dem Permafrostboden zum Leben erweckt. Pithovirus sibericum infiziere bestimmte Amöben, berichten die Wissenschaftler in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften. Mit dem Tauen des Permafrostbodens in Sibirien oder beim Bohren nach Öl in der Arktis könnten weitere Viren frei werden und möglicherweise Tiere und Menschen gefährden, warnen die Forscher.

Riesenviren sind etwa so groß wie Bakterien und sogar in einem Lichtmikroskop sichtbar. Bislang kannten die Forscher zwei sehr unterschiedliche Familien: die Megaviren und die Pandoraviren. Beide sind erst seit etwa zehn Jahren bekannt.

Ältestes Virus dieser Art

Das Team um Matthieu Legendre und Julia Bartoli von der Aix-Marseille Université (Marseille/Frankreich) spürte nun eine dritte Variante auf: das 1,5 Mikrometer (0,0015 Millimeter) lange Pithovirus. Dazu hatten die Wissenschaftler Proben des Permafrostbodens aufgetaut und dann im Labor mit Acanthamöben (Acanthamoeba castellanii) zusammen gebracht. Die Amöben dienten sozusagen als Köder, um den Viren eine Möglichkeit zu geben, sich wieder zu vermehren.

„Unseres Wissens ist dies das älteste, Eukaryoten-infizierende Virus, das bisher zum Leben erweckt wurde“, schreiben die Forscher. Die Pithoviren scheinen charakteristische Merkmale der beiden anderen bekannten Riesenvirus-Familien in sich zu vereinen. In ihrer amphoren-ähnlichen Struktur ähnelten sie den Pandoraviren, während ihr Gen-Gehalt und die Art der Replikation an Megaviren erinnerten.

Forscher sind der Virusgrippe zwei Schritte voraus

Forscher können recht genau vorhersagen, welches Grippevirus sich in der nächsten Saison durchsetzen wird. Sie haben dafür ein neues Modell entwickelt, das evolutionsbiologische Zusammenhänge abbildet.

Bislang ist die aktuelle Grippesaison glimpflich verlaufen, es gab nicht allzuviele Grippefälle in diesem Winter. Entwarnung will das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin aber nicht geben. Zwar seien in dieser Saison deutlich weniger Influenzaerkrankungen als in der vorangegangenen Saison aufgetreten, meldet die beim RKI angesiedelte Arbeitsgemeinschaft Influenza. Das könne sich aber noch ändern. So wie in 2012/2013, als die Grippewelle erst Mitte Februar richtig in Gang kam. Anders scheint die Lage in Österreich. Medien berichten, dass die Grippewelle gerade durch Wien rollt.

Wie stark eine Grippewelle wird, hängt insbesondere mit der Art der Influenza-Viren zusammen. Von denen gibt es insgesamt drei Typen: A, B und C. Brisant sind Grippeviren vom Typ A. Sie zirkulieren ursprünglich in Tieren, insbesondere in Wassergeflügel und anderen Vogelarten. Darüber hinaus werden auch Säuger wie Schweine, Katzen und Nerze befallen. Um in verschiedenartigen Wirtsorganismen überleben zu können, müssen sich die Erreger fortwährend verändern.

Vermehrungsfähige Grippeviren

So hat sich eine besonders vermehrungsfähige, formenreiche Familie von Grippeviren entwickelt. Und die steht ständig auf dem Sprung in einen neuen Wirt. Das ist dann manchmal auch der Mensch. Kommt es zu einem solchen Ereignis, hat das überrumpelte Immunsystem keine Chance. Influenza-Viren vom Typ A sind deshalb häufige Auslöser weltweiter Grippeepidemien, sogenannter Pandemien. Auf bestimmte Formen davon geht auch die „Schweinegrippe“ von 2009 zurück. Ebenso die als „Honkong-Grippe“ bekannte Pandemie von 1968 und die „Spanische Grippe“ von 1908. Letztere gilt mit weltweit mindestens 25 Millionen Todesopfern als die bislang verheerendste Grippe-Pandemie.

Gegen plötzlich auftauchende, neue Virusvarianten sind herkömmliche Impfstoffe wirkungslos. Und auch bei der Bekämpfung saisonal zirkulierender Varianten der Grippeviren können Impfstoffe manchmal daneben liegen, denn ihre Entwicklung ist ein Wettlauf mit der Zeit. So hatte beispielsweise der Grippe-Impfstoff für die Saison 2012/2013 insgesamt nur eine „moderate“ Wirkung in Deutschland, stellt das RKI fest.

Das Kreuz mit den Grippeimpfstoffen ist, dass sie jedes Jahr neu für die kommende Saison angepasst werden müssen. Mit Hilfe des Impfstoffes, der meist auf drei, manchmal auch auf den vier am häufigsten zirkulierenden Virusstämmen basiert, kann das menschliche Immunsystem innerhalb von ein bis zwei Wochen Antikörper produzieren. Diese bilden gewissermaßen den molekularen Steckbrief des Gegners. Damit erkennt das Immunsystem beim Kontakt den echten Erreger und kann umgehend Abwehrreaktionen auslösen. Der Mensch bleibt so vor dem Ausbruch der Virusgrippe geschützt oder diese verläuft zumindest deutlich abgeschwächt.

Sichere Prognosen sind notwendig

Das funktioniert freilich nur, wenn der Impfstoff tatsächlich das Erregerprofil widerspiegelt. Deshalb melden speziell ausgestattete Labore aus fast allen Ländern der Erde jedes Jahr die aktuell zirkulierenden Virustypen an die Weltgesundheitsorganisation WHO, die dann ihre Empfehlungen ausspricht.

Erst nach diesen Vorgaben machen sich die Arzneimittelhersteller an die Produktion des neuen Grippeimpfstoffes, der sich aus den für jede Erdhalbkugel am häufigsten zu erwartenden Virustypen und –stämmen zusammensetzt.

Wie praktisch wäre es da, wenn es sich einfach vorhersagen ließe, welche neue Virusvariante sich in der bevorstehenden Saison durchsetzen wird? So könnten Impfstoffe nicht nur präziser, sondern auch rechtzeitig an neuartige Erreger angepasst werden, noch bevor diese eine gefährliche Grippewelle auslösen.

Ein solches, schon recht treffsicheres Prognosemodell haben der Physiker Michael Lässig von der Universität Köln und die Biologin Marta Luksza von der Columbia Universität in New York nun im Fachblatt „Nature“ vorgestellt. Damit lässt sich vorhersagen, welche Virenstämme die optimale Kombination aus Innovation und Erhaltung haben, um sich weltweit durchzusetzen.

Viren müssen perfekt an den Wirt angepasst sein

Für ihr Modell wählten die Forscher das beim Menschen am häufigsten vorkommende Influenzavirus vom Typ A/H3N2 aus. Es kommt mit zahlreichen, verschiedenartigen Abkömmlingen oder Stämmen vor und ist Hauptverursacher der saisonalen Grippe, die jedes Jahr im Winterhalbjahr mehr oder weniger stark auftritt. Wie stark, das hängt davon ab, wie erfolgreich die Viren sich im menschlichen Organismus vermehren können.

Und genau daran setzt das Modell an. „Es basiert auf dem Darwinschen Evolutionsprinzip, wo nach nur die Fittesten, also diejenigen Viren, mit der höchsten Gesamtzahl an Nachkommen, überleben“, erklärt Michael Lässig. Für Grippeviren, die im Wettbewerb mit dem menschlichen Immunsystem stehen, bedeutet das: Sie müssen ständig ihre Eigenschaften verändern. „Würden sie das nicht tun, bekämen Menschen einmal im Leben die Grippe und wären für den Rest des Lebens immun“, erläutert Lässig. Das hieße, jeder Grippestamm könnte jeden Menschen nur einmal infizieren. Und das bringt die Viren unter Druck. „Damit das menschliche Immunsystem sie nicht mehr erkennt, müssen sie ständig ihre Eigenschaften verändern. Dann bekommt der Mensch wieder eine Grippe“, sagt der Forscher.

Allerdings dürfen die Veränderungen in den molekularen Eigenschaften nicht in zu großen Sprüngen vor sich gehen. Das wäre für das Virus riskant, weil dadurch wichtige Funktionen gestört werden oder ganz ausfallen könnten. Um der Erkennung durch das menschliche Immunsystem zu entgehen, bleibt nur ein Kompromiss: viele kleine Veränderungsschritte um ein Optimum herum.

Gene und Mathematik liefern Schlüssel

„Für die Viren kommt es somit darauf an die Veränderungen so auszubalancieren, dass alle wichtigen Funktionen für die eigene Vermehrung erhalten bleiben. Erfolgreiche Mutanten sind immer auch ein Stück weit konservativ“, sagt Lässig. Ein solches Verhalten lässt sich mittels bestimmter mathematischer Methoden gut beschreiben. Die beiden Forscher haben es in ein Modell gegossen. „Anhand von Genomdaten können wir vorhersagen, welches Virus eine höhere Fitness hat als andere“, sagt Lässig.

Bei den betrachteten Eigenschaften konzentriert sich das Modell auf zwei molekulare Schlüsselfaktoren. Einer davon ist das Hämagglutinin (H), ein Eiweißmolekül mit dessen Hilfe sich Grippeviren Zutritt zu menschlichen Schleimhautzellen verschaffen um diese für ihre Zwecke umzuprogrammieren. Wie kleine Stacheln ragt das Hämagglutinin-Molekül aus der Virushülle. Damit docken die Erreger an spezielle Rezeptoren der Zellen an.

Die Bindestelle funktioniert nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Unter dem Diktat der fremden Erbsubstanz produziert jede Zelle hunderte Nachkommen von Grippeviren, die wiederum weitere menschliche Zellen befallen können. Für erneute Infektionen müssen die Viren jedoch erst einmal aus der Zelle heraus gelangen. Dafür benötigen sie einen weiteren molekularen Schlüssel: die virale Neuraminidase (N) öffnet die Tore der Zellmembran.

Die von den beiden Forschern entwickelte Methode ermöglicht nicht nur eine Vorhersage, welche der verschiedenen Formen des H3N2-Grippevirus sich weltweit von Jahr zu Jahr durchsetzen wird. Die Leistungsfähigkeit des Vorhersagemodells mit Treffsicherheiten zwischen 76 und 93 Prozent, haben Rückrechnungen und mehrjährige Vergleiche mit den tatsächlich aufgetretenen Virusstämmen unter Beweis gestellt.

Das Instrument könnte auch eine effizientere, systematische Auswahl von Impfstämmen ermöglichen. Ob das letztlich auch zu verbesserten Impfstoffen führt, müssen jedoch erst weitere, umfangreiche Tests mit weltweiten Influenza-Daten zeigen, betonen die Forscher.

Fieber-Virus auf dem Weg zu uns

Der tropische Regenwald ist voller bislang wenig erforschter Krankheiten. Eine davon breitet sich derzeit auf dem Erdball aus wie kaum eine andere: Chikungunya-Fieber. Bislang kam die Virusinfektion ausschließlich in Afrika, Asien, auf dem indischen Subkontinent und auf einigen Inseln im Indischen Ozean und im Pazifik vor. Doch seit Ende vergangenen Jahres müssen Mediziner ihre Verbreitungskarten neu zeichnen.

Im Dezember 2013 wurden auf verschiedenen Karibikinseln, unter anderem auf Martinique, Guadeloupe, den Jungferninseln, Dominica, St. Martin und Saint-Barthélemy von Infektionen berichtet – die ersten bekannten Übertragungen in der Neuen Welt. Mittlerweile geht die Zahl der Infizierten in der Karibik in die Tausende. Übertragen wird das Fieber unter anderem von der winzigen Stechmücke Aedes albopictus. Die Asiatische Tigermücke ist nur fünf Millimeter groß, sticht aber so aggressiv wie kaum eine andere. Selbst dicke Kleidung hindert sie nicht daran, bei ihren Opfern Blut zu saugen – und ihnen das Virus zu injizieren. „Bei Chikungunya- Fieber handelt es um eine fieberhafte Erkrankung, für die starke Muskel- und Gelenkschmerzen charakteristisch sind“, sagt Susanne Glasmacher, Biologin und Sprecherin des Robert Koch-Instituts in Berlin.

„Nach einer Inkubationszeit von drei bis sieben Tagen kommt es zu schnell ansteigendem, hohem Fieber.“ Die Schmerzen in den Muskeln und Gelenken sind so stark, dass sich der Patient oft kaum noch aufrecht halten kann. Weitere Symptome sind Lymphknotenschwellungen, Hautrötungen, Kopfschmerzen, Schleimhautblutungen in Nase oder Mund sowie Magen- und Darmbeschwerden. Erstmals wurde das Chikungunya-Virus 1953 in Tansania nachgewiesen. Seinen Namen verdankt das Fieber dem Bantu-Volk der Makonde, in dessen Sprache Chikungunya so viel bedeutet wie „gebeugter Mann“. Im Kongo nennen es die Einheimischen „buka-buka“, kaputt-kaputt. Von Tansania breitete sich das Virus in den vergangenen Jahrzehnten schubweise auf weite Teile Afrikas, Südostasiens und die Inseln im Indischen Ozean aus.

H7N9 – Schon 25 Vogelgrippe-Tote in China

Droht eine neue Vogelgrippe-Welle? Die Zahl der Infektionen und Toten in China steigt von Tag zu Tag. Am Dienstag wurden erneut zwei Todesfälle gemeldet. Damit starben seit Jahresanfang bereits 25 Menschen am H7N9-Virus. Mehr als 110 Menschen wurden infiziert.

Experten sehen das Virus bereits „außer Kontrolle“! Und das, obwohl eine Übertragung von Mensch zu Mensch als unwahrscheinlich gilt. Dennoch wächst die Angst vor einer Verbreitung: In diesen Tagen startet die große Rückreisewelle zum Ende des chinesischen Neujahrsfestes.
Weitere Mutation entdeckt

Als potenziell noch gefährlicher stufen Wissenschaftler einen neuen Vogelgrippe-Virus ein. H10N8 könne sich möglicherweise leichter unter Menschen ausbreiten, warnen chinesische Experten im Fachblatt „Lancet“. Eine Frau starb bereits an H10N8. Das pandemische Potenzial des Erregers dürfe nicht unterschätzt werden.

Viele Vogelgrippeviren können Symptome beim Menschen auslösen. Als besonders gefährlich haben sich H5N1 und H7N9 erwiesen. Die Krankheit war erstmals 1997 in Hongkong nachgewiesen worden. Seit 2003 sind weltweit rund etwa 650 Vogelgrippe-Infektionen registriert worden. In insgesamt 15 Ländern starben mehr als 380 Menschen daran. H7N9 tauchte erstmals im März 2013 auf.

Schweinegrippe: Forscher fürchtet Ausbreitung resistenter H1N1-Viren

Die Grippewelle fiel in dieser Saison besonders stark aus. Jetzt warnt ein australischer Forscher vor einer möglichen Ausbreitung resistenter Schweinegrippe-Erreger. Bisher sind zwar nur wenige Fälle von Tamiflu-resistenten H1N1-Viren bekannt. Die Behörden bleiben aber alarmiert.

Noch vor zwei Jahren war der Begriff Schweinegrippe einer, vor dem sich die Welt fürchtete. Heute aber, während die aktuelle Grippewelle weltweit wütet, nimmt kaum einer Notiz davon, dass es sich bei etwa 30 Prozent aller registrierten Influenza-Fälle um H1N1-Erreger, also Schweinegrippeviren, handelt.

Jetzt lässt ein australischer Wissenschaftler zumindest die Fachwelt aufhorchen: Auf der Jahrestagung der australischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten in Melbourne berichtete Aeron Hurt, dass es sich bei etwa zwei Prozent aller H1N1-Fälle in der australischen Bevölkerung um resistente Erreger handele. Gemeint sind sogenannte Oseltamivir-resistente H1N1-Viren, gegen die das Grippemittel Oseltamivir (Tamiflu) aufgrund einer speziellen Mutation nichts ausrichten kann.

Wie „BBC News“ berichtet, sagte Hurt auf dem Kongress, dass er angesichts der Zahlen besorgt sei. „Die größte Sorge ist, dass sich diese resistenten Viren weltweit verbreiten könnten“, so der Wissenschaftler des WHO-Kollaborationszentrums für Influenza in Melbourne. Ähnlich sei es 2008 auch der Fall gewesen, als das zuvor saisonale H1N1-Virus eine Oseltamivir-Resistenz erworben hätte und sich anschließend in weniger als 12 Monaten weltweit verbreitet hätte.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE heißt es seitens des Robert Koch-Instituts (RKI), dass in Deutschland seit der 40. Kalenderwoche 2012 Proben von 142 H1N1-Patienten untersucht wurden. Bei drei der Patienten haben die Viren demnach im Verlauf der Tamiflu-Therapie eine Resistenz entwickelt. Laboruntersuchungen bestätigten, dass es sich um H1N1-Viren mit der Mutation H275Y handelte, die für Oseltamivir-resistente Influenza-Viren typisch ist. Insgesamt verzeichnete das RKI laut seinem aktuellen Wochenbericht seit der 40. Kalenderwoche in 2012 bis zur 10. Kalenderwoche in diesem Jahr 1476 Fälle von Influenza, 599 davon waren Influenza A des Typs H1N1, 508 des Typs H3N2 und 369 Influenza B. 103 Menschen starben bisher nachweislich an einer Influenza-Infektion.

Zahl resistenter Influenzaviren in Deutschland und Europa gering

Europaweit wurden nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in der aktuellen Grippesaison bisher 287 H1N1-Proben untersucht, in sechs wurde eine Tamiflu-Resistenz registriert. In vier der Fälle hätten die Viren die Resistenz aber erst im Verlauf der Therapie mit dem Medikament entwickelt. Deshalb sei davon auszugehen, dass es sich europaweit in weniger als einem Prozent aller H1N1-Infektionen um Oseltamivir-resistente Viren handelt.

Angesichts dieser Statistiken geben sich die hiesigen Behörden bisher weitgehend gelassen. „Obwohl eine plötzliche Entstehung und Verbreitung resistenter Viren generell nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, zeigen sich zur Zeit keine Hinweise auf eine verstärkte Zirkulation resistenter Viren“, sagt Susanne Duwe, die im Nationalen Referenzzentrum für Influenza des RKI für die Untersuchung der zirkulierenden Stämme zuständig ist.

Zahl der EHEC-Fälle steigt rapide ‎- schwere HUS-Fälle mit Hirnstörungen

Zahl der EHEC-Fälle steigt rapide ‎- schwere HUS-Fälle mit Hirnstörungen

Das gefährliche Bakterium EHEC breitet sich weiter aus: Innerhalb eines Tages hat sich die Zahl der mit EHEC infizierten Menschen deutlich erhöht. Die Quelle der Infektion, das ist inzwischen klar, sind definitiv nicht spanische Salatgurken.

Die EHEC-Erkrankungsfälle im Norden steigen wieder rapide an. In Niedersachsen lag die Zahl der bestätigten Erkrankungen und der Verdachtsfälle am Mittwoch bei 344. Das sind 80 Menschen mehr als am Vortag. Bei 250 Fällen gebe es schon eine definitive Bestätigung durch Laboruntersuchungen, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Thomas Spieker, in Hannover. Auch die Zahl der Menschen, die an HUS, dem lebensbedrohlichen Krankheitsverlauf des Durchfallerregers erkrankt sind, ist von 47 auf 68 Patienten gestiegen. „Wir verzeichnen wieder einen deutlichen Anstieg der Erkrankungsfälle durch EHEC und HUS“, sagte auch Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Dort gebe es 668 EHEC-Fälle oder Verdachtsfälle, 119 mehr als am Vortag.

Experten suchen unterdessen weiter fieberhaft nach der Quelle der Erreger: „Man kann derzeit gar nichts ausschließen“, erklärte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) im ZDF-Morgenmagazin. Die Lieferwege müssten zurückverfolgt, Lieferlisten ausgewertet werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei sehr unwahrscheinlich, wenn man normale Hygieneregeln einhalte, erläuterte Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks. „Sehr viel wahrscheinlicher ist wirklich die Primärinfektion über ein Lebensmittel, das man zu sich nimmt.“

Kein EHEC auf spanischen Salatgurken

Und inzwischen ist klar: Auf keiner der – insgesamt vier – untersuchten spanischen Salatgurken vom Hamburger Großmarkt fanden sich Bakterien, die die Ursache für den Ausbruch der EHEC-Epidemie in Norddeutschland sind. Der gefährliche Stamm O104:H4 sei nicht nachzuweisen gewesen, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung. Spanische Bauernverbände beziffern die Verluste, die den Landwirten entstanden sind, auf 200 Millionen Euro pro Woche. Spanien ist einer der größten Gemüseexporteure Europas. Spaniens Regierung fordert nun Schadenersatz – für alle europäischen Landwirte, also auch die deutschen. Die verlieren nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes pro Tag zwei bis drei Millionen Euro. Spanien prüft zudem eine Klage gegen die Hamburger Gesundheitsbehörde.

Auch im Ausland breitet sich der Keim weiter aus: In Tschechien gibt es einen ersten nachgewiesenen EHEC-Fall. Eine amerikanische Touristin sei definitiv an dem Erregertyp O104 erkrankt, teilte das nationale Referenzlabor in Prag mit. Die EU-Kommission nannte zudem folgende EHEC-Zahlen: Schweden 41 (davon 15 HUS), Dänemark 14 (davon 6 HUS), Frankreich 6 EHEC-Fälle, Großbritannien 3 Fälle (davon 2 HUS), Niederlande 7 (davon 3 HUS) und Österreich 2 EHEC-Fälle. In den meisten Fällen handele es sich um Menschen, die kurz zuvor in Deutschland gewesen seien.

Verbraucherministerin Aigner nahm die Hamburger Gesundheitsbehörden erneut gegen ausländische Kritik am Krisenmanagement während der EHEC-Epidemie in Schutz. „Es wurden ja EHEC-Erreger auch auf spanischen Gurken gefunden. Und deshalb musste nach den europäischen Regularien dazu auch eine Schnellwarnung abgesetzt werden“, sagte die CSU-Politikerin im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Hamburger Kollegen hätten sich „wirklich gut verhalten“. Die EHEC-Erreger auf den spanischen Gurken stammten von einem anderen Bakterien-Typ als die des aktuellen Ausbruchs in Deutschland.

EU rechnet mit schneller Aufklärung

Die EU-Staaten erwarten bei der Suche nach dem Grund für die Infektionen rasche Aufklärung aus Deutschland. Dies geht aus einer Erklärung von Gesundheitsexperten aller 27 EU-Regierungen hervor, die am Dienstagabend nach einem Treffen in Brüssel veröffentlicht wurde. Darin heißt es: „Die EU-Staaten nehmen auch zur Kenntnis, dass der Ausbruch geografisch mit einer Gegend um die Stadt Hamburg verbunden ist.“

Angesichts des hohen Bedarfs an Blutkonserven und Blutplasma wegen der zahlreichen schweren EHEC-Erkrankungen haben Experten zum Blutspenden aufgerufen. „Wir haben zwar eine gut organisierte, länderübergreifende Versorgung mit Blutkonserven, aber wir sollten nicht vergessen, dass die Urlaubssaison unmittelbar bevorsteht, in der erfahrungsgemäß durch ein erhöhtes Unfallgeschehen auch wieder mehr Blutkonserven benötigt werden“, erklärte der Sprecher des Landesverbandes der Ersatzkassen in Mecklenburg-Vorpommern, Bernd Grübler.

Verläuft die EHEC-Erkrankung schwer, muss Blutwäsche eingesetzt werden. Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks riefen zum Blutspenden auf – und spendeten gleich selbst.

Quelle: http://politik-news.net/zahl-der-ehec-falle-steigt-rapide-%E2%80%8E-schwere-hus-falle-mit-hirnstorungen/

Glück beeinflusst Gesundheit und Erfolg im Beruf

Wer sich gut fühlt, verbessert dadurch auch objektiv seine Gesundheit – oder steigert seinen beruflichen Erfolg. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Ökonomik in Jena herausgefunden.

Sie untersuchten einen britischen Datensatz, in dem über 15 Jahre die Antworten von Menschen festgehalten wurden, die über ihr subjektives Wohlergehen befragt wurden. Dabei wurde erfasst, als wie glücklich sich die Befragten empfanden. Auch Faktoren wie Stress, Depressionen, Ängste, Einkommen, Familienstand, Gesundheit und beruflicher Erfolg wurden aufgezeichnet. Die Forscher konnten damit statistisch belegen, dass die Faktoren zusammenwirken: Glückliche Menschen konnten ihr Einkommen steigern oder über eine bessere Gesundheit berichten.

Der Effekt ist aber nicht eindimensional – denn ein höheres Einkommen führte in den Folgejahren zu einem sinkenden subjektiven Wohlgefühl. Die Forscher erklären dies mit der „hedonistischen Anpassung“. Damit ist gemeint, dass sich Menschen an positive oder negative Ereignisse gewöhnen und diese ihr Wohlgefühl auf die Dauer nicht beeinflussen.

Studie: Krebs macht Deutschen am meisten Angst

Studie: Krebs macht Deutschen am meisten Angst

Hamburg – Obwohl schwere Herzkrankheiten die häufigste Todesursache sind, fürchten sich die Deutschen beim Thema Gesundheit am meisten vor Krebs.

Mehr als zwei Drittel haben Angst vor einer Tumorerkrankung, ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Krankenkasse DAK. Die rund 3000 Befragten befürchten zudem Unfälle mit schweren Verletzungen (53 Prozent), einen Schlaganfall (52 Prozent) und Alzheimer (50 Prozent).

Trotz der Ängste aber geht nur etwa die Hälfte aller Männer zur Krebsvorsorge-Untersuchung. Bei den Frauen lässt sich ein Viertel nicht regelmäßig untersuchen. Generell sei bei Frauen die Sorge vor Krankheiten deutlich stärker ausgeprägt. “Frauen haben ein anderes Gefühl für ihren Körper, was sich aber auch positiv bei der Gesundheitsvorsorge auswirkt“, erläuterte die DAK-Expertin Christina Sewekow in der Mitteilung.