3 Fakten zur Grippe / Grippewelle

Es ist offiziell wieder Erkältungs- und Grippesaison. Aber wer diese Fakten kennt, kann sich das Leben zumindest einfacher machen.

ABER: Diese Fakten und Tipps machen dir das Leben auf jeden Fall einfacher. Denn wenn du weißt, was du noch machen kannst, obwohl um dich rum gefühlt alle krank sind und was du besser nicht machen solltest, wenn es dich schon erwischt hat, gibt’s schneller wieder.

Fakt 1: Erkältung ist nicht gleich Grippe

Dass eine Erkältung nicht das Gleiche wie eine Grippe ist, ist mehr als nur Poserwissen. Wer eine Grippe hat, muss sich nämlich anders verhalten als jemand, der eine Erkältung hat.

Auch wenn viele bei einer Erkältung von einem „grippalen Infekt“ sprechen, ist das nicht das Gleiche wie eine richtige Grippe. Der Hauptunterschied: Bei einer Erkältung fühlst du dich scheiße – bei einer Grippe fühlst du dich richtig, richtig scheiße.

In Arzt-Sprache heißt das: Eine Erkältung kann durch viele verschiedene Erreger ausgelöst werden. Eine Grippe aber nur von einem einzigen Virus-Stamm: den Influenza-Viren.

Bei einer Erkältung kannst du zwar auch leichtes Fieber haben, bei einer Grippe ist allerdings auch hohes Fieber nicht selten.

Eine Grippe dauert länger als eine Erkältung: Für die Erkältung gibt es die Faustregel „Sie kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage“, eine Grippe kann mehrere Wochen anhalten – im schlimmsten Fall sogar bis zu sechs Wochen.

Wie merke ich, was ich habe? Schnupfen, Nase zu, Druck auf den Ohren und dir tut alles weh? Hört sich nach einer Erkältung an. Du wachst auf, dir geht’s auf ein mal schlecht und es geht gar nichts mehr? Dazu noch hohes Fieber? Klingt stark nach Grippe – ab zum Arzt und dann ins Bett.

Fakt 2: Wer jemanden küsst, der krank ist, steckt sich an

Aber auch wenn es dich erwischt hat, musst du nicht auf alles verzichten. Dass man sich bei einem Kuss direkt ansteckt, stimmt so nämlich nicht – zumindest nicht prinzipiell.

Jan-Christoffer Lüers, der stellvertretender Direktor der HNO-Klinik an der Uniklinik Köln, hat zum Beispiel bei „Deutschlandfunk Nova“ gesagt, dass das Küssen bei der Übertragung der Viren keine so große Rolle spielt. Es kommt nur drauf an, wie man sich küsst.

Denn wir wissen alle: Küssen ist nicht gleich Küssen. Lüers hat erklärt, dass sich Erkältungen normalerweise über Tröpfchen übertragen. Heißt: Beim Niesen bilden sich Tröpfchen und die treffen dann auf die Schleimhäute des anderen.

Wichtig ist also, wie wir die Viren aufnehmen: Wenn das nämlich über den Mund passiert, dann kommen die Viren erst mal in den Magen – und da gehen sie wegen der Magensäure kaputt. Je feuchter ein Kuss aber ist, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Viren in der Spucke über den Mund auch in die Schleimhäute von Nase und Rachen kommen. Und dann könnte man sich schon anstecken – eine Garantie gibt es auch hier leider nicht. Aber es gilt: Je trockener der Kuss desto weniger gefährlich.

Fakt 3: Die Kälte sorgt dafür, dass wir gerade jetzt krank werden

Das stimmt so auch nicht. Der Hauptgrund, warum wir in der Winterzeit eher krank werden als im Sommer, ist unser Lifestyle: Im Sommer sind wir mehr draußen unterwegs – im Winter halten wir uns dagegen häufiger in geschlossenen, beheizten Räumen mit vielen anderen auf. Perfekte Bedingungen für Viren.

Dass wir uns besonders warm einpacken sollten, wenn wir krank sind, ist auch ein Mythos: Unser Körper hat es gerne warm – im Inneren haben wir deshalb immer ungefähr 36 bis 37 Grad. So fühlen wir uns wohl. Wenn wir unseren Körper anderen Temperaturen aussetzen, dann muss er arbeiten. Heißt: Der Raum, in dem wir uns aufhalten, sollte so warm oder kalt sein, dass unser Körper mühelos diese natürliche Temperatur halten kann. Das sind in der Regel zwischen 20 und 23 Grad – das empfinden aber auch viele Menschen anders.

Auf keinen Fall solltest du aber in die Sauna gehen, wenn du krank bist. Eine Erkältung oder Grippe „ausschwitzen“ geht nämlich nicht. Auch das ist ein Mythos. Ganz im Gegenteil: Wer in die Sauna geht, der schwächt damit sein Immunsystem zusätzlich und steckt eher noch andere damit an.

Grippewelle bisher keine große Bedrohung

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch in Berlin mitteilte, kamen in der vierten Kalenderwoche kaum mehr Patienten mit entsprechenden Symptomen in die Arztpraxen als außerhalb der Grippesaison. Der Praxisindex der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) bewege sich damit im moderat erhöhten Bereich. In den vergangenen beiden Jahren begann die Saison in der dritten Kalenderwoche, 2018 erreichte sie in der neunten ihren Höhepunkt.