Immun-Therapie gegen Krebs

Der Pharmakonzern Merck testet derzeit einen Wirkstoff, der das Immunsystem gegen Melanome des Hautkrebs, auch metastasierende, in Stellung bringen soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. In einer frühen Versuchsreihe schrumpfte bei Patienten mit der höchsten Dosierung der Tumor oder verschwand gar. Die meisten dieser Patienten, aber auch solche mit niedrigerer Dosierung, waren auch noch ein Jahr später am Leben. Statistisch gesehen beträgt die Lebenserwartung von Melanom-Patienten, bei denen sich bereits Metastasen gebildet haben, weniger als ein Jahr. „Das ist kein Wald-und-Wiesen-Programm zur Behandlung von Krebs“, betont Roger Perlmutter, Immunologe und Forschungsleiter bei Merck. „Im derzeitigen Stadium sieht das nach sehr vielversprechenden Ansatz aus.“

Der Wirkstoff ist ein Antikörper, dessen Y-Form es ihm ermöglicht, an ein spezielles Protein zu binden. Dieses Protein verhindert normalerweise, dass eine Immunzelle eine Krebszelle angreift. Wird es durch den Wirkstoff blockiert, kann es eine Reaktion der Immunzelle nicht mehr unterbinden.

Auch Roche, GlaxoSmithKline, Bristol-Myers Squibb und andere Pharmahersteller arbeiten an solchen Stoffen, die im Immunsystem wieder den Schalter zum Gegenangriff umlegen. Auf dem Jahrestreffen der American Association for Cancer Research war der Ansatz denn auch eines der Topthemen.

2011 hatte Bristol-Myers Squibb begonnen, Yervoy zu vertreiben – den ersten Antikörper-Wirkstoff, der auf den Markt kam. Bei Patienten mit metastasierenden Melanomen, die mit Yervoy behandelt wurden, verdoppelte sich die Überlebensrate. Ein Fünftel der Patienten überlebte die Diagnose um vier Jahre. Der klinische Test von Yervoy war zugleich der erste, bei dem die Überlebensdauer von Melanom-Patienten überhaupt verlängert werden konnte.

Tödliches Mers-Virus breitet sich an Europas Grenze aus

Das tödliche Coronavirus Mers ist nun erstmals auch in Ägypten nachgewiesen worden. Der infizierte Mann sei gerade erst aus Saudi-Arabien zurückgekehrt, wie staatliche Medien am Samstag berichteten. Der Erreger Mers-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus) breitet sich in den arabischen Ländern immer weiter aus.

Vor einigen Wochen meldete Jemen seinen erste Todesfall durch Mers. In Malaysia starb ein Mann durch das Coronavirus , der zuvor zu den heiligen Stätten des Islam in Saudi-Arabien gepilgert war.
„Eine Gefahr für die ganze Welt“

Das Virus löst grippeähnliche Symptome aus und kann zu Nierenversagen und schwerer Lungenentzündung führen. Weltweit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit September 2012 insgesamt 93 Todesfälle registriert, die meisten davon in Saudi-Arabien. Die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hatte im vergangenen Jahr den Erreger als „eine Gefahr für die ganze Welt“ bezeichnet.

Wissenschaftler konnten nachweisen, dass das Mers-Virus bei etlichen Kamelen Saudi-Arabiens zu finden ist und dass es bei den Tieren schon seit mindestens zwei Jahrzehnten kursiert. Am Sars-Erreger, der ebenfalls zu den Coronaviren zählt, waren vor zehn Jahren rund 800 Menschen gestorben. Mers gilt zwar als weniger ansteckend, führt aber häufiger zum Tode.

Ebola-Epidemie in Guinea laut Regierung unter Kontrolle

Die Ebola-Epidemie in Guinea mit dutzenden Toten ist nach Angaben der Regierung eingedämmt. Die Welle der hämorrhagischen Fiebererkrankungen sei „unter Kontrolle“, sagte Außenminister François Fall bei einem Besuch im südafrikanischen Pretoria. „Wir konnten sogar einige der Erkrankten heilen.“

Im westafrikanischen Guinea waren seit Jahresbeginn 168 Fälle von hämorrhagischem Fieber aufgetaucht, von denen 106 tödlich endeten. In 71 Fällen wurde das extrem gefährliche Ebola-Virus identifiziert. In der vergangenen Woche hatten internationale Hilfsorganisationen eine Reihe von Notfallmaßnahmen ergriffen, um die Verbreitung zu stoppen – offenbar mit Erfolg. „Guinea hat Hilfe von der internationalen Gemeinschaft bekommen“, sagte Außenminister Fall.

Zuvor hatte sich das Virus über die Grenze verbreitet. Von 25 Verdachtsfällen und zwölf Fieber-Toten in Liberia erwiesen sich fünf Fälle zweifelsfrei als Ebola. Verdachtsfälle gab es auch in Sierra Leone und Mali, doch verliefen die Ebola-Tests in den beiden Ländern negativ.

Noch am vergangenen Dienstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm geschlagen und den Ausbruch in Guinea als „eine der größten Herausforderungen“ bezeichnet, seit das todbringende Virus vor 40 Jahren zum ersten Mal aufgetaucht war. Bis zu den Fällen in Guinea war das Virus fast ausnahmslos in Zentralafrika gefunden worden.

Ebola wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Die Sterblichkeit ist abhängig von der Art des Erregers, bei manchen Erregern verläuft die Seuche in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Bis heute gibt es weder Impfung noch Therapie gegen Ebola.

Ebola -Patientin gefährdete Menschenleben

Eine mit dem Ebola-Virus infizierte Frau ist in Liberia aus dem Krankenhaus geflohen und hat anschließend Dutzende Menschen in Lebensgefahr gebracht. Es handelt sich derzeit um die einzige bestätigte lebende Ebola-Infizierte in dem westafrikanischen Land.

Die Frau habe sich angesteckt, als sie ihre an der Seuche erkrankte und später gestorbene Schwester versorgt habe, teilte die US-Botschaft in der Hauptstadt Monrovia mit.

Die Zeitung „Front Page Africa“ berichtete am Donnerstag, die Frau habe in der Nacht zum 29. März die Isolierstation in einer Klinik in Monrovia verlassen und ein Taxi genommen, um ihren Ehemann zu besuchen. In dem Fahrzeug befanden sich fünf weitere Menschen. Anschließend sei sie mit einem Motorradtaxi weiter gereist.

Die Gesundheitsbehörden konnten die Schwerkranke mittlerweile ausfindig machen. Sie wurde mit ihrer gesamten Familie in ihrem Haus unter Quarantäne gestellt. Die Menschen, mit denen sie in Kontakt gekommen war, seien ebenfalls kontaktiert worden und würden von Ärzten überwacht, hieß es.

Das gefährliche Virus war vor mehreren Wochen zunächst im Nachbarland Guinea ausgebrochen, wo bereits 83 Menschen an Ebola gestorben sind. Weitere 127 Menschen sind dort infiziert. In Liberia starben mindestens zwei Menschen an Ebola. Neben der einen bestätigten Erkrankten gibt es nach Regierungsangaben rund ein Dutzend Verdachtsfälle. Bisher gibt es gegen die Krankheit weder eine Impfung noch eine Therapie.

Ebola bedroht ganz Afrika

Die Zahl der seit Januar am Ebola-Virus gestorbenen Menschen in Guinea ist auf 95 gestiegen. Insgesamt seien 151 Verdachtsfälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium des afrikanischen Landes mit. Vor dem Wochenende hatten die Behörden noch von 86 Toten gesprochen. Bisher war das Virus in der Hauptstadt Conakry und im Süden aufgetaucht. Ob nun auch andere Gegenden betroffen sind, ist unklar. Ärzte befürchten schlimme Entwicklungen.

Eine Ebola-Infektion ist eine der gefährlichsten Krankheiten weltweit. Das Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Infizierte leiden unter anderem an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Die Krankheit ist sehr ansteckend und endet meist tödlich. Bisher gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie.

Das Virus war bislang fast ausnahmslos in Zentralafrika aufgetreten. Seit Anfang des Jahres registrierten die Gesundheitsbehörden in Guinea dann mehr und mehr mögliche oder bestätigte Ebola-Fälle. Verdachtsfälle traten auch in Sierra Leone, Liberia und Mali auf.

Eine Ausbreitung der Ebola-Epidemie nach Europa ist offenbar nicht zu befürchten. Die Gefahr sei „sehr gering“, sagte Jakob Cramer, Tropenmediziner am Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg. „In Deutschland hat es noch nie einen Fall gegeben.“ Er gehe auch diesmal davon aus, dass es so bleibt.

Gleichwohl zeigt die Ebola-Epidemie, dass es an zweierlei mangelt: an einem Impfstoff und an der Bereitschaft der Pharmafirmen, einen zu entwickeln. Experten glauben, dass sich ein solches Projekt vor der strengen Gewinnoptimierung der Konzerne finanziell nicht rentiere. Sicher ist, dass die Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“, die derzeit in Guinea arbeiten, die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen der westlichen Welt an sich vornehmen müssen – und das bei sengender Hitze. Helfen können sie den Sterbenden nicht; die Gefahr einer Ansteckung ist kurz vor dem Tod des Infizierten am höchsten, weil sich die Viren explosionsartig vermehrt haben.

Ebola-Epidemie kann nicht gestoppt werden

Nach dem Ebola-Ausbruch im westafrikanischen Guinea ist die Zahl der Opfer weiter gestiegen. Bis Montag seien 78 Menschen in dem Land an der Seuche gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Zudem gebe es 122 Verdachtsfälle. Die meisten stammen aus dem Südosten. Aber auch in der Hauptstadt Conakry sind nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen acht Fälle bestätigt. Eine solche Verbreitung habe man bislang noch nicht erlebt, hieß es.

„Ärzte ohne Grenzen war bei fast allen Ebola-Epidemien der vergangenen Jahre im Einsatz, aber diese waren jeweils örtlich sehr begrenzt und betrafen eher abgelegene Orte“, sagte Mariano Lugli, Koordinator des Ärzte-ohne-Grenzen-Projekts in Conakry. „Dass die jetzigen Fälle so weit über das Land verstreut sind, erschwert die Bemühungen, die Epidemie einzudämmen.“

Auch das südliche Nachbarland Liberia ist betroffen. Fünf Menschen starben bereits in der vergangenen Woche an den Symptomen, vor allem in Regionen, die direkt an Guinea grenzen. Zudem gibt es mehrere Verdachtsfälle. Tests in Frankreich hätten ergeben, dass mindestens zwei der Patienten Ebola hatten, so die Behörden in Monrovia.

Ärzte ohne Grenzen will seine Teams in der Region weiter verstärken. Bis Ende der Woche sollen etwa 60 Mitarbeiter vor Ort sein, die Erfahrung bei der Bekämpfung von hämorrhagischem Fieber haben. Außerdem wurden bereits mehr als 40 Tonnen Ausrüstung per Flugzeug nach Guinea geschickt. „In Guinea haben wir es mit dem Zaire-Stamm des Ebola-Virus zu tun. Dabei handelt es sich um den aggressivsten und tödlichsten: Neun von zehn Infizierten sterben“, betonte Michel Van Herp, ein Epidemiologe der Organisation.

Anstieg der Norovirus-Infeke in Hessen

In Hessen wurden dieses Jahr bereits bedenklich viele Norovirus-Infektionen festgestellt, berichtet die Techniker Krankenkasse in einer aktuellen Pressemitteilung. Im Jahr 2013 waren in Hessen insgesamt 5.129 Norovirus-Infektionen zu verzeichnen. Dieses Jahr seien den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge bereits im ersten Quartal 1.433 Infektionen gemeldet worden. Ein Großteil (793 Fälle) davon aus dem Bereich des Regierungsbezirks Darmstadt. Die Techniker Krankenkasse erinnerte daher auch an die Bedeutung einer gründlichen Hygiene bei der Krankheitsprävention.

Angesichts der hohen Zahl an Norovirus-Infektionen im ersten Quartal 2014 betonte Dr. Helga Christoffel, Allgemeinmedizinerin aus dem TK-Ärztezentrum, dass beim Schutz vor entsprechenden Infektionen, die „Hygiene das A und O“ bilde. Hier sollten Erkrankte, aber „auch all jene, die mit ihnen zu tun haben, deshalb in besonderem Maße auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen achten“, so die Mitteilung der TK. Dr. Christoffel wies explizit darauf hin, wie ansteckend Norovirus-Infektionen sind. Selbst das Erbrochene der Erkrankten sei stark infektiös. „Der Magen-Darm-Keim ist hoch ansteckend und fähig, sich schnell an veränderte Überlebensbedingungen anzupassen“, erläuterte Christoffel

Gründliche Hygiene kann Norovirus-Infektionen vermeiden
Eine Übertragung der Noroviren ist laut Aussage der Medizinerin auch über Nahrungsmittel möglich. „Nahrungsmittel, die roh verzehrt werden, sollte man daher schälen beziehungsweise ausgiebig reinigen“, warnte die Expertin. Zudem empfiehlt sie, Essen, das man nicht selbst zubereitet hat und das rohe Produkte enthält, eher zu meiden. Für Personen, die nicht in direktem Kontakt mit Erkrankten stehen, sei ebenfalls die Einhaltung der üblichen Hygienemaßnahmen wie zum Beispiel Händewaschen nach jedem Toilettengang angeraten, denn die Noroviren könne bis zu zwölf Stunden auf Flächen und Gegenständen überleben, berichtet die TK.

Magen-Darm-Beschwerden als typisches Anzeichen der Norovirus-Infektion
Typisches Anzeichen einer Norovirus-Infektion sind heftige Magen-Darm-Beschwerden mit Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Da Erkrankte viel Flüssigkeit und Elektrolyte verlieren, „heißt es trinken, trinken, trinken“, erläuterte Dr. Christoffel. Zum Ausgleich des Elektrolythaushalts wird von der Techniker Krankenkasse Hühnerbrühe oder klare Gemüsesuppe empfohlen. Da eine unbehandelte Norovirus-Infektion – gerade bei Babys, Kleinkindern und älteren Menschen – bedrohliche Herzkreislaufbeschwerden auslösen könne, ist ein Arztbesuch laut Angaben der TK dringend angeraten.